Die Donaustadt steht vor einer unerfreulichen Verzögerung: Die geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Gewerbepark Stadlau wird vorerst auf Eis gelegt. Dieses 28-Millionen-Euro-Projekt sollte ursprünglich im Herbst 2024 in Angriff genommen werden und eine beeindruckende Länge von 700 Metern aufweisen. Die Brücke war nicht nur als Verbindung zwischen den Arealen gedacht, die durch die S2 und die ÖBB-Zugtrasse sowie durch Schnellstraße und Eisenbahn getrennt sind, sondern sollte auch den Anwohnern eine erhebliche Erleichterung bieten. Viele hatten sich über die langen Umwege von bis zu 20 Minuten beschwert.
Die zuständige MA 29 für Brückenbau hat die Budgetproblematik bestätigt, die zur Rückstellung dieses wichtigen Projekts geführt hat. Einzelprojekte mit hohem Investitionsvolumen müssen derzeit prioritär zurückgestellt werden. Der Bau der Brücke war für 2026 geplant, doch die MA 29 betont, dass das Projekt nicht verworfen, sondern nur aufgeschoben wird. Eine Weiterführung werde angestrebt, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen. Vorbereitungen wie Probebohrungen und ein Gemeinderatsbeschluss zur Anpassung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans sind bereits erfolgt, wobei der Beschluss für Februar 2025 vorgesehen ist. Ein konkreter Starttermin für die Hauptarbeiten steht jedoch noch nicht fest.
Radwegoffensive 2024
Das Projekt für die Brücke wurde im Rahmen der Radwegoffensive 2024 vorgestellt, an der auch Planungsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) beteiligt waren. Diese Offensive umfasst zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Wien. Unter anderem werden neue Radwege und Begegnungszonen in verschiedenen Bezirken geschaffen. Dazu gehören unter anderem die fahrradfreundliche Gestaltung der Dominikanerbastei sowie der Lückenschluss am Getreidemarkt, der die Radfahrbedingungen erheblich verbessern soll.
Ein durchgängiger 4,5 Meter breiter Fuß- und Radweg war für die Brücke vorgesehen, was eine direkte Querverbindung durch die Donaustadt schaffen sollte. Mehrere Abgänge, unter anderem zum Gewerbepark, waren geplant, um den Zugang zu erleichtern. Diese Verbindungen sind besonders wichtig, um das Radfahren und die Mobilität in der Stadt zu fördern und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern.
Ein Blick in die Zukunft
Die Verzögerung bei der Brücke ist bedauerlich, aber sie ist nicht das Ende des Projekts. Die MA 29 hat betont, dass die Pläne bestehen bleiben und eine Umsetzung angestrebt wird, sobald die finanziellen Rahmenbedingungen es zulassen. In der Zwischenzeit wird die Radwegoffensive 2024 weiterhin in vollem Umfang verfolgt, um die Radinfrastruktur in Wien nachhaltig zu verbessern und den Radverkehr zu fördern.
Die Anwohner und Radfahrer in Donaustadt dürfen also hoffen, dass die Brücke eines Tages Realität wird und die Mobilität in der Region entscheidend verbessert. Der Weg dorthin mag steinig sein, doch mit der richtigen Planung und Unterstützung kann eine bessere Zukunft für alle Verkehrsteilnehmer erreicht werden.