Lugner-Park oder politischer Fehltritt? Die hitzige Debatte um eine umstrittene Ehrung in Wien-Döbling
Heute ist der 25.09.2026 und in Wien-Döbling brodelt es ordentlich in der politischen Landschaft. Der Bezirk plant, einen Teil des Angers in Grinzing nach Richard „Mörtel“ Lugner zu benennen. Ein Vorschlag, der nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch die politischen Fronten klar aufzeigt. Während die Mehrheit der Politiker – mit Ausnahme der Grünen – hinter der Idee steht, lehnt die Stadt Wien eine Ehrung für Lugner ab. Der Grund? Sein Verhalten gegenüber Frauen wird als „sexistisch“ wahrgenommen. Eine spannende und vielschichtige Diskussion, die hier aufblüht.
Die Bezirksvertretung in Döbling hatte zuvor mehrheitlich für einen „Richard-Lugner-Park“ gestimmt. Doch dieser Beschluss fand im Wiener Gemeinderat kein Gehör. Hier wurde das Vorhaben kurzerhand abgelehnt. Der zuständige Unterausschuss im Rathaus kam zu dem Schluss, dass die negativen Aspekte von Lugners öffentlicher Person überwiegen würden. Homophobe Äußerungen, sexistisches Verhalten gegenüber Partnerinnen und umstrittene Aussagen über FPÖ-Chef Herbert Kickl stehen auf der Liste der kritischen Punkte.
Unterschiedliche Meinungen in der Bevölkerung
Die Meinungen über Lugners potenzielle Ehrung sind gespalten. Eine Pensionistin, Helga Watzak, sieht in der Benennung eine Würdigung seiner Verdienste für die Stadt. Sie spricht voller Überzeugung über Lugners Engagement. Auch Heinz-Georg Wagner-Wagenried, ein regelmäßiger Café-Besucher, befürwortet die Idee und bezeichnet ihn als „anerkannten Geschäftsmann“. Das klingt alles ganz nach einer positiven Stimmung!
Doch nicht jeder ist begeistert. Ein Mitarbeiter eines Feinkostladens findet, dass Lugner mit „Clowns“ zu vergleichen sei, die keinen Platz verdienen. Auch eine junge Geschäftsmitarbeiterin hat ihre Bedenken, sieht die Benennung zwar als mögliche „Attraktion“, ist sich aber über Lugners umstrittene Aussagen im Klaren. Ein Straßenarbeiter erkennt zwar Lugners Leistungen an, hält eine Namensbenennung jedoch für nicht notwendig. Hier wird deutlich: Es gibt viele Facetten und jede Menge unterschiedliche Sichtweisen!
Politische Reaktionen und Kontroversen
Der Bezirkschef Daniel Resch von der ÖVP bezeichnete die Absage der Ehrung als „politischen Fehler“. Er hebt hervor, dass Lugner in Wien Tausende Arbeitsplätze geschaffen hat und sogar ein Ehrenzeichen der Stadt erhalten hat. Resch und andere Politiker wie FPÖ-Wien-Klubobmann Maximilian Krauss kritisieren die Entscheidung als „ideologische Farce“ und „Doppelmoral“. Im Bezirk hatten ÖVP, SPÖ, FPÖ und Neos für den Park gestimmt, während im Rathaus die Stimmung anders war. Ein klassisches Beispiel für die Kluft zwischen Bezirk und Stadt.
Die Stadt Wien lehnt die Ehrung ab, während die Döblinger Bezirksvertretung für die Benennung kämpft. Diese Diskrepanz zwischen Lokal- und Stadtpolitik sorgt für reichlich Gesprächsstoff unter den Bürgern. Und das wird wohl noch eine Weile so bleiben, denn die Diskussion um Richard Lugner und seine Verdienste – oder auch nicht – wird die Gemüter weiterhin bewegen.
