Bei Austria Wien ist am Sonntag vieles neu – und trotzdem bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Nach der 1:2-Niederlage beim SCR Altach trennte sich der Klub von Cheftrainer Stephan Helm und Co-Trainer Christian Wegleitner. Helm wurde am Samstag, einen Tag nach dem Auswärtsspiel der zehnten Bundesliga-Runde, freigestellt. Sein Vertrag war erst im April bis Ende 2028 verlängert worden.

Die Entscheidung fiel unmittelbar vor dem Wiener Derby. Maximilian Uhlig, 33 Jahre alt und bisher Trainer der Young Violets, übernimmt die Kampfmannschaft interimistisch bis zum Jahresende. „Ich bin da, wenn der Verein mich braucht“, erklärte Uhlig. Sportvorstand Thomas Zorn dankte Helm und Wegleitner im Namen des Vorstands und des Vereins für ihre Arbeit und wünschte beiden für ihre weitere Laufbahn alles Gute.

Uhlig kennt den Klub aus dem Effeff

Für Zorn ist Uhlig die beste interne Lösung. Der neue Interimstrainer kennt die Austria umfassend und führte die Young Violets in die 2. Liga. In der laufenden Saison stehen sie auf Rang drei der 2. Liga. Manuel Takacs, Leiter der Austria-Akademie, übernimmt bis auf Weiteres das Training der Young Violets. Der ehemalige Austria-Spieler und Kapitän Alexander Grünwald wird Uhlig als Co-Trainer unterstützen.

Am Montag bereitete Uhlig die Mannschaft im Training auf das ÖFB-Cup-Heimspiel gegen den TSV Hartberg vor. Für 13 Uhr ist außerdem eine Pressekonferenz mit Tomas beziehungsweise Thomas Zorn und dem neuen Austria-Trainer Max Uhlig geplant. Hartberg ist bislang die einzige Mannschaft, gegen die die Austria in dieser Bundesliga-Saison gewonnen hat: Am 16. August setzte sich Wien in der dritten Runde mit 2:0 durch.

Sieben Punkte, drei Niederlagen in Serie

Die Tabelle macht den Handlungsdruck sichtbar. Nach zehn Spielen hält Austria Wien bei sieben Punkten und liegt auf dem vorletzten Platz, nur einen Rang vor dem Tabellenletzten WAC. Der Vorsprung auf den WAC beträgt zwei Punkte, auf Rang sechs fehlen sieben Zähler. Aus den vergangenen vier Bundesligaspielen holte die Austria nur einen Punkt, zuletzt setzte es drei Niederlagen in Folge. Unter Helm blieb das Team vier Partien hintereinander sieglos.

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Helm war seit Juni 2024 beziehungsweise seit Sommer 2024 bei Austria Wien unter Vertrag. In der laufenden Saison stand die Mannschaft zunächst auf dem dritten Tabellenplatz, in der vergangenen Saison wurde der Verein Vierter. Nun soll Uhlig den Turnaround schaffen – und hält das von der Klubführung ausgegebene Saisonziel, einen Platz in den Top sechs zu erreichen, weiterhin für machbar.

Innenverteidiger und Kapitän Aleksandar Dragović könnte dabei wieder eine Option sein. Nach einer Verletzung befindet er sich im Aufbautraining und könnte nach zwei verpassten Spielen zur Verfügung stehen.

Rapid wartet, danach kommen weitere Brocken

Am Sonntag steigt in der Generali Arena das Wiener Derby gegen Tabellenführer SK Rapid. Rapid hat neun von zehn Ligaspielen gewonnen und 20 Punkte mehr als die Austria. Viel größer kann der Abstand vor einem Derby kaum wirken – auf dem Rasen gelten dann freilich eigene Gesetze.

Auch danach wird der Kalender nicht gemütlicher. In den letzten fünf Runden vor der Winterpause trifft die Austria am 22. November zu Hause auf den FC Red Bull Salzburg, am 6. Dezember auswärts auf den SK Sturm Graz und am 13. Dezember daheim auf den LASK. Dazwischen wartet zunächst das Cup-Spiel gegen Hartberg. Die neue Zeitrechnung in Favoriten beginnt also sofort, mit vollem Programm.