Wien steckt mitten in seiner touristischen Hochsaison: In der Adventzeit ziehen die Christkindlmärkte viele Menschen an. Mobilfunkdaten zeigen allerdings, dass dort überwiegend Einheimische unterwegs sind. Am Markt in Schönbrunn kommen 60 Prozent der Besucher aus Österreich, 40 Prozent aus dem Ausland. Laut Schönbrunn schauen manche Gäste sogar mehrmals vorbei.

Heute, am 7. November 2026, ist der Markt in Hietzing bereits geöffnet und läuft bis 6. Jänner. Neu ist eine Lichtshow um 18 und 20 Uhr: Projektionen wandern über das Schloss, während sich die Lichter am Weihnachtsbaum passend zur Musik bewegen. Dazu kommen eine öffentliche Panorama-Terrasse auf dem Dach des Sternensalons, Eisstockschießen, Karussell, Riesenrad und ein Strohlabyrinth. Es gibt also einiges zu tun, falls der Punsch einmal kurz warten muss.

Die großen Märkte und ihre Neuerungen

Am Rathausplatz in der Inneren Stadt öffnen Markt, Eistraum und Weihnachtswelt im Rathauspark vom 13. November bis 26. Dezember. Der Herzerlbaum ist die zentrale Attraktion. Der Christkindlmarkt umfasst 96 Stände, der Eislaufplatz heißt „Eistraum“; geöffnet ist täglich von 10 bis 22 Uhr.

Am Karlsplatz läuft der Markt vom 13. November bis 23. Dezember. Angeboten werden ausschließlich handgefertigte und biologische Produkte, zusätzlich treten Figuren auf Stelzen auf. Der Kunstadventmarkt bei der Karlskirche setzt auf handwerkliche Unikate, Schmiedeworkshops für Kinder und Mosaikangebote.

Spittelberg in Neubau ist ebenfalls vom 13. November bis 23. Dezember geöffnet. 122 Stände verteilen sich auf die Biedermeiergassen, kleine Standln und ein Schwerpunkt auf fairen, vegetarischen, veganen und nachhaltigen Produkten inklusive. Während des Marktes übernimmt das Lokal „Bestens Bar“ das leer stehende „Sneak In“ in der Siebensterngasse 12. Dort gibt es täglich von 13 bis 23 Uhr Punsch, Glühwein und heiße Cocktails – auch alkoholfrei. Dazu laufen Soul, Funk und Hip-Hop.

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Auf der Freyung findet der 38. Altwiener Christkindlmarkt mit Kunsthandwerk und Kinderprogramm statt. Am Hof warten mehr als 70 Ausstellerinnen und Aussteller sowie Gastronomie. Das Weihnachtsdorf am Stephansplatz setzt auf regionale Anbieter.

Comebacks, neue Plätze und ein anderer Blick auf bekannte Märkte

Zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum kehrt das Weihnachtsdorf „ZwiDeMu“ nach einem Jahr Pause zurück, und zwar vom 20. November bis 26. Dezember. Grund für die Unterbrechung war ein geplanter barrierefreier Umbau der Museumseingänge, der wegen Budgetproblemen verschoben wurde. Veranstalter ist wieder Magma, das auch die Märkte am Stephansplatz und am Uni-Campus betreibt.

Am Schwarzenbergplatz veranstaltet Magma erstmals einen Markt. Vom 13. November bis 26. Dezember gibt es zwischen Palais und Hochstrahlbrunnen Kunsthandwerk und heimische Kulinarik.

Das „Winter im MuseumsQuartier“ in Neubau ist nach einer Pause wegen Begrünungsarbeiten wieder da: vom 12. November bis 23. Dezember, mit Punschständen, Open-Air-Konzerten, DJ-Sessions und einer Eisstockbahn. Beim Belvedere läuft der Weihnachtsmarkt vom 20. November bis 31. Dezember. Wegen geplanter Arbeiten für ein neues Besucherzentrum steht er nicht mehr direkt vor dem Schloss, sondern an der oberen Spitze des Teichs in Richtung Gürtel. Auch der Markt bei Schloss Schönbrunn zählt aufgrund seiner Lichtinstallationen zu den umsatzstärksten Märkten.

Für ein jüngeres Publikum gibt es den X-Mas Markt in der Marx-Halle am 6. und 7. Dezember. 186 Stände, Slow-Fashion- und Second-Hand-Angebote, Schauwerkstätten, Workshops, eine Shiatsu-Lounge und ein Street-Food-Bereich gehören zum Programm. Das Weihnachtsdorf am Campus der Universität Wien ist eine weitere modernere Adresse.

Kleine Märkte, große Bandbreite

Erstmals findet am 29. November von 14 bis 20 Uhr „Taste am Donaukanal“ in der Leopoldstadt statt. 14 Aussteller bieten Kunst, Keramik, Schmuck und Vintage-Mode an. Feinkost Wulfisch verkauft kreative Würstel, auch vegane Varianten. Ein Euro pro Punsch geht an das St. Anna Kinderspital.

Im Café Espresso in der Burggasse 57 in Neubau geht „Advent im Hof“ am 12. Dezember in die zweite Ausgabe. Im Innenhof gibt es Glühwein, Essen sowie kreative und handgefertigte Produkte.

„Advent im Francis“ am Julius-Tandler-Platz im Alsergrund läuft vom 27. November bis 23. Dezember. Der Designmarkt Weihnachtsquartier ist dort erstmals bis 29. November zu Gast. Rund 100 nationale und internationale Labels verkaufen Schmuck, Mode, Keramik und Kosmetik.

Wer es ruhiger und nachbarschaftlicher mag, findet Alternativen am Franz-Jonas-Platz, im Türkenschanzpark, am Meidlinger Platzl und in der Favoritner Fußgängerzone. Dazu kommen der Winterzauber im Böhmischen Prater, der „Almadvent“ beim Messeplatz und eine Weihnachtsausstellung in den Blumengärten Hirschstetten. Der Wintermarkt am Riesenradplatz im Prater wird am 21. November mit prominenten Gästen und Live-Musik eröffnet.

Punsch, Geschenke und ein kräftiger Wirtschaftsschub

Die Wiener Christkindlmärkte starteten 2025 ab dem 6. November; bis zum 21. November sollten alle Märkte geöffnet sein. Für die Saison werden 14 große Weihnachtsmärkte mit insgesamt 911 Ständen genannt: 180 Gastronomiestände und mehr als 731 Handelsstände mit Kunsthandwerk, Dekoration, Schmuck und Textilien.

Die Wirtschaftskammer Wien erwartet rund 4,1 Millionen Besuche durch die Wiener Bevölkerung. 71 Prozent der Wiener planen heuer mindestens einen Weihnachtsmarktbesuch, die meisten ein- bis zweimal; rund ein Viertel will wöchentlich oder häufiger hingehen. Bei durchschnittlich etwa 30 Euro pro Besuch ergibt das Ausgaben der Wiener Bevölkerung von rund 125 Millionen Euro. Die Ausgaben von Touristinnen und Touristen sind darin nicht enthalten.

Die erwartete Besucherstruktur: 46 Prozent kommen aus Wien, 30 Prozent aus anderen österreichischen Bundesländern und 24 Prozent aus dem Ausland. Internationale Gäste und Tagestouristen verbinden den Marktbesuch laut Wirtschaftskammer häufig mit Weihnachtsshopping. Ein Fünftel der Wiener verknüpft den Besuch mit einem Einkauf in umliegenden Geschäften – gut für stationären Handel, Gastronomie und Tourismus.

Am häufigsten lockt die Atmosphäre, genannt von 56 Prozent. Es folgen Treffen mit Freunden mit 45 Prozent, Punsch oder Glühwein mit 43 Prozent, Produkte ansehen mit 34 Prozent, kulinarischer Genuss mit 29 Prozent und der Kauf von Weihnachtsgeschenken mit 16 Prozent.

Bei den Speisen führen Maroni mit 41 Prozent, Langos mit 35 Prozent, gebrannte Mandeln mit 33 Prozent, Kartoffelpuffer mit 31 Prozent, Ofenkartoffeln mit 30 Prozent sowie Crêpes beziehungsweise Palatschinken mit 21 Prozent. Bei den Getränken liegt Punsch mit 45 Prozent vor Glühwein mit 36 Prozent. Heiße Schokolade und alkoholfreier Punsch kommen jeweils auf 20 Prozent.

Die beliebtesten Märkte sind der Christkindlmarkt am Rathausplatz, Schloss Schönbrunn, Spittelberg, das Weihnachtsdorf im Alten AKH und „Art Advent“ am Karlsplatz. Ebenfalls beliebt sind die Märkte beim Schloss Belvedere, im Türkenschanzpark und in den Blumengärten Hirschstetten.

Für kleine und mittlere Unternehmen sowie Ein-Personen- und Kleinstunternehmen sind die Märkte wichtige Verkaufsorte für handgemachte Geschenke und kulinarische Spezialitäten. Marktstände, Karussells und andere Attraktionen werden überwiegend von kleinstrukturierten Unternehmen betrieben. Arbeit und Aufträge entstehen außerdem für Tischler, Elektriker, Gastronomiepersonal und Verkäufer. Zwischen Lichterketten, Maronigeruch und klebrigen Punschhäferln läuft also auch ein ziemlich realer Geschäftsbetrieb.