Währing im Aufruhr: Bürgerproteste gegen den Aumannplatz-Umbau
In den letzten Tagen hat sich in Wien-Währing einiges getan. Die Bezirksvertretungssitzung am vergangenen Mittwoch stand ganz im Zeichen der Anliegen der Währinger:innen. Dabei wurden einige brisante Themen auf die Agenda gesetzt, die die Anwohner:innen brennend interessieren. Bürgerbeteiligung am Aumannplatz, das leidige Thema Falschparker in der Kreuzgasse und die Barrierefreiheit im Albert-Dub-Park – allesamt Punkte, die für Gesprächsstoff sorgen.
Und dann war da noch die Bürgerversammlung zum Aumannplatz. Hier sollte eigentlich eine Neugestaltung des Platzes diskutiert werden. Kosten und Detailplanung sind seit Kurzem bekannt, doch der Antrag zur Einberufung einer Bürgerversammlung, unterstützt von mehreren Fraktionen, wurde von der Mehrheit der Bezirksvertretung abgelehnt. Die Frustration ist spürbar. „Wie soll man über sowas diskutieren, wenn die Stimmen der Bürger:innen nicht gehört werden?“, fragt sich so mancher.
Protest gegen den Aumannplatz-Umbau
Der Streit um die geplante Umgestaltung des Aumannplatzes nimmt mittlerweile Ausmaße an, die nicht zu ignorieren sind. Über 800 Menschen unterstützen eine Petition gegen die Umgestaltung und haben ihren Unmut auf die Straße getragen. Am 10. September fand eine Demonstration in der Währinger Straße statt, gemeinsam organisiert mit der ÖVP. Hier waren nicht nur Anwohner:innen, sondern auch politische Vertreter:innen anwesend. Die Polizei rechnete mit 50 bis 100 Teilnehmern, die Aktion war angemeldet.
Der ÖVP-Bezirksparteiobmann Oliver Möllner betonte, wie wichtig das Anliegen der Anwohner ist. Kritisiert werden insbesondere die hohen Kosten von 3,5 Millionen Euro für eine Fußgängerzone und einen Springbrunnen – alles für nur 100 Meter. Der Bürgerbeteiligungsprozess „Forum Aumannplatz“ wurde als Begründung für die Umgestaltung angeführt, doch Kritiker sehen darin einen Widerspruch. Sie monieren, dass von 363 Stellungnahmen im Rahmen des Prozesses nur achtmal eine konkrete Fußgängerzone erwähnt wurde. Die meisten Anregungen zielten auf Verkehrsberuhigung ab – Tempo 30, mehr Zebrastreifen und dergleichen.
Falschparker und Barrierefreiheit
Kommen wir zu den Falschparkern in der Kreuzgasse. Hier ist die Lage angespannt. Zwischen den Hausnummern 14 und 72 kommt es immer wieder zu Problemen, die den öffentlichen Verkehr erheblich beeinträchtigen. Im Jahr 2025 wurden 89 Vorfälle dokumentiert, die über 22 Stunden Unterbrechung des Öffi-Verkehrs verursacht haben. Laut Wiener Linien ist die Kreuzgasse sogar der am stärksten betroffene Straßenabschnitt in Wien. Positives gibt es dennoch zu berichten. An der Hausnummer 18 wurden Blumenbeete als bauliche Maßnahme angelegt, die durchaus als Vorbild dienen könnten. Ein Antrag an die Bezirksvorstehung zur Sicherstellung eines störungsfreien Straßenbahnbetriebs wurde bereits gestellt.
Ein weiteres Thema betrifft die Barrierefreiheit im Albert-Dub-Park. Hier fehlt es an einer barrierefreien, öffentlich zugänglichen Toilette. Das aktuelle Öklo ist nicht für mobilitätseingeschränkte Personen geeignet. Ein Antrag zur Prüfung eines Austauschs gegen eine barrierefreie Variante wurde an die zuständigen Stellen des Magistrats gestellt.
Bürgerbeteiligung in Wien
Die Stadt Wien hat das Thema Bürgerbeteiligung schon länger auf der Agenda. Es geht darum, die Bürger:innen frühzeitig in kommunale Projekte einzubinden und deren Wissen und Bedürfnisse in Planungen zu nutzen. Eine transparente und nachvollziehbare Gestaltung der Planungsprozesse ist das Ziel. Der seit 2017 geltende „Masterplan Partizipative Stadtentwicklung“ legt Prinzipien fest, die für die Stadtteilplanung verbindlich sind. Hierbei wird auch auf digitale Angebote und persönliche Treffen gesetzt, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen.
In diesem Kontext wird deutlich, wie wichtig die Einbindung der Anwohner:innen ist. Die Servicestelle Stadtentwicklung (MA 21) bietet Informationen zu Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen sowie zu allgemeinen baurechtlichen Fragen. Es bleibt abzuwarten, wie die Situation am Aumannplatz weitergeht und ob die Stimmen der Währinger:innen Gehör finden werden.
