Miedler und Oberleitner kämpfen sich ins Wiener Doppelfinale
Lucas Miedler und Neil Oberleitner stehen im Doppelfinale der Erste Bank Open in Wien. Das österreichische Duo setzte sich vor heimischem Publikum in der Marx Halle gegen Guido Andreozzi aus Argentinien und den Franzosen Manuel Guinard mit 7:6 (0), 7:6 (9) durch. Nach 1:34 Stunden war der nächste Tiebreak-Krimi der beiden geschafft.
Im ersten Satz gab es keine Breakchancen. Miedler und Oberleitner spielten den Tiebreak zu null – ein ziemlich klares Signal. Im zweiten Durchgang lagen die Österreicher allerdings 2:5 zurück, holten sich das Break zum Ausgleich und retteten sich erneut in die Kurzentscheidung. Dort wehrten sie drei Satzbälle ab, ehe sie ihren dritten Matchball verwerteten. Nerven aus Stahl, könnte man sagen.
Oberleitner erstmals im Wiener Finale
Schon einen Tag zuvor hatten Miedler/Oberleitner für Aufsehen gesorgt: Die Wimbledon-Sieger und aktuellen Weltranglistenersten Harri Heliövaara und Henry Patten mussten sich mit 6:7 (5), 7:6 (2), 10:5 geschlagen geben. Für Neil Oberleitner ist das Finale bei den Erste Bank Open nun eine Premiere.
Lucas Miedler steht dagegen bereits zum vierten Mal im Wiener Doppelfinale. 2022 und 2024 gewann er den Titel mit Alexander Erler. 2023 verlor er an der Seite von Francisco Cabral gegen Julian Cash und Lloyd Glasspool. Der Blick zurück passt auch zur jüngsten Turniergeschichte: 2024 hatten Erler/Miedler Neal Skupski und Michael Venus mit 4–6, 6–3, [10–1] besiegt; 2025 gewannen Lloyd Glasspool und Julian Cash gegen Francisco Cabral und Lucas Miedler mit 6–1, 7–6 (8–6).
Das Endspiel steigt am Sonntag um 11:30 Uhr in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Gegner sind die US-Amerikaner Ryan Seggerman und Learner Tien, die im Halbfinale die Argentinier Francisco Cerúndolo und Tomás Martín Etcheverry mit 6:3, 7:6 (9) bezwangen.
Großes Turnier in der Halle
Die Erste Bank Open 2025 fanden vom 20. bis 26. Oktober 2025 in Wien statt. Das Turnier gehörte zur ATP Tour 2025 und wurde in der Halle auf Hartplatz ausgetragen. Zeitgleich gingen in Basel die Swiss Indoors Basel 2025 über die Bühne; beide Veranstaltungen waren ATP-Tour-500-Turniere.
Im Einzel umfasste das Feld 32 Spieler, im Doppel 16 Teams. Das Gesamtpreisgeld betrug 2.736.875 Euro. Die Qualifikation wurde am 18. und 19. Oktober ausgetragen, dabei wurden vier Plätze im Einzel und ein Platz im Doppel für das Hauptfeld vergeben.
Als Titelverteidiger war im Einzel Jack Draper vorgesehen, der verletzungsbedingt nicht antrat. Im Doppel waren Alexander Erler und Lucas Miedler die Titelverteidiger, sie spielten aber nicht mehr gemeinsam. Erler trat mit Robert Galloway an, Miedler mit Francisco Cabral. Den Einzel-Titel holte Jannik Sinner, im Doppel setzten sich Julian Cash und Lloyd Glasspool durch.
Punkte, Preisgeld und Karten
Für den Sieg im Einzel gab es 500 Weltranglistenpunkte und 511.835 Euro, für das Finale 330 Punkte und 275.390 Euro, für das Halbfinale 200 Punkte und 146.765 Euro. Ein Viertelfinaleinzug brachte 100 Punkte und 74.980 Euro, das Achtelfinale 50 Punkte und 40.025 Euro. In der ersten Runde wurden keine Punkte, aber 21.345 Euro vergeben.
In der Einzelqualifikation erhielt ein Qualifikant 25 Punkte. Die Qualifikationsrunde war mit 13 Punkten und 10.940 Euro dotiert, die erste Runde mit 0 Punkten und 6.140 Euro.
Im Doppel gab es für den Turniersieg 500 Punkte und 168.120 Euro pro Team. Das Finalticket brachte 300 Punkte und 89.660 Euro pro Team, das Halbfinale 180 Punkte und 45.360 Euro, das Viertelfinale 90 Punkte und 22.690 Euro. In der ersten Runde wurden 0 Punkte und 11.740 Euro pro Team vergeben. Für die Doppelqualifikation galten 45 Punkte für einen Qualifikanten, 25 Punkte und 0 Euro in der Qualifikationsrunde sowie 0 Punkte und 0 Euro in der ersten Runde. Qualifikationspunkte kamen zusätzlich zu den Punkten für das Erreichen der jeweiligen Hauptfeldrunde dazu; die Preisgelder waren ansonsten nicht kumulativ.
Wer am Sonntag dabei sein will, bekommt Eintrittskarten über die Websites der Erste Bank Open, der Wiener Stadthalle und Wien-Ticket sowie über die Tickethotline 01 / 79 999 79. Tagestickets für ATP-Matches, das Rollstuhltennisturnier und Trainings in der Marx Halle kosten 25 Euro. Kinder bis fünf Jahre sind gratis dabei, Tickets für Kinder und Jugendliche von sechs bis 15 Jahren kosten 12,50 Euro. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder kostet 69 Euro, zusätzlich werden VIP-Pakete angeboten.
Eine lange Wiener Doppelgeschichte
Das Turnier hat im Doppel eine weit zurückreichende Siegerliste. 1974 bezwangen Andrew Pattison und Raymond Moore Bob Hewitt und Frew McMillan mit 6–4, 5–7, 6–4; 1975 wurde das Turnier nicht ausgetragen. 1976, 1977 und 1979 triumphierten Hewitt/McMillan, 1978 Víctor Pecci/Balázs Taróczy. Danach folgten unter anderem Stan Smith/Robert Lutz 1980, Steve Denton/Tim Wilkison 1981, Henri Leconte/Pavel Složil 1982 und Stan Smith/Mel Purcell 1983.
Wojciech Fibak/Sandy Mayer gewannen 1984, Mike De Palmer/Gary Donnelly 1985 und Ricardo Acioly/Wojciech Fibak 1986 kampflos. 1987 siegten Mel Purcell/Tim Wilkison, 1988 Alex Antonitsch/Balázs Taróczy, 1989 Jan Gunnarsson/Anders Järryd. In den frühen Neunzigerjahren kamen Udo Riglewski/Michael Stich, Gary Muller/Anders Järryd, Ronnie Båthman/Anders Järryd, Byron Black/Jonathan Stark und Mike Bauer/David Rikl hinzu.
1995 gewannen Ellis Ferreira/Jan Siemerink, 1996 Yevgeni Kafelnikov/Daniel Vacek, 1997 Ellis Ferreira/Patrick Galbraith, 1998 erneut Kafelnikov/Vacek, 1999 David Prinosil/Sandon Stolle. Im Jahr 2000 siegten Kafelnikov/Nenad Zimonjić, 2001 Martin Damm/Radek Štěpánek und 2002 Joshua Eagle/Sandon Stolle.
2003 holten Yves Allegro und Roger Federer den Titel gegen Mahesh Bhupathi/Max Mirnyi mit 7–6 (9–7), 7–5. Es folgten Martin Damm/Cyril Suk 2004, Mark Knowles/Daniel Nestor 2005, Petr Pála/Pavel Vízner 2006, Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski 2007 und Max Mirnyi/Andy Ram 2008.
Łukasz Kubot/Oliver Marach gewannen 2009, Daniel Nestor/Nenad Zimonjić 2010, Bob Bryan/Mike Bryan 2011, Andre Begemann/Martin Emmrich 2012 und Florin Mergea/Lukáš Rosol 2013. 2014 siegten Jürgen Melzer/Philipp Petzschner.
Die Jahre 2015 und 2016 gehörten Łukasz Kubot/Marcelo Melo, 2017 gewannen Rohan Bopanna/Pablo Cuevas. Joe Salisbury/Neal Skupski folgten 2018, Rajeev Ram/Joe Salisbury 2019. 2020 siegten erneut Kubot/Melo, 2021 Juan Sebastián Cabal/Robert Farah. Dann kamen 2022 Erler/Miedler, 2023 Ram/Salisbury und 2024 wieder Erler/Miedler.
