MEZEKƎRƎ: Ein kreativer Raum für globale Stimmen eröffnet in Wien
Am 2. Oktober 2026 wird Wien-Neubau um einen neuen Kunst- und Kulturraum bereichert: MEZEKƎRƎ öffnet seine Türen im ehemaligen Sophienspital. Mit rund 300 Quadratmetern ist der Raum nicht nur ein Ort für Ausstellungen, sondern auch für künstlerische Praktiken, die globale und diasporische Perspektiven beleuchten. Das klingt schon mal spannend, oder? Der Fokus liegt dabei auf den Stimmen der Global Majority sowie von Migrant*innen.
Die Eröffnung wird mit einer ganz besonderen Veranstaltung gefeiert: Die brasilianische Künstlerin Gê Viana präsentiert ihre erste Einzelausstellung in Europa, die den Titel „Annunciation of Ardencies“ trägt. Das ist ein echter Meilenstein! Zu sehen gibt es elf Collagen, eine Skulptur, eine beeindruckende Raffia-Installation, zwei Altäre, eine Klangarbeit und eine Radiola – ein Soundsystem aus der Reggae-Kultur des brasilianischen Bundesstaates Maranhão. Gê Viana, geboren 1986 in Santa Luzia, bringt mit ihrer Kunst die Themen kulturelle Identität und kollektive Erinnerung auf die Leinwand.
Ein Ort des kreativen Austauschs
MEZEKƎRƎ ist das Ergebnis von über einem Jahrzehnt engagierter künstlerischer und kulturpolitischer Arbeit. Der Name selbst, im Amharischen „gemeinsames Sammeln, Bewahren und Heilen“, drückt das Ziel des Raumes aus: einen Ort zu schaffen, der nicht nur Ausstellungen bietet, sondern auch Residenzen, Performances, Musik, Literatur, Workshops und kollektive Lernprozesse. Das klingt nach einem kreativen Schmelztiegel, in dem sich Kunst und Gemeinschaft wunderbar vermischen.
Die Kuratoren Marissa Lôbo, Faris Cuchi Gezahegn und Marisel Bongola haben mit „Annunciation of Ardencies“ eine Ausstellung geschaffen, die aus einer Residency von Gê Viana im Frühjahr 2026 hervorgegangen ist. Die Künstlerin hat bereits bei der 36. Biennale von São Paulo 2025 mit ihrer monumentalen Radiola-Installation auf sich aufmerksam gemacht. Ihr Werk verbindet nicht nur persönliche und kollektive Erfahrungen, sondern thematisiert auch die Bedeutung des öffentlichen Raums in der Kunst.
Ein Blick auf Identität und Erinnerung
Gê Viana beschäftigt sich intensiv mit kolonialen Archiven, afro-pindorâmischen Identitäten und der Rolle von Erinnerung in der zeitgenössischen Kunst. Ihre Arbeiten sind nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern auch ein tiefgehender Kommentar zu Identitätsfragen. In einem Zeitalter, in dem Künstlerinnen und Künstler ihre eigene oder kollektive Zugehörigkeit durch verschiedenste Medien erforschen, wird deutlich, dass Identität ein dynamischer Prozess ist – ein ständiges Verhandeln zwischen Selbstbild und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
Migrationsbiografien, queere Identitäten und dekoloniale Strategien sind Themen, die nicht nur in Vianas Werk, sondern auch in der zeitgenössischen Kunst eine zentrale Rolle spielen. Die Ausstellung in MEZEKƎRƎ bietet eine Plattform für diese Themen, und das in einem Raum, der für seinen offenen und inklusiven Charakter bekannt ist.
Vom 2. Oktober 2026 bis zum 28. Februar 2027 haben Interessierte die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen – und das ganz ohne Eintritt. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr und Freitag von 10 bis 14 Uhr. Der Standort im Kenyon-Pavillon, SOPHIE 7, Apollogasse 21/5, 1070 Wien, ist leicht zu finden und verspricht einen inspirierenden Besuch.
