Krebsforschung im Aufbruch: Neue Hoffnung gegen aggressive Tumoren
Wien, 30. September 2026 – In einer bemerkenswerten Auszeichnung für die medizinische Forschung wurde die Forschungsgruppe der MedUni Wien mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich geehrt. Diese Gruppe widmet sich der Herausforderung, aggressive Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Glioblastome und triple-negativen Brustkrebs zu bekämpfen. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Forschungsarbeit ist die Partikelbestrahlung, die nicht nur eine präzisere Tumorbestrahlung ermöglicht, sondern auch komplexe DNA-Schäden in Tumorzellen verursacht. Das Besondere daran? Gesunde Gewebe werden dabei besser geschont.
Die Gruppe untersucht zudem, wie das Immunsystem durch Partikelbestrahlung aktiviert werden kann, oft in Kombination mit anderen Therapien. Sie stehen also nicht still, sondern identifizieren ständig wirksamere Bestrahlungstechniken, neue Medikamente zur Immunaktivierung und Biomarker, die in der Krebsforschung von Bedeutung sind. Dea Slade, eine der führenden Köpfe hinter dieser Forschung, hebt hervor, dass die Nähe zum MedAustron Ionentherapiezentrum eine große Motivation für die Arbeit ihrer Gruppe darstellt, wo Krebspatienten bereits behandelt werden.
Neuer Ansatz gegen Glioblastome
Ein weiterer bemerkenswerter Fortschritt in der Glioblastom-Forschung kommt von Forschenden am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Universitätsmedizin Mannheim. Hier wurde eine neue T-Zell-Immuntherapie entwickelt, die speziell auf Glioblastome abzielt. Dabei werden T-Zellen genutzt, die mit einem Rezeptor ausgestattet sind, welcher das Protein PTPRZ1 erkennt – ein Protein, das für die Stammzelleigenschaften von Hirntumoren verantwortlich ist. In Laborversuchen haben diese T-Zellen menschliche Hirntumoren erfolgreich vernichtet. Das ist schon ziemlich beeindruckend, oder?
Glioblastome sind bekanntlich besonders bösartige Hirntumoren, die sich durch die Blut-Hirn-Schranke schwer behandeln lassen. Glücklicherweise haben die Forscher PTPRZ1 als vielversprechendes Ziel identifiziert, da es in Glioblastomen überexprimiert ist. Interessanterweise konnte eine starke T-Zell-Antwort bei geimpften Patienten festgestellt werden, was die Hoffnung auf eine neue Therapieform nährt.
Die Herausforderung im Kampf gegen Tumore
Die Herausforderungen bei der Behandlung von Glioblastomen sind nicht zu unterschätzen. Glioblastom-Zellen weisen relativ wenige Mutationen auf, was die Identifikation geeigneter Zielstrukturen für Immuntherapien erschwert. Dennoch konnten die Forscher des DKFZ diesen Engpass umgehen, indem sie das Gen für den PTPRZ1-spezifischen T-Zell-Rezeptor isolierten und in T-Zellen eines gesunden Spenders übertrugen. Diese modifizierten T-Zellen waren in der Lage, Glioblastomzellen abzutöten, ohne gesunde Zellen zu schädigen – das ist schon ein kleiner Durchbruch!
Aber es geht noch weiter: In Tierversuchen zeigten diese T-Zellen auch Wirksamkeit gegen menschliche Hirntumor-Organoide und konnten in Mäusen übertragene Hirntumoren erfolgreich bekämpfen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Behandlung besonders effektiv war, wenn die T-Zellen sowohl intravenös als auch direkt ins Gehirn verabreicht wurden. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Immuntherapien, die auf die genetische HLA-Variante der Patienten abgestimmt sind.
Ein Blick in die Zukunft
Es bleiben Herausforderungen, vor allem bezüglich der Nebenwirkungen auf das Nervensystem, die in künftigen Studien evaluiert werden müssen. Doch die Entwicklungen machen Mut! Glioblastome sind die häufigsten bösartigen Hirntumoren bei Erwachsenen, und bisher gibt es keine Therapien, die den Tumor dauerhaft verschwinden lassen. Neue Ansätze, die sowohl den Tumor als auch sein Mikroumfeld angreifen, könnten einen Paradigmenwechsel in der Therapie darstellen. So wird beispielsweise eine neue Immuntherapie an der Universität Basel getestet, die CAR-T-Zellen verwendet, um T-Zellen der Patienten so umzuprogrammieren, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen.
Die Wissenschaft steht also nicht still. Mit jedem Schritt, den Forscher in diesem Bereich machen, kommen wir der Überwindung dieser heimtückischen Krankheiten näher. Die kommenden Jahre könnten entscheidend sein – für die betroffenen Patienten und deren Angehörige.
