Am Sonntag, dem 10. Mai 2026, erstrahlte die Stadt Lindenberg im Allgäu in voller Pracht – der 25. Lindenberger Huttag wurde gefeiert! Hunderte von Besuchern strömten in die Straßen, während die Geschäfte geöffnet waren und Bands für die musikalische Untermalung sorgten. Bei diesem farbenfrohen Fest, das eine jahrhundertealte Tradition in der Stadt repräsentiert, wurde nicht nur die Freude am Hut gefeiert, sondern auch die Wahl der neuen Hutkönigin stand auf dem Programm.
Nicole Schmitz-Bernt gab nach zwei Jahren als Hutkönigin ihren Abschied bekannt. Die Krone ging nun an Maria Angela Schipani-Kirchmann, die zur neuen Hutkönigin gewählt wurde. Um 17.45 Uhr war es dann endlich so weit – die Spannung war greifbar, als die Jury, bestehend aus Bürgermeister Peter Stahl, dem Autor Volker Klüpfel, Jakob Orlowski von Mayser, der Illustratorin Rotraut Susanne Berner und der Hutmuseumsleiterin Angelika Schreiber, ihre Entscheidung bekanntgab. Neben Maria Angela Schipani-Kirchmann traten auch Jenny Schuhmacher aus Lindenberg, Regina Adelmut aus Bregenz und Eva-Caroline Dornach aus Kempten als Kandidatinnen an.
Ein Fest der Tradition
Der Huttag ist mehr als nur eine Wahl – er ist ein Fest der Tradition und des Handwerks. Alle zwei Jahre wird eine Hutkönigin gewählt, die die Lindenberger Hutgeschichte repräsentiert. Bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts gibt es in Lindenberg die Tradition des Huts Verkaufs. Die erste Hutfabrik wurde 1830 gegründet und schon Anfang des 20. Jahrhunderts war Lindenberg ein Zentrum der deutschen Herrenstrohhut-Industrie. Das Hutmuseum in der Stadt zeigt originale Arbeitsgeräte, Maschinen und Hutmodelle aus verschiedenen Epochen. Es gibt sogar eine Mitmachstation, an der Besucher Hüte ausprobieren können!
Das Programm des Huttags umfasste auch einen Hutmarkt, Jonglage und Artistik mit Hüten. Die Atmosphäre war lebhaft und einladend, und die Menschen genossen die Vielfalt des Angebots. Die Wahl selbst war der Höhepunkt des Tages, und die Freude über die neue Hutkönigin war spürbar. Die Hutkönigin hat nicht nur repräsentative Pflichten, sondern wird auch bei städtischen Veranstaltungen und Messen aktiv sein. Bisher gab es in Lindenberg elf Hutköniginnen, und Maria Angela Schipani-Kirchmann ist nun die zwölfte.
Ein Blick in die Vergangenheit
Besonders spannend ist die Geschichte der Hutindustrie in Lindenberg. Um 1900 wurden über vier Millionen Strohhüte produziert, und die Stadt war bekannt als das „Klein-Paris“ der Hutmode. Das Deutsche Hutmuseum, das sich in der ehemaligen Hutfabrik Ottmar Reich befindet, bietet auf fast 1000 Quadratmetern eine einzigartige Ausstellung über 300 Jahre Hutmode. Die Themen reichen von der Herstellung über die Mode bis hin zu den Menschen, die in dieser Branche tätig waren. Besucher können sogar das Handwerk der Hutmacher im „Fabrik-Kino“ erleben.
Die Bedeutung der Hutindustrie für die Identität der Stadt ist unbestreitbar, und der Huttag wird jährlich gefeiert, um diese Tradition lebendig zu halten. Die Mischung aus Geschichte, Handwerk und Feststimmung macht Lindenberg zu einem besonderen Ort, der weit über die Grenzen des Allgäus hinaus bekannt ist. Wer einmal dabei war, versteht sofort, warum dieser Tag so viele Menschen anzieht.