In der Iglaseegasse 37, im charmanten 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling, wird ein ehrgeiziges Projekt Realität. Ein Gründerzeithaus, das 1908 erbaut wurde, erfährt seit Mai eine umfassende Sanierung. Die große Herausforderung? Historische Bausubstanz und Jugendstilelemente zu bewahren, während gleichzeitig der Energieverbrauch reduziert und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen angestrebt wird. Das klingt fast nach einem Balanceakt, oder? Doch genau das ist das Ziel dieser Initiative.

Das Herzstück des Projekts ist ein innovatives Geothermie-System, das sich durch vier Tiefenbohrungen auf öffentlichem Grund auszeichnet. Zudem wird ein Anergienetz installiert, das auch das angrenzende Nachbarhaus mit einbezieht. So wird nicht nur der Energieverbrauch gesenkt, sondern auch die Effizienz gesteigert. Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: 13 Wohnungen erhalten eigene Wärmepumpen, die die alten Gasthermen ersetzen. Und das ist erst der Anfang!

Moderne Technologien und historische Werte

Die neuen Heiz- und Kühlsysteme bestehen aus Deckenkühlpaneelen und Fußbodenheizungen. Diese Kombination sorgt für ein angenehmes Raumklima, egal ob im heißen Sommer oder kalten Winter. Aber das ist noch nicht alles: Eine Photovoltaikanlage wird auf dem Flachdach des Hoftrakts installiert. So kann die Immobilie künftig ihren eigenen Strom produzieren. Diese Maßnahmen sind Teil der Sanierungsoffensive „Wir SAN Wien“, die nicht nur in diesem Fall, sondern auch bei insgesamt 267 weiteren geförderten Wohnhaussanierungsprojekten in Wien angewendet wird.

Die Sanierung umfasst auch wichtige Dämmmaßnahmen. Die hofseitigen Fassaden, Innenhöfe, Feuermauer und das Flachdach werden sorgfältig isoliert. Neueste Wärmeschutzfenster und ein außenliegender Sonnenschutz an der südseitigen Fassade sorgen dafür, dass die Wohnungen auch im Sommer kühl bleiben. Und als krönenden Abschluss wird das Flachdach begrünt – mehr Grün in der Stadt, das ist doch ein schöner Gedanke!

Förderungen und Erfolge

Die Gesamtbaukosten für die Sanierungsprojekte belaufen sich auf etwa 85 Millionen Euro. Davon fließen 44 Millionen Euro als Förderungen – 33 Millionen Euro stammen aus Landeszuschüssen und 11 Millionen Euro aus Landesdarlehen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits über 2.600 geförderte Wohnungen fertig saniert. Das zeigt, wie ernst es der Stadt Wien mit der Wohnbausanierung ist.

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Besonders erfreulich: Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch besuchte die Baustelle und bezeichnete das Projekt als Musterbeispiel für gelungene thermische und energetische Sanierungen. Laut Hanel-Torsch ist die Kombination aus historischer Bausubstanz und modernen Umwelttechnologien genau der Weg, den Wien einschlagen sollte. Die Sanierungsberatung „Hauskunft“ hat in den ersten sechs Monaten mehr als 2.710 Beratungen durchgeführt und 76 Veranstaltungen mit über 1.380 Teilnehmer*innen organisiert. Hier wird ganz klar in die Zukunft investiert!

Das Projekt in der Iglaseegasse 37 zeigt, wie man alt und neu miteinander verbinden kann – und das nicht nur im architektonischen, sondern auch im umwelttechnischen Sinn. Wien zeigt, dass es möglich ist, historische Werte zu bewahren, während gleichzeitig neue, nachhaltige Lösungen implementiert werden. Ein Schritt in die richtige Richtung, der sicher viele Nachahmer finden wird.