Wiener Verkehrswende: Salztorbrücke wird zur Fußgängerzone
Wien, das Herz Österreichs, wird ab dem 10. November 2026 einen markanten Einschnitt erleben. Die Salztorbrücke, ein vertrauter Anblick für viele, wird dann für PKW und LKW gesperrt. Diese Brücke, die die Bezirke eins und zwei über den Donaukanal verbindet, hat seit ihrer Eröffnung im Jahr 1961 treue Dienste geleistet. Mit einer Länge von 91 Metern ist sie eine ganz besondere Konstruktion – die einzige Spannbetonkonstruktion ihrer Art in Wien.
Nach fast 65 Jahren hat die Brücke nun das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr. Der schreckliche Einsturz der Carolabrücke in Dresden im Jahr 2024 hat die Stadt Wien dazu veranlasst, ihre Brückeninfrastruktur genauer unter die Lupe zu nehmen. So intensivierte die MA 29 (Brückenbau) ihre Sicherheitskontrollen, führte umfassende Überprüfungen mit Sensoren und Belastungstests durch und zog eine Expertenkommission der TU Wien hinzu. Diese empfahl letztendlich die Entlastung und den Neubau der Brücke.
Umleitungen und Auswirkungen auf den Verkehr
Die Sperrung wird für etwa 12.000 Autos täglich eine Herausforderung darstellen. Es wird Umleitungen geben: Autofahrer, die in den ersten Bezirk wollen, müssen über die Roßauer Brücke ausweichen, während diejenigen, die in den zweiten Bezirk möchten, die Marienbrücke oder die Augartenbrücke nutzen müssen. Fußgänger, Radfahrer und der Citybus 2A dürfen hingegen weiterhin die Brücke benutzen – ein kleiner Lichtblick inmitten dieser Umstellungen. Immerhin, fast 3.000 Radfahrer und 6.100 Fußgänger überqueren die Brücke täglich. Und die gute Nachricht: Die Belastung der Brücke liegt noch unter der kalibrierten Belastung des Tests, sodass eine sichere Nutzung für Nicht-Motorisierte gewährleistet ist.
Die Pläne für den Neubau sind bereits in der Mache. Nach der Teilsperrung im November 2026 starten die Planungen und Ausschreibungen für das neue Tragwerk. Der Abbruch der alten Salztorbrücke ist für Anfang 2028 angesetzt, und der Neubau wird dann Anfang 2029 beginnen. Das neue Bauwerk soll den Anforderungen moderner Mobilität gerecht werden und mehr Platz für Radwege sowie sicherere Querungen für Fußgänger bieten. Es ist also nicht nur ein Verlust, sondern auch eine Chance, die Infrastruktur der Stadt an die heutigen Bedürfnisse anzupassen.
Ein Blick auf die städtische Infrastruktur
In Wien wird zurzeit viel in die Infrastruktur investiert. Die Stadt hat ein umfassendes Brückeninstandsetzungsprogramm ins Leben gerufen, um die Verkehrssicherheit und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Wichtig ist dabei, dass während der Rückbauarbeiten wichtige Versorgungsleitungen am Laufen bleiben. Die MA 29 hat bereits andere Brücken, wie die Aspernbrücke und die Augartenbrücke, umfassend instandgesetzt. Dabei wird auch das Wasserrohrnetz erneuert, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Es gibt also viel Bewegung in der Stadt – auch wenn das manchmal mit Baustellen und Umleitungen einhergeht.
Für alle, die sich über aktuelle Baustellen informieren möchten, gibt es eine wöchentliche Übersicht, die jeden Freitag aktualisiert wird. Die Informationen zu Großbaustellen und baustellenfreien Hauptverkehrsrouten sind ebenso hilfreich wie die Möglichkeit, Störungen zu melden. Infolgedessen bleibt die Stadt Wien nicht stehen, sondern entwickelt sich weiter – trotz der Herausforderungen, die eine Sperrung wie die der Salztorbrücke mit sich bringt.
