In Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus zeigt sich Österreichs Bevölkerungswandel besonders deutlich. Zu Jahresbeginn lebten rund 2,1 Millionen Menschen im Land, die im Ausland geboren wurden. Das entspricht knapp 23 Prozent der Gesamtbevölkerung. Innerhalb eines Jahrzehnts ist ihr Anteil um 4,6 Prozentpunkte gestiegen.

Der Blick auf die Bezirke macht den Unterschied noch sichtbarer: Während Großstädte hohe Werte aufweisen, liegt der Anteil in vielen ländlichen Regionen deutlich niedriger. In den Wiener Bezirken Rudolfsheim-Fünfhaus und Brigittenau stellen im Ausland geborene Menschen bereits die Mehrheit.

Wien liegt klar voran

Mit 41,3 Prozent weist Wien den höchsten Anteil auf. Dahinter folgen Wels-Stadt mit 36,9 Prozent sowie Salzburg-Stadt und Innsbruck-Stadt mit jeweils 36,2 Prozent. In jedem Bundesland liegt jener Bezirk vorn, in dem die Landeshauptstadt oder eine größere Stadt liegt.

Ganz anders sieht es in Zwettl aus: Dort wurden 3,8 Prozent im Ausland Geborene ausgewiesen. Freistadt kommt auf 5,4 Prozent. Die Spannweite ist beträchtlich – vom dicht besiedelten Stadtgebiet bis zu Bezirken, in denen man einander im Geschäft oder beim Wirtshausbesuch noch ziemlich selbstverständlich kennt.

Nach Wien verzeichnen Vorarlberg mit 23,7 Prozent, Salzburg mit 22,2 Prozent und Tirol mit 21,5 Prozent die höchsten Landesanteile. Am unteren Ende liegen das Burgenland mit 13,9 Prozent, Niederösterreich mit 15,1 Prozent und Kärnten mit 15,6 Prozent.

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Herkunft und regionale Schwerpunkte

Bundesweit stammen 56 Prozent der im Ausland geborenen Menschen aus sogenannten Drittstaaten außerhalb der EU und entsprechender europäischer Sonderregelungen. Zu den genannten Herkunftsländern zählen unter anderem Serbien, die Türkei, Syrien und Afghanistan. In Wien liegt der Anteil dieser Gruppe bei 65,1 Prozent.

In Burgenland, Steiermark, Kärnten und Tirol stellen Menschen aus Drittstaaten hingegen nicht die Mehrheit. Zu den wichtigsten Herkunftsländern in Österreich zählen Deutschland, Bosnien-Herzegowina und die Türkei. Salzburg und Tirol weisen einen hohen Anteil von Menschen aus Deutschland auf. Im Burgenland ist Ungarn die größte Gruppe, in Niederösterreich Rumänien. Wien hat besonders große Gruppen aus Serbien und der Türkei.

Auch Syrien fällt in der Entwicklung auf: Die Zahl der Menschen syrischer Herkunft hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verzehnfacht. Inzwischen liegen sie hinter den Deutschen auf Rang vier.

Weniger Kinder, deutliche Unterschiede

Parallel dazu ist die durchschnittliche Kinderzahl zwischen 2015 und 2025 gesunken. Bei in Österreich geborenen Frauen ging sie von 1,38 auf 1,19 Kinder zurück, bei im Ausland geborenen Frauen von 1,92 auf 1,57 Kinder.

Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak bekamen 2025 durchschnittlich 3,37 Kinder. In Wien lag die durchschnittliche Kinderzahl bei in Österreich geborenen Frauen bei etwa einem Kind. Bei Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak waren es in der Bundeshauptstadt 3,63 Kinder. Zahlen, die nebeneinanderstehen und trotzdem sehr unterschiedliche Lebensgeschichten erzählen.

Wie die Statistik entsteht

Die Angaben zur Bevölkerungsstruktur nach Staatsangehörigkeit und Geburtsland beruhen seit 2002 auf Daten des Zentralen Melderegisters. Erfasst werden Personen, die rund um den Stichtag länger als 90 Tage durchgehend mit einem Hauptwohnsitz in Österreich gemeldet sind.

Für die Qualitätssicherung werden bei der Registerzählung und der Abgestimmten Erwerbsstatistik zusätzlich weitere administrative Datenquellen herangezogen. Vor 2002 wurden die Bevölkerungsstände im Rahmen von Volkszählungen erhoben; zwischen zwei Volkszählungen wurden sie rechnerisch ermittelt. Für diese Zwischenjahre liegen Daten nur für österreichische und nicht-österreichische Staatsangehörige vor, nicht für einzelne Nationalitäten.

Als Geburtsland gilt jener Staat oder jenes Territorium, in dem der Geburtsort nach den heutigen Grenzen liegt. Entscheidend sind also die heutigen Grenzen – unabhängig davon, zu welchem Land der Ort zum Zeitpunkt der Geburt gehört hat.