In der Wiener Simm City ist Ende Oktober 2026 die Österreich-Premiere von „FLUGFORENSIK LIVE“ über die Bühne gegangen. Rund 500 Besucher kamen in den 11. Wiener Gemeindebezirk – Familien, Kinder, Frauen und Gäste aus Wien, Oberösterreich, Berlin und Heidelberg. Der Einlass begann um 19 Uhr, los ging die Vorstellung um 20 Uhr.

Auf der Bühne standen Journalist Benjamin Denes, Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth und Politikjournalistin Anne-Katrin Mellmann, bekannt als „The Voice“. Seit 2021 widmet sich ihr Podcast bekannten und weniger bekannten Flugunfällen. Rund 50 Fälle sind seither erschienen, nach Angaben von Denes und Spaeth mit durchschnittlich etwa 75.000 Streams und Downloads pro Episode. Dafür gab es den Medienpreis Luft- und Raumfahrt 2023; 2024 wurde „Flugforensik“ für den Deutschen Podcastpreis nominiert.

Von Deutschland nach Wien

Der Anstoß für den Podcast war eine Recherche zum Absturz einer BAC 1-11 der Paninternational im September 1971 bei Hasloh. Nach einer kleineren Live-Tournee in Deutschland im Vorjahr wurde für 2026 eine umfangreichere Tour organisiert. Wien war nach Hamburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart die erste österreichische Station.

Die ursprünglich geplante Veranstaltungsstätte musste wegen der großen Ticketnachfrage der größeren Simm City weichen. Der Abend war damit nicht nur ein Podcast vor Publikum, sondern eine regelrechte Bühnenproduktion: Zu sehen waren per Video eingespielte Interviews mit Zeitzeugen, darunter Passagiere und Besatzungsmitglieder des betreffenden Fluges, außerdem ein Gespräch mit der Airbus-Pilotin Raja Katz.

Welcher konkrete Fall live präsentiert wurde, blieb im Bericht offen – die Tournee 2026 läuft noch weiter. Behandelt hat das Team jedenfalls auch Ereignisse mit Österreich-Bezug, etwa den Absturz einer Lauda-Air-Maschine in Thailand und die Bruchlandung eines Hapag-Lloyd-Flugzeugs am Flughafen Wien.

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Ein T-Shirt, lange Gespräche und bekannte Gesichter

Während der Show wurde ein FLUGFORENSIK-T-Shirt verlost. Der Gewinner hieß Benjamin; überreicht wurde das Shirt von Benjamin Denes. Zum Tourteam gehören laut Denes außerdem Regisseur und Aufnahmeleiter Norman Saretz sowie das Wiener Veranstaltungsteam Steffi, Jürgen, Martin und Micha.

Im Publikum saßen auch Branchenvertreter und Flugprofis: Manfred „Samy“ Samhaber von den Flughafenfreunden Wien, Flugunfallermittler Thomas Friesacher und Max Kunz, Podcaster des österreichischen Formats „Mayday Files“. Nach der Vorstellung trafen sich die Besucher mit dem Team. Viele warteten trotz später Stunde noch bis zu knapp eine Stunde auf ein persönliches Gespräch und ein Erinnerungsfoto. Benjamin Denes kündigte bereits an: In zwei Jahren soll es wieder nach Wien gehen.

Der Fall, mit dem alles begann

Die erste Episode von „Flugforensik“ wurde am 4. September 2021 veröffentlicht. Sie befasste sich mit Paninternational-Flug 112, dem Unfallflug DR 112. Am 6. September 1971 sollte die BAC 1-11 mit 121 Menschen an Bord von Hamburg nach Málaga fliegen.

Kurz nach dem Start fielen beide Triebwerke aus, weil sich Kerosin statt Wasser im Einspritzsystem befand. Der vollständige Schubverlust ereignete sich während des Steigflugs. Kapitän Reinhold Hüls leitete daraufhin eine Notlandung auf der Autobahn A7 bei Hasloh in Schleswig-Holstein ein. Das Manöver verhinderte den Absturz und gilt als außergewöhnliche fliegerische Leistung.

Die Episode stellt den Unfall auch in den Zusammenhang mit dem Wettbewerb neu entstandener Charterfluggesellschaften vor rund 50 Jahren. Zu Wort kamen der Überlebende Uwe Renken, der Helfer Helmut Hillebrand und Jürgen Botzenhardt, einer der Airlinechefs von Paninternational. An der Folge wirkten unter anderem Benjamin Denes, Andreas Spaeth und Sprecherin Anne-Katrin Mellmann mit. Der Flugunfallbericht wurde vom Luftfahrtbundesamt bereitgestellt.

Die Kapitel sind klar gegliedert: 00:00 „Kaltstart · Der Flug“, 06:40 „Die Maschine und Besatzung“, 18:15 „Der Flugplan“, 31:50 „Die entscheidende Minute“, 48:30 „Was die Blackbox verriet“ und 61:05 „Lehren und Konsequenzen“.

Was amtliche Unfallberichte leisten

Für die Einordnung solcher Fälle veröffentlicht die BFU verschiedene Publikationen. Bulletins enthalten die im jeweiligen Berichtsmonat gemeldeten Unfälle und schweren Störungen und erscheinen möglichst monatlich. Zwischenberichte werden etwa zwölf Wochen nach dem Ereignismonat als Statusbericht erstellt und im Bulletin veröffentlicht. Zusätzlich erscheint möglichst zu jedem Jahrestag eines Ereignisses ein Zwischen- oder Jahresbericht, sofern der Abschlussbericht nicht innerhalb von zwölf Monaten vorliegt.

Nach Abschluss einer Untersuchung veröffentlicht die BFU Untersuchungsberichte. Flugsicherheits- und Flugunfallinformationen geben Hinweise zur künftigen Vermeidung von Unfällen; Statistiken umfassen veröffentlichte Jahresberichte, Studien und Tabellen der BFU.

Nach § 18 Abs. 3 FlUUG werden Untersuchungsberichte durch die Bekanntgabe der Bezugsquelle im Verkehrsblatt des BMDV herausgegeben. Mit dem Inkrafttreten von § 15 EGovG am 1. August 2013 wurde die rechtliche Grundlage für ihre elektronische Veröffentlichung geschaffen. Gedruckte Ausgaben versendet die BFU nicht mehr.

Alle seit dem Inkrafttreten des FlUUG am 1. September 1998 veröffentlichten Untersuchungsberichte sind unter www.bfu-web.de/Berichte kostenlos abrufbar. Einen kostenlosen Newsletter über neue Veröffentlichungen gibt es unter www.bfu-web.de/Newsletter. Bulletins, Statistiken, Studien sowie Flugunfall- und Flugsicherheitsinformationen werden auf Grundlage von § 28 FlUUG ausschließlich elektronisch veröffentlicht und sind unter www.bfu-web.de/Publikationen kostenlos verfügbar – sofern die BFU nicht auf Anfrage spezielle Auswertungen oder Statistiken erstellt.