In Wien-Favoriten hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren einiges getan. Ein ganzes Viertel wurde umgestaltet, und das mit einem Preis von 7,88 Millionen Euro. So entstand Wiens erstes Supergrätzl, das zwischen Gudrunstraße, Leebgasse, Quellenstraße und Neilreichgasse liegt. Über 7.000 Quadratmeter wurden entsiegelt und mit Grünflächen ausgestattet, darunter 66 Bäume, Gemeinschaftsbeete, Wasserspiele und sogar Nebeldüsen, die für eine erfrischende Abkühlung sorgen. Das Areal wurde im Winter 2025 fertiggestellt, aber die Bepflanzung und die Blüte sind erst jetzt in vollem Gange. Ein Nachbarschaftsfest bildete den feierlichen Rahmen für die offizielle Eröffnung, bei der Planungsstadträtin Uli Sima die Umgestaltung lobte.

Das Projekt wurde als Antwort auf die dichte Besiedlung und die Hitzeinsel in dieser Gegend konzipiert. Es soll den Bewohnern mehr Freiräume bieten. Dabei orientiert sich die Umgestaltung an den Superblocks aus Barcelona, wo der Durchzugsverkehr umgeleitet wird. Im Inneren des Supergrätzls sind die Zonen für Anwohner und Radfahrer reserviert, was die Lebensqualität erheblich steigern soll. Der Durchzugsverkehr wird durch Diagonalfilter an Kreuzungen, die aus alten Mistkübeln und Betonringen bestehen, unterbunden. Neue Einbahnstraßen haben die Verkehrssituation verbessert, und Fuß- sowie Radverkehr genießen – zusammen mit den Rettungsdiensten – volle Freiheit.

Lebensqualität im Fokus

Wien sieht sich den Herausforderungen des Klimawandels und einer wachsenden städtischen Bevölkerung gegenüber. Das Supergrätzl-Projekt zielt darauf ab, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt nachhaltig zu verbessern. Hierbei werden neue Flächen für Begrünung, Erholung, Freizeit und soziale Interaktionen geschaffen. Diese Maßnahmen fördern nicht nur die Identifikation der Anwohner mit ihrem Grätzl, sondern verringern auch Geräusch-, Schadstoff- und Hitzebelastungen. Besonders wichtig ist, dass die Verbesserung der Verkehrssicherheit die Mobilität von Kindern und älteren Menschen unterstützt.

Aktuell wird das Supergrätzl in Favoriten als Pilotprojekt erprobt und ist Teil der Smart Klima City Strategie Wien. Es wird erwartet, dass die positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Umwelt auch in anderen Stadtteilen nachfolgen. Zudem fördert das Projekt die aktive Mobilität und Gesundheit der Anwohner durch attraktiv gestaltete Straßenräume.

Ein Blick über die Grenzen

Das Konzept der Superblocks, das ursprünglich aus Barcelona stammt, wird zunehmend als Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels und die Verkehrslasten in europäischen Städten angesehen. Es zielt darauf ab, den Straßenraum für alle Mobilitätsformen nutzbar zu machen und die Gesundheitsvorsorge sowie die Anpassung an Klimafolgen zu verbessern. Die Neuordnung des öffentlichen Raumes stellt einen urbanen Transformationsprozess dar, der nicht nur in Wien, sondern auch in vielen anderen Städten europaweit an Bedeutung gewinnt.

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Mit Projekten wie TuneOurBlock wird die Übertragbarkeit des Superblock-Konzepts auf Städte wie Berlin und Wien erforscht. Hierbei wird untersucht, wie erfolgreiche Konzepte in unterschiedliche nationale und lokale Kontexte integriert werden können. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stakeholdern und die praktische Umsetzung sind entscheidend für den Erfolg solcher Initiativen. Das europäische Städtenetzwerk, das Akteure aus Städten wie Amsterdam, Barcelona, Brüssel, Gent, London und vielen anderen vereint, zeigt, wie wichtig der Austausch in dieser Thematik ist.

Die Entwicklungen in Favoriten sind also mehr als nur eine Umgestaltung eines Viertels. Sie sind Teil eines größeren Plans, der auf ein zukunftsfähiges und lebenswertes Wien abzielt. Wer weiß, vielleicht wird das Supergrätzl bald auch in anderen Stadtteilen zum Vorbild?