Heute ist der 28.04.2026. Anlässlich des „Workers’ Memorial Day“ rückt die Arbeiterkammer Wien (AK Wien) erneut die Notwendigkeit verstärkter gesetzlicher Schutzmaßnahmen für Beschäftigte ins Rampenlicht. In den letzten zehn Jahren starben in Österreich tragischerweise 757 Menschen bei Arbeitsunfällen, wobei 195 von diesen in der Baubranche ihr Leben verloren. Diese erschreckenden Zahlen haben die AK Wien auf den Plan gerufen, um die Forderung nach verpflichtenden Freistellungen von gefährlichen Tätigkeiten und rascher psychologischer Hilfe nach traumatischen Ereignissen zu verstärken. Der Anlass für diese Initiative wurde durch einen Unfall am Alsergrund ausgelöst, bei dem ein Kranführer vier seiner verstorbenen Kollegen bergen musste. Solche Erlebnisse haben massive psychische Auswirkungen auf die betroffenen Beschäftigten, wie Silvia Rosoli, Leiterin der Abteilung Arbeitnehmer:innenschutz der AK Wien, betont.
Derzeit sind verpflichtende Freistellungen und psychologische Nothilfe hauptsächlich auf den Eisenbahnbereich beschränkt. Die AK Wien fordert jedoch, dass ähnliche Regelungen für alle Branchen implementiert werden. Dies ist besonders wichtig, da Arbeitsunfälle häufig durch scharfe Werkzeuge, Stürze oder rutschige Böden verursacht werden. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hebt hervor, dass die sofortige Meldung von Unfällen essenziell ist, um Versicherungsleistungen und medizinische Versorgung zu sichern. Arbeitsunfälle geschehen in einer Vielzahl von Bereichen, darunter Büro, Pflege, Baustelle und Fabrik.
Psychologische Unterstützung nach Unfällen
Die psychologischen Folgen von Arbeitsunfällen sind nicht zu unterschätzen. Beschäftigte in Notaufnahmen erleben häufig Gewalt und Bedrohungen, die zu psychischen Belastungen und Traumatisierungen führen können. Nach einem traumatischen Erlebnis ist es entscheidend, dass Unternehmen schnell handeln, da die Betroffenen oft in einer Schockphase sind, die sich durch Weinen, Wutausbrüche oder Teilnahmslosigkeit äußern kann. Diese Phase ist eine normale Reaktion, und der Weg zur Erholung führt über soziale Unterstützung und professionelle Hilfe. Unzureichende Verarbeitung traumatischer Ereignisse kann zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen, die sich in Vermeidung von Kollegen und Schwierigkeiten bei der Arbeit äußern können.
Ein effektives Management solcher Situationen könnte durch Sicherheitsbeauftragte verbessert werden, die die Gefährdungsbeurteilung aktualisieren und Beschäftigte für psychologische Erstbetreuung schulen. Unternehmen haben die Möglichkeit, psychologische Erstbetreuung durch Dienstleister anzubieten oder eigene Mitarbeiter auszubilden. Dies ist besonders relevant für Beschäftigte mit Kundenkontakt, die in der Regel einem höheren Risiko für Gewalterfahrungen ausgesetzt sind.
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Die gesetzliche Unfallversicherung spielt eine zentrale Rolle in der Behandlung und Entschädigung psychischer Störungen, die aus Arbeitsunfällen resultieren, auch wenn keine körperlichen Verletzungen vorliegen. Fälle von extremen Ereignissen, wie Raubüberfällen oder Amokläufen, haben gezeigt, dass psychische Traumatisierungen nach solchen Vorfällen häufig sind. Besonders betroffen sind Beschäftigte wie Zugbegleiter, Rettungskräfte oder Pflegekräfte, die oft als Ersthelfer oder Zeugen schwerer Unfälle fungieren.
Insgesamt ist es von entscheidender Bedeutung, dass in Österreich eine umfassende Strategie zur Unterstützung von Beschäftigten nach Arbeitsunfällen entwickelt wird. Die aktuellen Forderungen der AK Wien und der ÖGB sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die psychische Gesundheit aller Arbeitnehmer zu schützen und zu fördern. Für weitere Informationen und Unterstützung können Betroffene sich an einen Durchgangsarzt wenden und die Angebote der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen, die auch kurzfristige Psychotherapie ermöglicht.
Für mehr Details über die psychologische Erstbetreuung und ihre Bedeutung für Arbeitnehmer in Österreich, können Sie die vollständigen Informationen auf MeinBezirk und DGUV nachlesen.