Am Dienstag, 27. Oktober 2026, wird es in Wien-Döbling laut: SK Rapid gastiert um 18 Uhr im Achtelfinale des UNIQA ÖFB Cups beim First Vienna FC 1894. Gespielt wird in der Naturarena Hohe Warte – und die Partie ist ausverkauft. Für Rapid ist es der dritte Auftritt in diesem Jahrzehnt an diesem Ort.

In der Saison 2024/25 gewann Rapid dort in der zweiten Runde mit 3:1 gegen SR Donaufeld. Im anschließenden Achtelfinale folgte allerdings eine 1:2-Niederlage gegen den SV Stripfing. Nun wartet mit der Vienna ein Gegner, mit dem noch eine alte Rechnung offen ist. Erstmals seit etwas mehr als 20 Jahren treffen die beiden Vereine wieder in einem Pflichtspiel in Döbling aufeinander.

Rapid will die offene Rechnung begleichen

Das bislang letzte Duell entschied die Vienna wenige Tage nach dem Amtsantritt von Peter Pacult für sich – im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Auch die drei davorliegenden Cupbegegnungen mussten jeweils in die Verlängerung: Die Vienna gewann 1988 und 2006, Rapid setzte sich am 1. Mai 1993 mit 4:2 durch.

Die historische Cupbilanz spricht dennoch für Hütteldorf. Von 16 Begegnungen gewann Rapid elf. Der Rekordcupsieger holte den ÖFB-Cup bisher 14-mal, zuletzt allerdings 1995. Der letzte Meistertitel liegt ebenfalls schon länger zurück: 2008.

Auf dem Weg ins Achtelfinale gewann Rapid gegen die Regionalligisten SV Wienerberg mit 3:0 und Austria Klagenfurt mit 5:2. Beim zweiten Erfolg steuerte Nikolaus Wurmbrand unter anderem einen Dreierpack bei. Die Vienna bezwang Mattersburg mit 2:1 und Austria Salzburg mit 4:0. Im September gelang außerdem ein 2:0 gegen Rapids zweite Mannschaft im Allianz Stadion.

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Zwei Tabellen, zwei Rollen

In der 2. Liga liegt die Vienna derzeit punktgleich mit Tabellenführer FC Blau-Weiß Linz auf Platz zwei. Sechs der ersten zehn Meisterschaftsspiele gewann das Team, einmal spielte es unentschieden und einmal verlor es. Diese einzige Niederlage kassierte die Vienna – wie Rapid – in Salzburg.

Rapid führt die Bundesliga an und gewann neun der ersten zehn Meisterschaftsspiele. Trainer Johannes Hoff Thorup kündigte trotzdem Änderungen an der zuletzt mehrfach unveränderten Startelf an. Frische Spieler sollen am Dienstag länger zum Einsatz kommen. Rapid habe die Vienna mehrfach beobachtet, sagte Thorup, der die Partie als anders als die bisherigen Bundesliga-Spiele bezeichnete. Gefordert seien aber dieselbe Ernsthaftigkeit und dasselbe Vertrauen in die eigenen Stärken.

Bei der Vienna steht Patrick Enengl an der Seitenlinie. Er wechselte im Sommer vom Ligakonkurrenten SKU Amstetten nach Döbling. Die Gastgeber laufen in Blau-Gelb auf, Rapid spielt im dritten Trikot mit weißen Hosen und weißen Stutzen.

Schiedsrichter ist Christian-Petru Ciochirca. Im Achtelfinale kommt noch kein VAR zum Einsatz. Übertragen wird das Spiel in ORF 1 in Konferenzschaltung sowie als Einzelspiel im Stream über ORF ON. Informationen zum Vorverkauf sollten auf skrapid.at veröffentlicht werden – Karten gibt es für diese Partie allerdings keine mehr.

Das weitere Cupprogramm

Das Achtelfinale der Saison 2026/27 wurde nach Abschluss aller 16 Spiele der zweiten Runde live in ORF 1 ausgelost. Neben Vienna gegen Rapid stehen folgende Paarungen auf dem Programm:

  • FC Wacker Innsbruck gegen WSG Tirol
  • LASK gegen SV Ried
  • Hertha Wels gegen WAC
  • Schwarz-Weiß Bregenz gegen Red Bull Salzburg
  • Austria Lustenau gegen Sturm Graz
  • GAK gegen SCR Altach
  • FK Austria Wien gegen TSV Hartberg

Damit gibt es Duelle innerhalb der Bundesländer in Tirol und Oberösterreich sowie zwei Spiele in Wien. Der WAC hatte sich in der zweiten Runde auswärts bei Parndorf erst im Elfmeterschießen durchgesetzt.

Das Achtelfinale wird vom 27. bis 29. Oktober 2026 ausgetragen. Das Viertelfinale folgt vom 9. bis 11. Februar 2027, das Halbfinale vom 2. bis 4. März 2027. Das Finale steigt am 1. Mai 2027.

Ein Verein mit tiefen Wurzeln

Der First Vienna Football-Club 1894 gilt als ältester Fußballverein Österreichs. Die vereinsrechtliche Gründung und Gründungsversammlung fanden am 22. August 1894 statt. Geo Fuchs wurde erster Obmann, zu den ersten eingetragenen Mitgliedern zählten Franz Joli, Max Hans Joli, William Beale, Major, Anlauf, James Black, Brabenetz, Kent, Roberts und Geo Fuchs. Baron Nathaniel Rothschild und Generaldirektor Schuster vom Bankhaus Rothschild fungierten als Paten.

Die Vereinsfarben Blau und Gelb gehen auf die Wappenfarben des Hauses Rothschild zurück. Das bis heute gültige Logo entwarf William Beale: ein Fußball in einer leicht veränderten Triskele mit drei Beinen, angelehnt an das Wappen der Isle of Man.

Der Fußball war in Österreich-Ungarn in den frühen 1890er-Jahren zunächst unter anderem in Prag, Graz und Baden aufgetaucht, 1894 erreichte er Wien. Bereits 1892 hatten in Wien lebende Engländer den Vienna Cricket Club gegründet. Zwei Jahre später entstand daraus eine Fußballabteilung, zunächst unter dem Namen First Vienna Cricket and Football-Club.

Parallel kickten Männer auf den Gartenanlagen der Rothschilds. Der englische Gärtner James Black erklärte seinen Kollegen die Regeln, Franz Joli – Sohn des österreichischen Chefgärtners und England-Rückkehrer – wurde sein Mitstreiter. Das erste interne Spiel bestritten vier Engländer gegen vier Österreicher auf einer Rothschild-Wiese.

Nathaniel Mayer von Rothschild untersagte danach zwar das Fußballspielen in seinen Anlagen, finanzierte aber die Anmietung der Kuglerwiese sowie Trainings- und Spielbetrieb. Aus Dankbarkeit gründeten die Spieler den Verein und übernahmen die Rothschildschen Wappenfarben. Die ersten Mannschaften traten mit Jockeymützen und vertikal blau-gelb geteilten Hemden auf – ähnlich den Jockeys von Rothschilds Rennstall.

Beide Vereine reichten ihre Statuten 1894 fast gleichzeitig bei der Statthalterei ein. Die Unterlagen der Vienna wurden früher bearbeitet, ihre Gründung am 22. August 1894 amtlich bestätigt. Die Cricketer erhielten ihre Bestätigung am 23. August 1894 und mussten auf Antrag der Vienna „First“ aus ihrem Namen streichen. Aus dem Namensstreit wuchs eine Rivalität, die bald weit über den Sport hinausreichte.

Das erste offizielle Fußballspiel auf Wiener Boden fand am 15. November 1894 statt: Vienna gegen Vienna Cricket and Football-Club. Vor rund 300 Zuschauern gewann der Cricket-Club auf der Kuglerwiese mit 4:0. Heute gilt diese Begegnung vielfach als Geburtsstunde des österreichischen Fußballs, obwohl am 18. März 1894 bereits zwei Mannschaften des ATRV Graz gegeneinander gespielt hatten. Das Rückspiel am 29. November 1894 auf der Jesuitenwiese endete erneut 4:0 für die Cricketer, ehe die Vienna im dritten Derby am 14. April 1895 mit 4:0 gewann.

Von Challenge-Cup bis Hohe Warte

Im Challenge-Cup, der 1897 erstmals ausgetragen wurde und grundsätzlich Vereinen aus der gesamten Monarchie offenstand, verlor die Vienna im Halbfinale am 15. November 1897 gegen die Cricketer mit 2:3. Ein nicht anerkanntes Tor von M. D. Nicholson führte dazu, dass Tore künftig mit Netzen ausgestattet wurden.

Am 27. November 1898 besiegte die Vienna die Cricketer im Halbfinale mit 1:0 und erreichte erstmals das Finale. Dort gewann sie am 5. März 1899 gegen AC Victoria Wien mit 4:1 und holte den ersten Challenge-Cup. 1899/1900 folgte im Halbfinale ein 3:1 gegen den Wiener FC 1898, im Endspiel am 11. März 1900 ein 2:0 gegen die Cricketer – der zweite Challenge-Cup. Danach schied die Vienna in diesem Bewerb meist früh aus.

Der Wiener Tagblatt-Pokal wurde von 1900 bis 1903 im Meisterschaftssystem ausgetragen und stets vom Wiener AC gewonnen. Die Vienna wurde 1902 und 1903 jeweils Zweiter. Um die Jahrhundertwende sorgte sie dennoch für Schlagzeilen: Am 1. November 1899 besiegte sie den seit zwei Jahren ungeschlagenen DFC Prag mit 2:0, im Dezember gewann sie auch gegen die Cricketer. Erstmals stand dabei eine reine Wiener Mannschaft einer überwiegend britischen Cricket-Mannschaft gegenüber.

1901 siegte die Vienna unter anderem gegen Slavia Prag mit 5:3, Graz mit 7:1, den Wiener FC 1898 mit 8:0 und den Wiener AC mit 4:2. 1901/02 gewann sie ein Turnier in Margarethen und das Pfingstturnier der Cricketer. 1904 übernahm Gründungsmitglied Franz Joli die Vereinsleitung. Im Jubiläumsjahr gelangen Auswärtssiege gegen den DFC Prag mit 5:3, gegen Slavia Prag ebenfalls mit 5:3 und gegen Sparta Prag mit 6:0. Höhepunkt war ein 4:3-Heimsieg gegen den deutschen Meister T.u.FC Union 92 Berlin nach einem 0:3-Pausenstand.

1911/12 war die Vienna Gründungsmitglied der ersten offiziellen österreichischen Meisterschaft und wurde Sechster; Johann Schwarz wurde mit 22 Toren Torschützenkönig. Nach der Saison 1913/14 stieg der Verein aus der Ersten Klasse ab. Zuvor hatten Vienna-Funktionäre die Abschaffung der Relegation und einen automatischen Auf- und Abstieg beantragt. Als die Vienna selbst auf einem Abstiegsplatz landete, protestierte sie gegen die von ihr beantragte Regelung. Der Verband bestätigte den Abstieg, worauf sich die Vienna aus dem Verband zurückzog.

Sie gründete den Fußballbund in Niederösterreich sowie gemeinsam mit Vereinen aus Böhmen und Prag die Football-Union-of-Austrian Nations. Beide Gegenverbände lösten sich nach zwei Jahren auf. 1916 kehrte die Vienna in den ÖFV zurück und spielte zunächst in der 2. Klasse. 1918/19 gewann sie dort die Meisterschaft und stieg wieder in die höchste Liga auf.

1924 wurde die Vienna Vizemeister hinter dem Wiener Amateur-SV und gewann erstmals den österreichischen Pokal. Nach Einführung der Profi-Meisterschaft 1925 belegte sie den dritten Rang. Die ÖFB-Cupfinali 1925 und 1926 gegen den Wiener Amateur-SV gingen mit 1:3 beziehungsweise 3:4 verloren.

Am 30. Mai 1929 gewann die Vienna vor 35.000 Zuschauern auf der Hohen Warte gegen Rapid mit 3:2 den ÖFB-Cup. 1930 wurde sie Dritter der Meisterschaft und gewann nach einem 4:0-Halbfinalsieg gegen Rapid das Cupfinale gegen Austria Wien mit 1:0.

Am 7. Juni 1931 besiegte die Vienna Austria Wien mit 4:1 und wurde erstmals österreichischer Meister. Im Mitropacup setzte sie sich gegen Bocskai FC Debrecen und AS Rom durch. Das Finale gegen den Wiener AC gewann die Vienna in Zürich mit 3:2 und auf der Hohen Warte mit 3:1 – der erste und bis heute einmalige Mitropacup-Sieg des Vereins.

Nach dem Vizemeistertitel 1932 holte die Vienna 1933 ihren zweiten Meistertitel, mit drei Punkten Vorsprung auf Rapid. 1936 wurde sie zum vierten Mal Vizemeister und verlor das Cupfinale gegen Austria Wien mit 0:3. 1937 gewann sie den ÖFB-Cup gegen den Wiener Sport-Club mit 2:0; in der Meisterschaft wurde sie Dritter.

Von 1942 bis 1944 gewann die Vienna dreimal in Folge die Meisterschaft der Ostmark. 1942 erreichte sie das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, verlor aber gegen Schalke 04 mit 0:2. Auf dem Weg dorthin bezwang sie LSV Olmütz mit 1:0, Germania Königshütte mit 1:0, den Planitzer SC mit 3:2 und Blau-Weiß 90 Berlin mit 3:2. 1943 erreichte sie das Halbfinale, 1944 das Viertelfinale.

Den deutschen Pokal gewann die Vienna 1943 gegen den LSV Hamburg mit 3:2 nach Verlängerung. Das Siegestor erzielte der in Wien stationierte Hamburger Gastspieler Rudolf Noack. In der deutschen Meisterschaft 1943 gewann die Vienna unter anderem gegen MSV Brünn, LSV Reinecke Brieg und TSV 1860 München, verlor aber das Halbfinale gegen FV Saarbrücken mit 1:2 und das Spiel um Platz drei gegen Holstein Kiel mit 1:4. 1944 schied sie nach Siegen gegen MSV Brünn und STC Hirschberg im Viertelfinale gegen den Dresdner SC aus.

Nach dem Krieg gewann die Vienna den Befreiungspokal durch ein 3:1 gegen SC Helfort. In der Meisterschaft spielte sie zunächst keine führende Rolle, ehe sie 1954/55 dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem Wiener Sport-Club den sechsten österreichischen Meistertitel holte. Fast die gesamte Mannschaft gehörte dem A- oder B-Nationalkader an.

1956 fand das erste Flutlichtspiel in Wien zwischen Vienna und SC Wacker statt. Zehn Tage später wurde die Flutlichtanlage im Praterstadion beim Europacupspiel Rapid gegen Real Madrid eingeweiht.

1968 stieg die Vienna erstmals seit 1919 aus der höchsten Spielklasse ab, schaffte aber in der folgenden Saison den sofortigen Wiederaufstieg. 1970/71 erreichte sie den vierten Meisterschaftsplatz. Mit Einführung der Zehnerliga stieg sie als Drittletzter beziehungsweise Tabellenelfter erneut ab und wechselte bis 1986 nahezu jährlich zwischen erster und zweiter Liga. Auch mit August Starek und Hans Krankl gelang 1979/80 der Klassenerhalt in der 1. Division nicht; Krankl erzielte 13 Tore.

Von 1986 bis 1990 war Foto Nettig Hauptsponsor, Walter Nettig wurde Präsident. 1986 verpflichtete die Vienna den argentinischen Weltmeister Mario Kempes. Mit Kempes und Gerhard Steinkogler hielt sich die Mannschaft in der 1. Bundesliga. 1987 kamen Kurt Russ und leihweise Andreas Herzog, der sich zum Nationalspieler entwickelte und nach einer Saison von Rapid zurückgeholt wurde. Auch Peter Stöger gelangte über die Vienna ins österreichische Nationalteam. Weitere Spieler dieser Zeit waren Peter Webora, Andreas Heraf, Hannes Reinmayr, Ivica Vastić und Gerald Glatzmayer.

Zweimal qualifizierte sich die Vienna für den UEFA-Cup und erreichte jeweils die zweite Runde. 1988/89 schaltete sie Ikast FS aus Dänemark aus, scheiterte aber knapp an Turku aus Finnland. 1989/90 folgte ein Sieg gegen den FC Valletta aus Malta, ehe gegen Olympiakos Piräus aufgrund der Auswärtstorregel Endstation war.

1993/94 spielte die Vienna wieder in der 2. Division und wurde Sechster. In den folgenden Jahren verpasste sie mehrfach den Wiederaufstieg. 1997 stand sie erstmals seit 36 Jahren wieder im ÖFB-Cupfinale. Auf dem Weg dorthin besiegte sie unter anderem Austria Wien, DSV Leoben und den Grazer AK. Im Halbfinale gegen Austria Salzburg endete die Partie nach Verlängerung 2:2, die Vienna gewann das Elfmeterschießen mit 8:7.

Das Finale gegen Titelverteidiger Sturm Graz verlor die Vienna vor 14.000 Zuschauern mit 1:2. Ivica Vastić traf früh per Elfmeter, Jens Dowe erhöhte auf 2:0, ehe ein Eigentor von Mario Posch in der 88. Minute den Anschlusstreffer brachte.

2000/01 stieg die Vienna erstmals in die Regionalliga Ost, die dritthöchste Spielklasse, ab und blieb dort bis 2008/09. Anfang 2009 gewann sie unter Peter Stöger erstmals das Wiener Stadthallenturnier. 2008/09 wurde sie Meister der Regionalliga Ost und kehrte nach acht Jahren in die zweithöchste Spielklasse zurück.

2009/10 wurde die Vienna Elfter und Vorletzter; Relegationsspiele entfielen wegen des Lizenzentzugs für Austria Kärnten. 2010/11 wurde sie erneut Vorletzter, gewann aber die Relegation gegen SC-ESV Parndorf mit 3:0 und 2:1. 2011/12 sicherte sie sich erst in der letzten Runde den Klassenerhalt.

2012/13 wurde die Vienna Siebter, erhielt wegen Lizenzverstößen aber einen Abzug von drei Punkten für die Folgesaison. Nach der Saison trennten sich Verein und Trainer Alfred Tatar beziehungsweise Erfolgstrainer Tatar einvernehmlich. 2013/14 wurde die Vienna abgeschlagen Letzter. Wegen weiterer Lizenzverstöße wurden ihr 13 Punkte abgezogen, außerdem wurde die Profifußball-Lizenz für 2014/15 verweigert.

Ab 2014/15 spielte die Vienna wieder in der Regionalliga Ost. 2017 meldete der Verein Insolvenz an. Die Gläubiger stimmten im Mai 2017 einem Ausgleich mit einer Quote von 30 Prozent zu: zehn Prozent sofort, 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Bei anerkannten Forderungen von 1,4 Millionen Euro entsprach das 420.000 Euro. Uniqa wurde als neuer Hauptsponsor vorgestellt.

Nach rechtlichen Auseinandersetzungen verlor die Vienna zunächst ihre Regionalliga-Spielberechtigung, später wurde sie wieder zuerkannt. Der Oberste Gerichtshof entschied am 28. November 2017 den Abstieg in die 2. Landesliga, die fünfte Leistungsstufe. 2017/18 verpasste die Vienna als Dritter den Aufstieg in die Wiener Stadtliga, 2018/19 gewann sie die 2. Landesliga und stieg auf. 2021/22 holte sie den Titel in der Regionalliga Ost und kehrte in die 2. Liga zurück.

Die Geschichte der Heimstätte ist fast ein eigener Roman. Bis 31. Mai 1896 spielte die Vienna auf der Kuglerwiese nahe der Heiligenstädter Straße. Im September 1896 wechselte sie auf die Kreindlwiese bei der Hohen Warte, wo das unebene Gelände ein ständiges bergauf und bergab laufendes Spiel erforderte.

1899 pachtete der Verein das Gelände des heutigen Hohe-Warte-Bades und errichtete dort den damals größten Fußballplatz Wiens. Die „alte Hohe Warte“ wurde am 1. November 1899 mit einem 2:0 gegen den DFC Prag eröffnet. 1910 wurde der Wiener AF Untermieter, 1919 kündigte die Gemeinde Wien den Pachtvertrag und überließ das Gelände einer Filmgesellschaft; die Anlage wurde abgetragen.

Die Vienna erwarb daraufhin das Gelände des früheren FC Ostmark, das dem heutigen Standort der Hohen Warte entspricht. Bauingenieur Eduard Schönecker plante ein Stadion für 90.000 Zuschauer und Kosten von mehr als fünf Millionen Kronen. Die neue Naturarena wurde am 19. Juni 1921 mit dem Meisterschaftsspiel Vienna gegen Hakoah eröffnet, das die Vienna mit 2:1 gewann.

Damals war die Hohe Warte eines der größten Stadien Europas und Austragungsort von Spielen der österreichischen Nationalmannschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die amerikanische Besatzungsarmee das Stadion mit; bis 1952 wurde das Hauptfeld ausschließlich für Baseball verwendet. Im Frühjahr 1953 wurde die Anlage wieder für Fußball freigegeben.

Wegen Verfalls war die Kapazität zunächst auf 4.500 Plätze begrenzt und wurde später durch Stahlrohrtribünen auf 7.200 erhöht. Heute werden dort neben Fußball auch Rugby und American Football ausgetragen. Die Naturtribüne besuchen im Sommer besonders viele Familien, laut Magistratsbeschluss darf sie aber nicht mehr als Zuschauerraum genutzt werden. Am Dienstag bleiben die Plätze trotzdem knapp – denn Rapid und die Vienna sind längst ausverkauft.