In Wien-Döbling tut sich was im Bereich der Radinfrastruktur! Die Döblinger Neos haben einen Antrag eingebracht, der aufhorchen lässt: Fahrradgaragen sollen an stark frequentierten Öffi-Knotenpunkten im Bezirk errichtet werden. Dazu zählen der Bahnhof Heiligenstadt sowie die S45-Stationen Oberdöbling und Krottenbachstraße. Die Idee ist, dort modulare Fahrradgaragen oder Quartiersboxen für 12 bis 24 Fahrräder aufzustellen – klingt nach einer praktischen Lösung für all jene, die ihr Rad gerne sicher abstellen möchten. Der Antrag wurde einstimmig in die Verkehrskommission verwiesen, was zeigt, dass hier ein breiter Konsens besteht.

Neos-Bezirksrat Christian Prochazka hat sich in Gesprächen mit der Radlobby und durch Bürgerbefragungen ein klares Bild gemacht: Es gibt einen großen Bedarf an Fahrradabstellplätzen. Die Kosten für eine solche Garage liegen zwischen 15.000 und 35.000 Euro pro Stück. Die Neos streben eine Finanzierung durch Dritte an, wie zum Beispiel über Werbeträger oder Public Private Partnerships (PPP). Bezirkschef Daniel Resch hat zudem auf eine Forderung der ÖVP aus dem Jahr 2024 hingewiesen, die eine größere Fahrradgarage am Bahnhof Heiligenstadt ins Spiel bringt. Das Thema nimmt also Fahrt auf!

Förderungen und Chancen

Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion um Fahrradabstellplätze anheizt, ist die neue Förderinitiative des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Diese startet ein neues Förderangebot für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen, um die Verknüpfung von Radverkehr und Öffentlichem Personenverkehr (ÖPV) zu verbessern. Bis 2026 stehen dafür bis zu 110 Millionen Euro zur Verfügung! Die Förderung soll die Kombination von Fahrrad und Bahn für Pendler attraktiver machen. Man kann nur hoffen, dass auch in Wien von diesem Geld etwas abfällt.

Ohne Zweifel – es fehlen bundesweit bis zu 1,5 Millionen Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen. Das BMDV unterstützt dabei nicht nur Planung und Bau von Fahrradparkhäusern, sondern auch die Nutzung von leerstehenden oder untergenutzten Räumen im Bahnhofsumfeld. Bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten können gefördert werden, und finanzschwache Kommunen können sogar bis zu 90 Prozent erhalten. Ein echter Anreiz, wenn man bedenkt, wie wichtig eine gute Radinfrastruktur für die umweltfreundliche Mobilität ist.

Ein Blick über die Grenze

Auch in Deutschland ist das Thema Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen von großer Bedeutung, da hier das Interesse an umweltfreundlicher Mobilität stetig steigt. Leider gibt es oft nicht die nötigen, wettergeschützten und sicheren Abstellanlagen. Die Förderung des BMDV zielt darauf ab, die Schnittstelle zwischen Fahrrad und öffentlichem Personenverkehr zu verbessern. Ein interessantes Beispiel ist ein vollautomatisierter Fahrradparkturm am Altstadtbahnhof in Osnabrück, der bereits mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert wurde. Solche Projekte könnten auch als Vorbild für Wien dienen.

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Wenn man also bedenkt, wie wichtig es ist, die Verbindung zwischen Rad und Bahn zu stärken, dann ist das Vorhaben der Döblinger Neos nur ein Schritt in die richtige Richtung. Ob nun am Bahnhof Heiligenstadt oder an anderen wichtigen Knotenpunkten – es ist höchste Zeit, dass wir die Mobilität der Zukunft nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität gestalten. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und welche Fortschritte wir in den kommenden Jahren in Wien sehen werden.

Für alle, die mehr Informationen zu diesen Themen suchen, gibt es auch die Informationsstelle „Fahrradparken am Bahnhof“, die Länder und Kommunen bei der Einrichtung von Fahrradparkhäusern unterstützt. Wer weiß, vielleicht sehen wir bald neue, innovative Lösungen auf unseren Straßen.