Der Fall Jenni S.: Schockierende Enthüllungen über Mord und Intimpartnergewalt in Österreich
Ein schockierender Fall, der Österreich in Atem hält: Jenni S. verschwand 2018 aus ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau. Ihr ehemaliger Freund, ein 33-Jähriger, steht nun wegen Mordes vor Gericht. Der Prozess ist für den 27. und 28. August 2026 angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Jenni im Januar 2018 in ihrer eigenen Wohnung getötet zu haben. Ihre Leiche wurde schließlich an einem geheimen Ort beim Truppenübungsplatz Allentsteig in Niederösterreich versteckt. In der Zwischenzeit hat sich die Geschichte weiterentwickelt, und neue Details kommen ans Licht.
Der Verdächtige soll, nachdem Jenni die Beziehung beendet hatte, in einen Konflikt geraten sein. Angeblich erwürgte er sie und legte ihren Körper in eine Kiste. Um nicht entdeckt zu werden, transportierte er die Leiche mit dem Auto nach Großweikersdorf, bevor er sie in ein Waldgebiet umbetten ließ. Ein weiterer beunruhigender Aspekt: Der Verdächtige sprach in der Vergangenheit über Möglichkeiten, wie man eine Leiche verschwinden lassen könnte. Solche Äußerungen werfen ein fragwürdiges Licht auf seine Psyche.
Geständnis nach Jahren
Erst im Dezember 2025, nach jahrelangem Leugnen, gestand der 33-Jährige seine Tat und führte die Ermittler zu den sterblichen Überresten von Jenni S. Der Druck der Ermittler schien schließlich Wirkung zu zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat auch einen forensisch-therapeutischen Antrag auf Einweisung des Verdächtigen gestellt, da dieser offenbar an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leidet. Bei ihm wurden zudem mehrere Waffen sichergestellt, darunter Wurfmesser und ein Luftdruckgewehr. Der Mann ist seitdem in Haft.
Ein besonders beunruhigendes Detail in diesem Fall sind die Umstände von Jennys Verschwinden. Sie war am 21. Januar 2018 unter „bedenklichen Umständen“ aus ihrer Wohnung verschwunden, nachdem sie sich mit ihrem Lebensgefährten gestritten hatte. In einer Sprachnachricht, die 2025 entdeckt wurde, schilderte der Verdächtige, wie er eine Leiche entsorgen würde. Diese Nachricht führte zu neuen Erkenntnissen und gab den Ermittlungen frischen Aufwind.
Ein gesellschaftliches Problem
Der Fall Jenni S. wirft auch ein Licht auf ein viel tiefer liegendes Problem in Österreich: Intimpartnergewalt und Femizid. Statistiken zeigen, dass zwischen 2019 und 2022 insgesamt 145 Frauen ermordet wurden, oft durch gegenwärtige oder frühere Partner. Österreich hat die höchste Rate an Frauenmorden in der EU. Es ist alarmierend, dass jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Oft geschieht die tödliche Gewalt in Beziehungen, nachdem eine Trennung angestrebt wird.
Die Täter sind häufig emotional abhängig und können das Ende der Beziehung nicht akzeptieren. Viele planen ihre Taten im Voraus, was darauf hinweist, dass nicht immer psychische Auffälligkeiten vorliegen. Dabei sind es nicht unbedingt extreme Alkoholprobleme, die zu solchen Gewalttaten führen, sondern vielmehr eine unzureichende Sensibilität für Warnsignale. Schockierend ist auch, dass über 70 % der Beziehungsmorde der Polizei oder dem sozialen Umfeld nicht bekannt waren.
Österreich hat zwar 2021 verpflichtende Beratungsgespräche für weggewiesene Gewalttäter eingeführt, doch es gibt große Lücken in der behördlichen Kommunikation. Frauenhäuser und Interventionsstellen sind chronisch unterfinanziert, während in anderen Ländern, wie Spanien, bereits umfassende Gesetzespakete gegen geschlechtsspezifische Gewalt existieren. Hier könnte Österreich viel lernen, um die Prävention zu verbessern und Frauen besser zu schützen.
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