Heute ist der 30.05.2026, und in Wien-Favoriten tut sich einiges! Die Umgestaltung der Favoritenstraße ist in vollem Gange und wirft sowohl Begeisterung als auch einige kritische Fragen auf. Der erste Abschnitt des Klimaboulevards ist bereits nach fast einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Hier wurde ein 400 Meter langer Abschnitt geschaffen, in dem 35 neue Bäume und 25 Hochstammsträucher gepflanzt wurden. Zudem gibt es jetzt 50 Grünbeete, die dem Straßenbild einen frischen, einladenden Charakter verleihen. Das Ziel ist klar: Ein zusammenhängender Grünraum soll entstehen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern und für ein wenig Abkühlung im Sommer zu sorgen.
Die Umgestaltung bringt nicht nur mehr Grün in die Stadt, sondern auch neue Begegnungsorte. Der Platz der Kulturen erstrahlt nun mit Wasserspielen, XL-Bäumen und einem Trinkhydranten. Und auch der Columbusplatz wurde neu gestaltet und lädt mit neuen Sitzgelegenheiten, Tischtennistischen und Hängematten zum Verweilen ein. Das Projekt wird von intensivem Austausch begleitet, wobei die Meinungen der Anwohner in den sozialen Netzwerken durchaus unterschiedlich sind. Einige sind begeistert, andere eher skeptisch.
Die Debatte um den Asphalt
Eine spannende Frage, die sich im Zuge der Umgestaltung stellt, ist die Entscheidung gegen hellen Asphalt. Die Stadt Wien hat sich mit der Thematik auseinandergesetzt und die Verwendung von Farbasphalt geprüft. Dabei wurde klar, dass der schwarze Asphalt nicht nur günstiger ist, sondern auch einfacher zu handhaben. Unter der Straße verläuft die U-Bahn-Linie U1, und der Boden ist nur 20 cm dick – das macht die Verwendung von Pflastersteinen unmöglich.
Die Grünen Favoriten äußern Kritik und fragen sich, warum nicht wie in Bregenz gelber Asphalt genutzt wird, der als klimafreundlicher gilt. Dieser reflektiert die Sonnenstrahlen besser, was die Hitze in den Sommermonaten reduzieren könnte. Allerdings hat die Stadt Wien zwei Hauptprobleme festgestellt: Höhere Kosten und aufwendige Instandhaltung. Gelber Asphalt kostet 26,40 Euro mehr pro Quadratmeter als der schwarze, was für die gesamte Fläche der Favoritenstraße Mehrkosten von etwa 982.000 Euro brutto bedeuten würde. In Bregenz liegen die Preise sogar noch höher. Zudem erfordert die Reparatur von Farbasphalt spezielle Mischungen, was die Instandhaltung komplizierter und teurer macht.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Der zweite Bauabschnitt der Favoritenstraße, der Anfang 2026 beginnt, wird noch mehr Bäume und Grünflächen bringen. Unter anderem ist eine 50 Meter lange Boulderwand in der Gudrunpassage geplant. Auch Beleuchtung und neue Wasserelemente sollen ergänzt werden, um den Straßenraum weiter aufzuwerten. Das Projekt wird also nicht nur positiv aufgenommen, sondern auch kritisiert. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Bürger die Veränderungen letztendlich als Gewinn für ihre Umgebung empfinden werden.
Die Stadt Wien führt zudem ein Forschungsprojekt zu innovativen Asphaltflächen in Liesing durch. Vielleicht wird hier ja eine Lösung für die Debatte um den Asphalt gefunden. Denn eines ist klar: Die Umgestaltung der Favoritenstraße ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn nicht alle Entscheidungen unumstritten sind. Die Vision für eine grünere und lebenswertere Stadt ist jedoch unübersehbar – und das ist schon mal ein guter Anfang!
