Alevtina Koren, eine 38-jährige Künstlerin aus Döbling, Wien, weiß ganz genau, dass Kunst ihre Bestimmung ist. Schon im zarten Alter von drei Jahren, als sie von ihrer Tante einen Kasten mit bunten Filzstiften geschenkt bekam, begann ihre künstlerische Reise. Sie war fasziniert von der Möglichkeit, eine einzigartige Welt auf Papier zu schaffen. Diese Faszination hat sie bis heute nicht losgelassen. In ihren Arbeiten dreht sich alles um weibliche Figuren und Gesichter, die Emotionen, Erinnerungen und den Charakter eines Menschen widerspiegeln. Koren möchte die innere Welt eines Menschen sichtbar machen – und das gelingt ihr mit Kostümen, Farben, Details und Gesten.

Die Künstlerin hat ihr Schaffen in der Republik Moldau begonnen und ein Bachelor-Studium der bildenden Kunst an der Pädagogischen Universität Ion-Creangă in Chișinău absolviert. Nach ihrer Rückkehr nach Wien widmete sie sich zwischen 2011 und 2020 der angewandten Kunst, bevor sie den Schritt in die freie Kunst wagte. In dieser Zeit entwarf sie Designs auf Glas, Seide und Leder, was ihr ein verfeinertes Verständnis für Materialien, Farben und Formen einbrachte. Während ihrer beruflichen Laufbahn in diesem Bereich stellte sie regelmäßig aus und kam mit einer breiteren künstlerischen Gemeinschaft in Kontakt.

Einzigartige Perspektiven in Pastell

In den letzten Jahren hat Koren ihre Technik geändert und malt hauptsächlich mit Pastellfarben. Diese leuchtende und zarte Technik ermöglicht es ihr, die emotionale Tiefe ihrer Motive einzufangen und subtilen Ausdrücken, Blicken und inneren Welten nachzuspüren. Besonders die Gesichter älterer Menschen berühren sie, denn in deren Augen spiegelt sich eine ganze Lebensgeschichte wider. Sie findet Inspiration nicht nur in Menschen, sondern auch in der Natur. Der 19. Bezirk in Wien, mit seinen alten Häusern und der schönen Umgebung, prägt ihren künstlerischen Blick. Die Atmosphäre, die Lichtstimmungen und die Vielfalt der Natur sind für sie eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität.

Alevtina Koren hat eine besondere Vorliebe für Schauspielerinnen der 1930er- bis 1950er-Jahre. Diese Zeit hat sie schon immer fasziniert, und in ihren Arbeiten fließen Emotionen und Geschichten dieser Ära ein. Jedes ihrer Bilder ist wie ein intimes Gespräch mit der Seele, denn jedes Gesicht erzählt eine eigene Geschichte. Tatsächlich hat sie schon seit ihrer Kindheit ein besonderes Interesse an weiblichen Gesichtern, die für sie eine stille Sprache der Emotionen und Erinnerungen darstellen.

Die Bedeutung der Porträtmalerei

Die Porträtmalerei hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Nach dem Untergang des Römischen Reichs wurde sie stark eingeschränkt, da das Christentum anfangs die Abbildung irdischer Menschen ablehnte. Dennoch entstanden im Hochmittelalter bemerkenswerte Darstellungen, vor allem von Christus und Heiligen. Kunsthistorisch bedeutende Werke, wie die von berühmten italienischen Malern der Frührenaissance, zeigen, wie sich die Porträtkunst über die Jahrhunderte entwickelte. Ab 1500 gewann das autonome Selbstbildnis an Bedeutung, und mit dem Ansehen des Malers wuchs auch das Bedürfnis, sich bildhaft zu verewigen.

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Heutzutage hat sich die Porträtmalerei weiterentwickelt. Ab den 1960er Jahren erlebte sie mit dem Fotorealismus eine neue Blüte, in der Künstler wie Chuck Close und Gerhard Richter hyperrealistische Porträts schufen. Koren, mit ihrem einzigartigen Stil und ihrem Fokus auf die inneren Welten ihrer Motive, bringt frischen Wind in diese Tradition. Ihre Werke sind ein faszinierender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Emotion und Ausdruck.

In Wien-Döbling, wo Alevtina Koren lebt und arbeitet, hat sie eine einzigartige Umgebung gefunden, die ihre Kunst nährt. Die Kombination aus persönlicher Geschichte, künstlerischer Leidenschaft und dem Einfluss ihrer Heimatstadt macht ihre Arbeiten zu etwas ganz Besonderem. Wer ihre Bilder betrachtet, wird schnell in eine Welt voller Geschichten und Emotionen hineingezogen – und vielleicht erkennt man auch ein Stück von sich selbst darin.

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