Heute ist der 6.05.2026 und es ist warm in Wien-Hernals. Die Sommerhitze steht vor der Tür, aber die Bewohner müssen sich auf eine unangenehme Realität einstellen. Ab Juli 2026 wird das beliebte Jörgerbad wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Das klingt zwar nach einem notwendigen Schritt, aber die Wahrheit sieht anders aus: Die Schließung bedeutet, dass im Bezirk Hernals im Sommer 2026 keine Bademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das Bad Neuwaldegg, ein weiterer Ort, an dem viele gerne die heißen Tage verbracht haben, bleibt ebenfalls geschlossen. Der Grund? Es wurde einfach kein Betreiber gefunden. Das ist besonders frustrierend, denn die Bewohner haben damit keine Möglichkeit, sich abzukühlen.
Die anstehenden Sanierungsarbeiten im Jörgerbad sind umfangreich. Energiesparmaßnahmen, eine neue Dachkonstruktion, die Verbesserung der Lüftung und die Erneuerung der Sanitäranlagen stehen auf der Liste. Hier könnte man annehmen, das wäre alles positiv – doch die Kritik an Jahren des Sparens bei der öffentlichen Infrastruktur wird immer lauter. Die langwierigen Projekte führen häufig zu Totalsanierungen, die nicht nur Zeit, sondern auch Geduld kosten. Und während die Stadt Wien mit PR-Kampagnen zu „lebenswerten Bezirken“ und „Klimaschutz“ wirbt, sieht die Realität in Hernals ganz anders aus. Die Bademöglichkeiten sind stark eingeschränkt, und die Alternativen, wie das Kongressbad in Ottakring oder das Schafbergbad in Währing, sind oft überfüllt und weit weg.
Die Bedeutung von Freibädern
Freibäder sind für viele Menschen – besonders für Arbeiter, Familien und ältere Personen – eine wichtige Erholungsmöglichkeit. An einem heißen Sommertag einfach ins Wasser springen zu können, ist unbezahlbar. Aber was bleibt den Hernalsern jetzt? Sie müssen auf andere, oft überfüllte Becken ausweichen, und das bedeutet längere Anfahrtswege und weniger Zeit zum Entspannen. Es ist eine Situation, die nicht nur unbequem ist, sondern auch die Lebensqualität beeinträchtigt. An diesem Punkt stellt sich die Frage: Warum wird die öffentliche Infrastruktur zunehmend nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet, anstatt den gesellschaftlichen Nutzen in den Vordergrund zu stellen?
Ein Blick in die Zukunft
Es gibt Hoffnung am Horizont. Vielleicht wird es 2027 oder später Verbesserungen geben, mit modernisierten Konzepten für die Bäderlandschaft. Die Stadt Wien hat zwar das Bäder-Bauprogramm ins Leben gerufen, das auf die Bäderstrategie 2030 abzielt, aber das ist alles noch in der Zukunft. Laut diesem Programm soll in neue Schwimmhallen investiert werden, um allen Wiener*innen eine Basisversorgung fürs Baden und Schwimmen zu bieten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Schwimmausbildung von Kindern – ein Schritt in die richtige Richtung, doch bis die neuen Anlagen fertig sind, bleibt den Hernalsern nur die Wartezeit.
Insgesamt plant die Stadt Wien, 115 Millionen Euro in die Neuerrichtung von fünf Schwimmhallen zu investieren, zusätzlich sind Aufwertungen an bestehenden Standorten in Planung. Das umfasst nicht nur Wasserspielplätze, sondern auch den Ausbau barrierefreier Einrichtungen und die Gestaltung von Vorplatz-Bereichen. Die Projektauswahl erfolgt bis 2030. Aber wird das den Hernalsern helfen, die aktuell vor einem Sommer ohne Bademöglichkeiten stehen? Die Zeit wird es zeigen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf Zeitung der Arbeit oder auf der offiziellen Seite der Stadt Wien Wien.gv.at.