JUNO: Ein Hafen der Hoffnung für Villachs Jugendliche
Am 25. September 2026 wurde in Villach ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Jugendnotschlafstelle JUNO feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Kinder- und Jugendhilfereferent LR Peter Reichmann brachte seine herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck und würdigte die wertvolle Arbeit, die hier geleistet wird. JUNO ist ein sicherer Hafen für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 21 Jahren, die in schwierigen Lebenslagen stecken. Es ist ein Ort, wo man ohne Anmeldung einen Schlafplatz finden kann – und das ist in einer Welt, die oft so unberechenbar ist, einfach unbezahlbar.
Astrid Körner, die Rektorin der Diakonie de La Tour, hob die Dringlichkeit hervor, Jugendobdachlosigkeit ernst zu nehmen. JUNO ist nicht nur eine kurzfristige Lösung; es ist ein Ort, der Jugendliche auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben begleitet. Es geht nicht nur darum, ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern auch um Beratung, Einzelfallhilfe und Unterstützung bei der Wohnungssuche. Bis heute wurden bereits 13.183 Nächtigungen gezählt, und 1.400 junge Menschen konnten auf ihrem Weg zur Eigenständigkeit unterstützt werden – eine beeindruckende Bilanz!
Ein Ort der Hoffnung und Sicherheit
Die erste Vizebürgermeisterin von Villach, Sarah Katholnig, betonte die Bedeutung dieser Notschlafstelle als sicheren Rückzugsort. Die Zahlen sprechen für sich: JUNO hat sich in den letzten Jahren von einer reinen Notschlafstelle zu einem echten Lebensraum entwickelt. Mit den Erweiterungen JUWO (Jugendwohnen) und EXTRA (Housing First – Wohnbetreuung) wird ein langfristiger Stabilitätsanspruch verfolgt. Hier wird nicht nur geholfen, sondern auch nachhaltig an einer besseren Zukunft gearbeitet.
Die Herausforderungen, vor denen viele Jugendliche stehen, sind vielschichtig. In Deutschland beispielsweise leben schätzungsweise 37.000 Kinder und Jugendliche bis 26 Jahre ohne festen Wohnsitz. Schwierigkeiten in der Familie, Armut oder Gewalterfahrungen sind häufige Gründe für diese traurige Realität. Jugendliche aus vermeintlich gut situierten Familien sind nicht ausgenommen – auch sie können obdachlos werden, oft durch Druck und Missverständnisse innerhalb ihrer Familien. Es ist erschreckend, dass viele von ihnen durch das Hilfesystem fallen und als „Systemsprenger“ bezeichnet werden, weil sie oft nicht die Unterstützung erhalten, die sie eigentlich bräuchten.
Ein Blick über die Grenzen
Die Problematik der Obdachlosigkeit unter Jugendlichen ist nicht nur ein österreichisches Thema. In Deutschland zeigt sich das Bild ähnlich. Viele Jugendliche finanzieren sich auf der Straße durch „Schnorren“ oder Flaschensammeln. Häufig ist die Einsamkeit eine der größten Herausforderungen, die sie bewältigen müssen. Fehlen Vertrauenspersonen, wird das Überleben zur echten Herausforderung. Der Verein „Straßenkinder e.V.“ versucht, diesen jungen Menschen durch beziehungsorientierte Ansätze, Essensausgaben und Beratungsangebote zu helfen. Es ist ein weiter Weg, den diese Jugendlichen zurücklegen müssen, um in ein eigenständiges Leben zu finden, aber jede noch so kleine Unterstützung kann den entscheidenden Unterschied machen.
In Villach hat JUNO nicht nur einen Platz geschaffen, wo junge Menschen sich sicher fühlen können – es ist ein Zeichen dafür, dass wir als Gesellschaft bereit sind, uns um die zu kümmern, die oft in den Hintergrund gedrängt werden. Die letzten zehn Jahre sind ein Beweis dafür, dass es möglich ist, gemeinsam eine starke Gemeinschaft aufzubauen, die nicht nur hilft, sondern auch Hoffnung gibt. Und das ist etwas, worauf wir alle stolz sein können.
