Am Sonnegger See, wo die Natur zum Verweilen einlädt und Erinnerungen aufblühen, trafen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler der Volksschule St. Philippen ob Sonnegg. Nach über 62 Jahren standen sie endlich wieder zusammen, um alte Zeiten aufleben zu lassen. Der Anlass? Ein herzliches Wiedersehen, das in fröhlicher Stimmung gefeiert wurde. Zwischen Lachen und Tränen wurden Erinnerungen ausgetauscht, während gutes Essen und Wein für das leibliche Wohl sorgten. Es war ein Fest der Freude, das alle Anwesenden sichtlich bewegte.

Besonders berührend war der Auftritt von Ana Wurm-Olip, einer ehemaligen Lehrerin, die mit selbst verfassten Gedichten die Anwesenden in ihren Bann zog. Ihre Worte waren wie ein Fenster in die Vergangenheit, in dem sich die Erinnerungen der Schüler spiegelten. Auch die musikalische Untermalung durch Mitschüler Pepe und Florian sorgte für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Es war, als ob die Zeit stillstand und die gemeinsamen Erlebnisse erneut lebendig wurden.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit hatte für viele eine tiefere Bedeutung. Ana Wurm-Olip, die 1942 als Tochter von Kärntner Slowenen geboren wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ihre Erinnerungen sind geprägt von den Erzählungen ihrer Mutter über die schwierigen Zeiten der Aussiedlung und die Herausforderungen, die sie als Neugeborene im KZ in Oberbayern erlebte. Diese Lebensgeschichte hat sie in den letzten Jahren gesammelt und aufgeschrieben, um ein Erinnerungsbuch zu schaffen, das für ihre Familie gedacht war, aber auch darüber hinaus zum Nachdenken und Gedenken anregen soll.

Dieses Buch, das den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist, spiegelt nicht nur ihre eigene Geschichte wider, sondern auch das Schicksal vieler anderer, die während dieser dunklen Zeit gelitten haben. Der Antrag auf Förderung des Buches wurde durch das Slowenische Volkskundeinstitut Urban Jarnik gestellt und am 17. Juni 2019 genehmigt. Die Inhalte der Publikation sollen dazu beitragen, dass die Erinnerungen an die Verfolgung und den Widerstand lebendig bleiben.

Gedenken und Erinnern

Das Wiedersehen am Sonnegger See fällt in eine Zeit, in der das Gedenken an die Vergangenheit einen besonderen Stellenwert hat. Im Jahr 2026 wird das Jahresthema von ERINNERN:AT die 50 Jahre des Volksgruppengesetzes feiern und den Fokus auf die Kärntner Sloweninnen und Slowenen legen. Ein zentrales Seminar wird sich mit der Verfolgung und dem Widerstand dieser Gruppe befassen, während andere Veranstaltungen auch Lehrpersonen die Möglichkeit geben, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. So wird das Gedenken an die nationalsozialistische Vergangenheit nicht nur in den Schulen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit lebendig gehalten.

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Ein solches Treffen, wie es am Sonnegger See stattfand, zeigt, wie wichtig der Austausch ist. Die Teilnehmer wünschen sich, dass nicht wieder so viel Zeit bis zum nächsten Treffen vergeht. Und so bleibt die Hoffnung, dass die Erinnerungen an die Schule und die gemeinsamen Erlebnisse nie in Vergessenheit geraten. Die Berührung der Vergangenheit und der Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen – das sind die Dinge, die dieses Treffen so besonders gemacht haben.