Im Marionettentheater Schloss Schönbrunn beginnt heuer schon am 28. November das „Schönbrunner Adventspiel“. Kinder spielen vor der Gloriette und begegnen dort einer geheimnisvollen Frau. Sie lädt die Gruppe ein, durch ein Tor in eine andere Zeit zu gehen – und plötzlich folgen drei Weise demselben Stern.

Während Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem vergeblich nach einer Herberge suchen, sind die Schafe der Hirten in dieser Nacht ungewöhnlich unruhig. Die Kinder wollen nicht bloß zuschauen: Sie beschließen, in das Geschehen einzugreifen und zu helfen. Das Stück richtet sich an Kinder und Erwachsene ab 4 Jahren.

Elf Termine im Advent

Gespielt wird im Hofratstrakt von Schloss Schönbrunn, 1130 Wien. Die Termine:

  • 28. November 2026, 16:00 Uhr
  • 29. November 2026, 11:00 Uhr
  • 3. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 5. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 6. Dezember 2026, 11:00 Uhr
  • 10. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 12. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 13. Dezember 2026, 11:00 Uhr
  • 17. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 19. Dezember 2026, 16:00 Uhr
  • 20. Dezember 2026, 11:00 Uhr

Informationen gibt es unter www.marionettentheater.at oder telefonisch unter +43 1 817 32 47. Auch per E-Mail ist das Theater unter office@marionettentheater.at erreichbar.

Handwerk mit langer Geschichte

Das privat geführte Marionettentheater wurde 1994 gegründet und befindet sich im Hofratstrakt im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Gründer und künstlerische Leiter sind Christine Hierzer-Riedler und Werner Hierzer, die mehr als 40 Jahre internationale Erfahrung im Marionettenspiel mitbringen.

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Ganz neu ist die Idee an diesem Ort freilich nicht. Bereits zu Mozarts Lebzeiten trat auf Einladung von Kaiserin Maria Theresia ein von Fürst Esterházy gegründetes Marionettentheater in Schönbrunn auf. 1777 lud Maria Theresia das Theater zu Ehren hoher Gäste aus Sachsen in das Schlosstheater Schönbrunn ein. Die heutige Spielstätte knüpft seit 1994 an diese rund 250-jährige Tradition an.

Auf der Bühne werden Marionettenfiguren und Gegenstände von Spielern an Fäden bewegt. Die Figuren sind handgefertigt und durchschnittlich 60 Zentimeter groß. Der kleinere Maßstab unterscheidet die Inszenierungen vor allem von Aufführungen auf einer Menschenbühne. Traditionelle Marionettenspieltechnik trifft dabei auf moderne Bühnentechnik; die Spieltechnik wurde 1994 von Salzburg nach Wien gebracht.

In den hauseigenen Werkstätten entstehen Marionetten, Kostüme, Bühnenbilder und Bühnentechnik. Dafür arbeitet das Theater mit Regisseur:innen sowie Bühnen- und Kostümbildner:innen zusammen; an den Produktionen wirken außerdem Bildhauer, Autoren und Komponisten mit. Seit der Gründung entstanden 22 Inszenierungen, darunter acht Auftragswerke.

Oper, Märchen und internationale Gäste

Ganzjährig stehen wechselnde Vorstellungen aus Oper, Operette und Musical auf dem Programm. Manche richten sich an Erwachsene, andere werden gekürzt und kindgerecht für Familien angeboten. Dazu gehören Mozarts „Die Zauberflöte“ in einer Langfassung für Erwachsene und einer kürzeren Fassung für Kinder, Johann Strauss’ „Die Fledermaus“ für Kinder sowie „Johann Strauss – Der Donauwalzer“ mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ und den Donauweibchen.

Für jüngere Besucher wurden außerdem „Die Kinderzauberflöte“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Die Kinderfledermaus“ und „Hänsel & Gretel“ bearbeitet. Zu den Märchenproduktionen zählen „Ritter Kamenbert“, „Aladdin und die Wunderlampe“ und „Lena sucht das Christkind“. Im Frühjahr 2020 standen Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und das Musical „Sisis Geheimnis“ auf dem Spielplan. Als Sonderveranstaltungen gab es Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ als Ballett und „Mozart in Schönbrunn“.

Etwa 400 Vorstellungen finden pro Jahr statt, mit rund 16.000 Besucherinnen und Besuchern. Rund 40 Prozent davon kommen aus dem Ausland. Zusätzlich geht das Ensemble auf Gastspiele im In- und Ausland und erhielt auf weltweiten Tourneen zahlreiche Auszeichnungen. Beim 32. Puppentheaterfestival PIF 1999 wurde das Theater ebenfalls ausgezeichnet; nähere Angaben zu dieser Auszeichnung werden nicht genannt. 2016 wurde die Figurenspieltechnik in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Praktische Hinweise für den Besuch

Die Adresse lautet Schloss Schönbrunn, Hofratstrakt, 1130 Wien. Die angegebenen Koordinaten sind 48° 11′ 5,6″ N, 16° 18′ 53,7″ O. Mit der Vienna City Card gibt es 20 Prozent Rabatt auf Abendvorstellungen; reserviert werden kann telefonisch oder per E-Mail.

Der Haupteingang hat vier Stufen und eine 125 Zentimeter breite Doppelschwingtür. Eine 200 Zentimeter lange und 50 Zentimeter hohe Rampe ist vorhanden. Dazu kommen zwei Behindertenparkplätze am Haupteingang, neun Rollstuhlplätze in der ersten Reihe und ein barrierefreies WC. Einen Lift gibt es nicht. Assistenzhunde sind erlaubt, Blindenhunde nach vorheriger Anmeldung.