In der Wiener Josefstadt, genauer gesagt in der Trautsongasse 4, steht ein ganz besonderes Bauwerk: die Astoria-Garage. Sie wurde 1939 eröffnet und zählte damals zu den größten Garagen Europas. Mit ihren 400 Stellplätzen, einer beeindruckenden Glaskuppel und einer modernen Waschanlage war sie ein Paradebeispiel für Ingenieurbaukunst. Die Garage, die heute unter Denkmalschutz steht, erzählt eine eindrucksvolle Geschichte, die bis ins Jahr 1918 zurückreicht.

Gegründet wurde die Astoria-Garage von Cesar Karrer, einem wahren Pionier in der Automobilbranche. Geboren 1886 in Gablonz, schloss er 1907 sein Maschinenbau-Studium ab und hatte bereits 1919 seine erste Garage eröffnet. 1922 übernahm er die Garage in der Trautsongasse und benannte sie in Astoria-Garage um. Es war die Zeit, in der Wien boomte – 1931 gab es bereits 440 Garagen in der Stadt, und bis 1936 wuchs diese Zahl sogar auf 520. Karrer war nicht nur Unternehmer, sondern auch aktiv in der Gründung des „Verbandes der Garagenbesitzer Wiens“ und veröffentlichte die Fachzeitschrift „Die Garage“. Das zeigt, wie sehr ihm die Branche am Herzen lag.

Ein Stück Geschichte

Die Garage erlebte zwischen 1935 und 1938 eine umfassende Erweiterung, die Karrer selbst plante. Sechs Etagen umfasste die neue Turmgarage, die den Wiener Himmel mit ihrer Glaskuppel zierte. Neben Stellplätzen bot die Astoria-Garage auch Reparaturwerkstätten, Tankstellen und Waschanlagen an. Ein echtes Rundum-Service! Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Karrer seine Tätigkeit bis zu seinem Tod im Jahr 1963 fort. Danach übernahmen seine Töchter Felicitas Kodrnja und Silvia Fuchs das Familienunternehmen und führten es bis Ende Juni 2024.

Seitdem hat sich einiges getan. Jürgen Hesz, der Eigentümer des benachbarten Palais Auersperg, hat die Garage erworben und plant, sie künftig temporär für kulturelle Nutzungen zu öffnen. Ein spannendes Vorhaben, das die Geschichte des Ortes mit neuem Leben erfüllen könnte. Man darf gespannt sein, was hier in den kommenden Jahren entstehen wird – vielleicht eine Mischung aus Kunst, Kultur und einem Hauch von Nostalgie?

Denkmalschutz und Zukunft

Die Astoria-Garage gilt als die älteste noch bestehende Hochgarage Wiens und ist damit ein bedeutendes Stück Architekturgeschichte. Unter Denkmalschutz gestellt, wird sie vom Bundesdenkmalamt gepflegt und regelmäßig in einer Liste aktualisiert. Diese Listen werden jährlich mit dem Stichtag 31. Dezember veröffentlicht und sind in den Formaten PDF und CSV zugänglich. Das zeigt, wie wichtig der Erhalt solcher historischen Bauwerke für die Wiener Stadtgeschichte ist.

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Mit einem geplanten Wiederbetrieb ab 2025 könnte die Astoria-Garage bald wieder Teil des urbanen Lebens in Wien werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich das kulturelle Angebot entwickeln wird und welche Besucherströme die Garage anziehen könnte. Sicher ist, dass sie ein Ort bleiben wird, an dem Geschichte lebendig wird – und das ist doch einfach schön!