Floridsdorf im Stau: Straßenbahn-Ausfälle und der überlastete Ersatzbus 26E
In Floridsdorf, einem lebhaften Bezirk Wiens, stehen die Fahrgäste derzeit vor ganz besonderen Herausforderungen. Wer hier auf die Straßenbahn angewiesen ist, muss derzeit mit Ausfällen bei gleich drei Linien rechnen: 25, 26 und 27. Der Grund für die ganze Misere sind Gleisarbeiten in der Donaufelder Straße, die sich über stolze 1,1 Kilometer erstrecken. Das führt zu einem deutlichen Engpass im öffentlichen Verkehr.
Um die Lücke zu schließen, haben die Wiener Linien einen Ersatzbus, den 26E, eingerichtet. Doch der scheint mehr Fluch als Segen zu sein – besonders im Frühverkehr quillt der Bus über vor Fahrgästen. Einige berichten von bis zu 20 Minuten zusätzlicher Fahrzeit und langen Wartezeiten. Für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen wird die Situation zur echten Geduldsprobe. Man muss sich schon fragen, ob ein einzelner Bus wirklich in der Lage ist, die fehlenden Straßenbahnlinien zu ersetzen. Die Wiener Linien selbst geben zu, dass dies nicht der Fall ist.
Herausforderungen und Anpassungen
Um den Chaos zu begegnen, haben die Verantwortlichen Anpassungen bei den Ampelschaltungen vorgenommen, damit die Intervalle stabiler werden. In den wichtigen Umsteigepunkten stehen Servicekräfte bereit, um den Fahrgästen unter die Arme zu greifen. Das klingt gut, aber bringt es wirklich die gewünschte Entlastung? Im Gemeinderat wird bereits über mögliche Lösungen diskutiert, unter anderem über einen 26E im Drei-Minuten-Takt bis zur nächsten U1-Station. Ob das die Lösung ist, bleibt abzuwarten.
Die Bauarbeiten sollen bis Ende Dezember andauern. Ein ständiges Kommen und Gehen, ein ständiger Lärm, der den Alltag der Anwohner stört. Die Gleisarbeiten finden zwischen den Haltestellen Fultonstraße und Josef-Baumann-Gasse statt. Dies hat zur Folge, dass die Linien 25 und 26 umgeleitet werden, während die Linie 27 nur kurzgeführt fährt. Wer dennoch auf die Straßenbahn setzen möchte, hat die Möglichkeit, auf die U1 oder die Buslinien 27A, 29A und 31A sowie die S-Bahn auszuweichen.
Ein Blick auf die Baumaßnahmen
Die Wiener Linien haben sich nicht nur auf diese Arbeiten beschränkt. Über 1.140 Meter Gleis werden in dieser Zeit erneuert, und auch der Gleisuntergrund wird erneuert. Das ist ein Teil eines größeren Modernisierungskonzepts, um den öffentlichen Verkehr in Wien zukunftssicher zu machen. Dabei sind die Einschränkungen nicht nur in Floridsdorf spürbar, sondern auch in anderen Stadtteilen. Von der Linie D, die bis Mitte November geteilt wird, bis zu den Gleisbauarbeiten in der Währinger Straße – die Liste der Einschränkungen ist lang.
Das klingt nach einer echten Herausforderung – für die Fahrgäste, die auf eine zuverlässige Anbindung angewiesen sind, und für die Wiener Linien, die versuchen, den Spagat zwischen notwendigen Arbeiten und dem Alltag der Menschen zu meistern. Die Frage bleibt, ob die Maßnahmen letztlich den erhofften Erfolg bringen oder ob wir auch nach den Bauarbeiten mit ähnlichen Problemen kämpfen müssen.
