In Wien-Favoriten wird ein ehemaliger Kika-Standort zu einem neuen Einkaufszentrum umgestaltet. Der alte Standort in der Laxenburger Straße 145, der bis zur Insolvenz von Kika/Leiner im November 2024 ein beliebter Anlaufpunkt für zahlreiche Kunden war, wird nun von Supernova entwickelt. Die Schließung von 17 Kika-Standorten in ganz Österreich hat viele Mitarbeiter betroffen, im Januar 2025 wurden 1.350 Personen gekündigt. Die Pläne für das neue Einkaufszentrum sind bereits weit fortgeschritten, und die Geschäftslokale sind zur Miete ausgeschrieben.

Aktuell wird das Gebäude entkernt und für die zukünftige Nutzung vorbereitet. Das neue Einkaufszentrum wird nicht nur Einzelhandel bieten, sondern auch Fitness- und Dienstleistungsbereiche, Büroflächen sowie eine Parkgarage und Lagerflächen in den Untergeschossen. Die Mietkosten sind bisher nicht veröffentlicht, können jedoch auf Anfrage erfragt werden. Die Fertigstellung des Projekts ist für 2027 geplant, und die Eröffnung soll im vierten Quartal des gleichen Jahres stattfinden. Interessanterweise hat Supernova keine Informationen über bereits vorhandene Mieter herausgegeben, was die Spannung hinsichtlich der zukünftigen Mieter erhöht.

Stadtentwicklung und Einzelhandel

Diese Transformation kommt zu einer Zeit, in der der Einzelhandel in Städten vor Herausforderungen steht. Laut dem City Retail Report 2023, der 67 Innenstadtlagen in 63 österreichischen Städten untersucht hat, zeigt sich ein leichter Rückgang der Gesamtfläche der „Shopflächen“. Besonders bemerkenswert ist, dass die klassischen Handelsflächen seit 2016 um mehr als 15 % gesunken sind, was einem jährlichen Verlust von etwa 1,4 % entspricht. Auch wenn dies alarmierend klingt, kompensieren Einzelhandelsnahe Nutzungen wie Gastronomie und Dienstleistungen teilweise den Rückgang.

In größeren Städten ist das Handelsangebot vielfältiger und stabiler. Der Anteil der Bekleidungsgeschäfte ist jedoch von 28,5 % im Jahr 2018 auf 24,4 % gesunken. Die Leerstandsquote in den untersuchten Innenstadtlagen beträgt durchschnittlich 8,4 %, wobei in den Toplagen nur 7,7 % Leerstand herrscht. Besonders positiv hervorzuheben sind Städte wie Mödling und Wels, die mit Leerstandsquoten von 0,8 % bzw. 2,2 % glänzen. Wien, insbesondere die Favoritenstraße, kommt mit 2,5 % Leerstand ebenfalls relativ gut weg.

Die Notwendigkeit zur Transformation

Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ, hat betont, wie wichtig es ist, den Transformationsprozess aktiv zu gestalten, um die Innenstädte lebenswert zu halten. Neue Nutzungen wie Arztpraxen oder Co-Working-Spaces können Besucher anziehen und dem Einzelhandel unter die Arme greifen. Um die Herausforderungen des Einzelhandels zu meistern, sind Maßnahmen erforderlich, wie die Verbesserung der Erreichbarkeit, die Revitalisierung der Ortskerne und die Förderung kreativer Umnutzungen.

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Die Entwicklung des ehemaligen Kika-Standorts in Favoriten könnte also nicht nur ein neues Kapitel für den Einzelhandel in der Region aufschlagen, sondern auch ein Beispiel dafür sein, wie man mit kreativen Lösungen auf die Herausforderungen des Marktes reagiert. In einer Zeit, in der der stationäre Handel unter Druck steht, könnte dieses Projekt eine willkommene Abwechslung und einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft des Einzelhandels in Wien bieten.

Weitere Informationen über das Projekt können auf meinbezirk.at nachgelesen werden.