Klangräume der Stadt: Wien im Rhythmus der urbanen Musik
Wien – Die Straßen der Hauptstadt verwandeln sich in ein pulsierendes Klanglabor, und das ist nicht nur ein Zufall. Mitte September 2026 fand das internationale Forschungstreffen zur urbanen Musik mit dem Titel „Groove the City – Move the Streets“ statt. Veranstaltet wurde das Event vom Urban Music Studies Scholars‘ Network in Zusammenarbeit mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie der TU Technische Universität Wien. Ein echtes Highlight, wenn man bedenkt, wie wichtig Musik im städtischen Raum ist!
Die Straßen werden oft als „Klangräume“ betrachtet, und genau darum ging es bei den Diskussionen. Die Teilnehmerinnen, darunter einige der renommiertesten Musikethnologinnen und Stadtforscherinnen wie Sarah Chaker, Lisa Gaupp und Sabine Knierbein, beleuchteten, wie Mobilität, Migration und Musik unsere urbanen Räume beeinflussen. Dabei wurde ein Vergleich der Straßenmusik in Städten wie Porto, Montreal und Neapel angestellt. Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Klanglandschaften in diesen Metropolen sind – jede Stadt hat ihren eigenen, unverwechselbaren Sound.
Die Straße als umkämpfter Raum
Die Diskussion drehte sich nicht nur um die Ästhetik der Musik, sondern auch um die Nutzung des öffentlichen Raums. Straßenmusik ist oft ein umkämpftes Thema – einerseits soll sie den urbanen Raum beleben, andererseits gibt es auch immer wieder Konflikte mit Anwohnerinnen oder anderen Nutzern. Der Dialog darüber, wie die akustische Gestaltung der Straßen aussehen sollte, war ein zentraler Punkt des Treffens. Und ganz ehrlich, es ist schon spannend, wie vielschichtig dieses Thema ist!
Verena Gruber war für die Gestaltung des Beitrags verantwortlich und sorgte dafür, dass die Diskussionen sowohl akademisch als auch kreativ anregend waren. Die Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, ihre Perspektiven in einem interdisziplinären Rahmen auszutauschen, was die Veranstaltung zu einem echten Erlebnis machte. Die Energie im Raum war spürbar, und man konnte fast die Klänge der Straßenmusik hören, die durch die Wände drangen.
Ein Blick über den Tellerrand
Ein weiterer interessanter Aspekt, der im Rahmen des Treffens angesprochen wurde, war die laufende Ausschreibung für das Jahrbuch 2025 des Staatlichen Instituts für Musikforschung. Hier sind Autorinnen eingeladen, Beiträge zu verfassen, die sich mit dem Thema „Musik und Sound in urbanen Kulturforen“ beschäftigen. Die Herausgeberinnen setzen auf eine digitale Open-Access-Publikation, die seit 2020/2021 im double-blind peer-review-Verfahren erscheint. Damit wird ein hochkarätiger wissenschaftlicher Diskurs gefördert.
Es werden verschiedene Perspektiven gewünscht, von der historischen Musikwissenschaft über Sound Studies bis hin zur Architekturgeschichte. Die Abgabefrist für die Texte ist der 31. Oktober 2025, also noch genügend Zeit, um sich Gedanken zu machen. Die Veröffentlichung der Ausgabe ist dann für 2026 geplant – ein schönes Beispiel dafür, wie Musik und Klang in urbanen Kontexten in den Fokus rücken.
Die Diskussionen in Wien haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, den Klang urbaner Räume zu erforschen und zu gestalten. Und wer weiß, vielleicht inspiriert die kreative Energie dieser Veranstaltung auch andere Städte, ihre Straßen als lebendige Klangräume zu begreifen und zu fördern. Es bleibt spannend, was die Zukunft für die Straßenmusik bereithält!
