Felix Dvorak wird 90: Ein Bühnenleben zwischen Zuckerbäckerhandwerk und Wiener Humor
Felix Dvorak feierte am 4. November 2026 seinen 90. Geburtstag bei einem festlichen Abend im Wiener Traditionsheurigen Schreiberhaus in Döbling. Gastgeber Leopold „Poldi“ Huber, seit vielen Jahren mit Dvorak befreundet, begrüßte zahlreiche Gäste aus der österreichischen Kultur- und Medienszene.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hielt die Laudatio und erinnerte an wichtige Stationen in Dvoraks Karriere. Unter den Ehrengästen waren der ehemalige niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll, Bestsellerautor und Dvoraks Schwiegersohn Georg Markus, die Schauspieler Erwin Steinhauer und Heinz Marecek sowie Marianne Mendt und Chris Lohner. Auch Dvoraks Töchter Daniela Markus und Katja Löwy sowie die Enkel Mathias Hadwiger und Simon Löwy feierten mit.
Vom Zuckerbäcker zum Bühnenliebling
Felix Dvorak, geboren am 4. November 1936 in Wien, erlernte zunächst auf Wunsch seines Vaters das Zuckerbäckerhandwerk. Von 1942 bis 1950 besuchte er die Pflichtschule in Wien, 1954 wurde er mit Auszeichnung zum Konditorgesellen ernannt. Danach nahm er Schauspielunterricht und begann 1956 seine Schauspielkarriere.
1961 ersetzte Dvorak Helmut Qualtinger in Gerhard Bronners Kabarettensemble, ein Jahr später übernahm er im „Wiener Werkel“ die Position von Fritz Riha. Er trat an fast allen Wiener Bühnen auf und wurde zum Publikumsliebling. Sein Repertoire reichte von Franz Molnár, Johann Nestroy, Ferdinand Raimund und Molière bis zu Musicals wie „My Fair Lady“ und Operetten wie „Die Fledermaus“.
Seinen Durchbruch am Wiener Theater hatte er als k.u.k. Scharfrichter Josef Lang am Theater in der Josefstadt. Später spielte er unter anderem am Volkstheater und am Theater an der Wien. Bekannt wurde Dvorak durch Sprachparodien, Wiener Humor und komödiantische Auftritte. Seine Bühnenkarriere führte ihn auch nach Paris und Las Vegas, etwa in den Crazy Horse Saloon und ins MGM Grand Hotel.
Für das Fernsehen arbeitete Dvorak als Schauspieler, Autor, Moderator, Conferencier und Gestalter kulturgeschichtlicher sowie unterhaltender Sendungen. Zu seinen Formaten gehörten „Cabaret-Cabaret“, „Österreich hat immer Saison“, „Tritsch-Tratsch“ und „Wer A sagt“. Dvorak gilt als Erfinder der Unterhaltungsserie „Wer A sagt …“ und verfasste rund 150 Drehbücher für ORF, ZDF, ARD und SRG.
Erfolge, Intendanzen und viele Seiten Papier
Die gemeinsam mit Peter Lodynski verfasste und von Lodynski inszenierte Fernsehproduktion „Flohmarkt Company“ erhielt beim TV-Festival in Montreux die Goldene Rose, den Chaplin-Preis und den Prix de la Presse. Die von Dvorak allein geschriebene und von Herbert Grunsky inszenierte satirische TV-Show „Mad in Austria“, in der er auch die Hauptrolle spielte, wurde mit der Bronzenen Rose von Montreux und dem Chaplin-Preis ausgezeichnet und für einen Auslands-Emmy nominiert. Dem deutschen Fernsehpublikum wurde er vor allem als Partner von Eddi Arent in der ARD-Sketchserie „Es ist angerichtet“ bekannt, die 1983 erstmals ausgestrahlt wurde.
Als Intendant leitete Dvorak von 1989 bis 2010 das Stadttheater Berndorf, zwölf Jahre lang die Komödienspiele Mödling und von 2006 bis 2011 das Schloss-Weitra-Festival. Dort trat er zuletzt als „Charleys Tante“ auf und führte selbst Regie. Publikumserfolge erzielte er auch als Intendant der Berndorfer und Mödlinger Sommerspiele.
Seit 1968 arbeitete Dvorak zusätzlich als Regisseur und Schriftsteller. Zu seinen Büchern zählen „Humor kennt keine Grenzen“, „Küss die Hand, Herr Hofrat“, „Küß’ die Hand, Herr Hofrat“ aus 1990, „Felix Dvoraks Witzekiste“ aus 1992, „Dvorschak heißt man nicht. Eine österreichische Familienchronik“ aus 1994 sowie „Sternstunden des Humors“ aus 2010, „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“ aus 2013, „A Hetz und a Gaudi“ aus 2015, „Himmelhoch jauchzend und niemals betrübt“ aus 2019 und „So lacht die Welt“ aus 2020.
„Überlebenslauf“ erschien als Autobiografie anlässlich seines 75. Geburtstags. 2006 kam eine dreibändige Ausgabe mit zwölf seiner Komödien heraus, 2009 wurde sie um einen vierten Band erweitert. Von und mit Dvorak existieren außerdem Plattenaufnahmen und Videos.
Familie, Freundschaft und ein Stüberl im Heurigen
Im Schreiberhaus gibt es seit vier Jahren ein nach ihm benanntes „Felix-Dvorak-Stüberl“. Die Feier an diesem Ort mit seinen Freunden bedeute ihm besonders viel, sagte Dvorak. Leopold Huber bezeichnete ihn als herausragenden Künstler, wunderbaren Menschen und engen Freund. Dabei hob Huber Dvoraks Bodenständigkeit sowie die Bedeutung von Familie, Freundschaft und persönlichen Beziehungen für ihn hervor.
Dvorak erinnerte bei der Feier auch an seine verstorbene Ehefrau Elisabeth, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet war. Das Paar war ab 1961 verheiratet und hatte zwei Töchter: Daniela Karmela, verheiratet mit dem Journalisten und Autor Georg Markus, sowie Katja Tatjana Löwy, verheiratet mit dem Landschaftsarchitekten Thomas Löwy. Elisabeth Dvorak starb im Sommer 2021, kurz vor dem 60. Hochzeitstag.
Das Schreiberhaus wird seit 1989 von Leopold A. Huber geführt und blickt auf eine Weinbautradition seit 1720 zurück. Zu den früheren Gästen des Hauses gehörten unter anderem Frank Sinatra, Elizabeth Taylor, Bud Spencer und Falco. Ein Abend mit vielen Namen also – und mittendrin der Jubilar, der dort offenbar lieber unter Freunden sitzt als auf einem Podest.
Auszeichnungen und Wiener Spuren
2013 wurde Dvoraks 60-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert; Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte ihm persönlich. Dvorak gewann zweimal die „Goldene Rose von Montreux“. Zu seinen Auszeichnungen zählen die Goldene Rose von Montreux (1971), das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (1987), das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (1992), der Berufstitel Professor (1996), das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2002), die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold (verliehen 2006, übernommen 2007), die Ehrenplakette des Landes Niederösterreich in Gold (2011) und der Goldene Rathausmann der Stadt Wien (2013).
Dvorak ist der Urgroßneffe des Komponisten Antonín Dvořák. Er lebt in Neustift am Walde in Wien sowie auf der Isola di Albarella im Podelta in Venetien, Italien. In den biografischen Datensätzen wird er als Schauspieler, Autor, Kabarettist und Regisseur geführt, außerdem als Professor. Als verbundene Institutionen und Themen werden unter anderem Theater, Kabarett, ORF, das Theater in der Josefstadt, das Volkstheater, das Theater an der Wien, das Theater der Jugend und die Wiener Festwochen genannt.
Der Eintrag im Wien Geschichte Wiki trägt die ID 37649, die GND-ID lautet 119182254, die Wikidata-ID Q1403431. Adressen zu Felix Dvorak sind im Datensatz nicht erfasst. Die letzte Änderung des Wiki-Eintrags erfolgte am 21. August 2026.
