Im Sozial- und Gesundheitszentrum „CAPE 10“ in Wien-Favoriten hat kürzlich das neue „Michls deli“ seine Türen geöffnet. Hier wird ein ganz besonderes Ziel verfolgt: Die Unterstützung geflüchteter und zugewanderter Frauen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. In Zeiten, in denen die Beschäftigungsquote geflüchteter Frauen – mit etwa 40 Prozent – deutlich hinter der der zugewanderten Männer (75 Prozent) zurückbleibt, ist dieser Schritt mehr als nur ein einfacher Job. Er ist eine Chance, die Integration zu fördern und neue Perspektiven zu eröffnen.

Die Gründe für die geringe Erwerbstätigkeit von geflüchteten Frauen sind vielfältig. Oft stehen sie vor Herausforderungen wie Betreuungspflichten, mangelnden Deutschkenntnissen oder kulturellen und innerfamiliären Faktoren. Diese Barrieren führen dazu, dass viele Frauen frühzeitig aus dem Integrationsprozess ausfallen. Das „Michls deli“ will dem entgegenwirken, indem es befristete Jobs in Küche, Service und Verwaltung anbietet. Die Teilnehmerinnen sammeln dabei praktische Erfahrung über einen Zeitraum von neun bis zwölf Monaten und werden von einem Team aus Fachanleitern und Sozialarbeitern begleitet. Ein großer Teil der Frauen wird schließlich in Vollzeit angestellt, und die Bezahlung erfolgt nach Kollektivvertrag.

Ein starkes Projekt mit Unterstützung

Das Projekt wird je zur Hälfte vom AMS Wien und der Stadt Wien finanziert, wobei wienwork als Träger agiert. Die Speisekarte des „Michls deli“ umfasst eine Vielzahl von Gerichten, darunter Hausmannskost sowie vegane und vegetarische Optionen. Frühstück und Mittagslunch können auch zum Mitnehmen bestellt werden – Perfekt für die hektischen Tage, die man manchmal hat!

Die Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Seit 2015, als die Zahl der Geflüchteten stark angestiegen ist, sind viele Herausforderungen sichtbar geworden. Geflüchtete Frauen haben oft einen prekäreren Aufenthaltsstatus, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich einschränkt. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt eine große Herausforderung dar. Es ist bekannt, dass 77 Prozent der geflüchteten Frauen in Haushalten mit Kindern leben, während diese Zahl bei Männern nur bei 38 Prozent liegt. Diese Tatsache macht es nicht gerade leichter, einen Job zu finden und gleichzeitig die Familie zu betreuen.

Hürden und Chancen

Ein weiteres Problem ist die geringe Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen. Viele Frauen haben nicht die Möglichkeit, Sprachkurse zu besuchen, weil es an Betreuungsangeboten für ihre Kinder mangelt. Das hat zur Folge, dass sie seltener die notwendigen Sprachkenntnisse erwerben, um in Deutschland oder Österreich Fuß zu fassen. Umso beeindruckender ist es, dass die Zahl der jungen Frauen in Bildungsprogrammen in den letzten Jahren gestiegen ist – von 5,3 Prozent auf 17 Prozent!

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Das „Michls deli“ könnte also nicht nur eine Anlaufstelle für köstliche Speisen sein, sondern auch ein Ort, an dem geflüchtete Frauen neue Perspektiven entdecken. Die Erfolge und Herausforderungen bei der Integration sind dabei von großer Bedeutung. Die Erkenntnisse zeigen, dass soziale Netzwerke eine wichtige Rolle spielen. Über 51 Prozent der erwerbstätigen ukrainischen Geflüchteten fanden ihre Stelle über Bekannte. Das zeigt, wie wichtig Kontakte sind!

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Integration geflüchteter Frauen eine komplexe Angelegenheit ist. Die strukturellen, institutionellen und individuellen Hürden sind oft viel höher als bei anderen Migrantengruppen. Aber wie ein Sprichwort sagt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Und mit Projekten wie dem „Michls deli“ wird dieser Weg vielleicht ein bisschen leichter.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet weitere Informationen in dem Artikel auf heute.at.