Im Tiergarten Schönbrunn, mitten im malerischen Wien-Hietzing, ist etwas ganz Besonderes passiert. Erstmals gibt es Nachwuchs bei den Blauen Wienern, einer alten Kaninchenrasse, die seit November im Tiergarten zu Hause ist. Sechs kleine Kaninchen mit schimmerndem, dunkelblauem Fell hüpfen fröhlich im Tirolerhof herum und erkunden neugierig ihre Umgebung. Sie knabbern an Blättern und Ästen, während sie sich manchmal ganz gemütlich zusammen ausruhen. Das ist wirklich eine Freude zu beobachten!

Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck hat die Bedeutung dieser Zucht gefährdeter heimischer Nutztierrassen betont. Die Blauen Wiener sind nicht nur ein Stück österreichischer Tiergeschichte, sondern auch ein Beitrag zur Erhaltung traditionsreicher Rassen, die sonst in Vergessenheit geraten könnten. So zeigt der Tirolerhof nicht nur die Tiere, sondern vermittelt auch Wissen über deren Geschichte und Bedeutung – ein ganzheitlicher Ansatz, der uns alle bereichert.

Ein Stück Handwerk und Tradition

Der Tirolerhof selbst hat eine über 300-jährige Geschichte und wurde kürzlich einer gründlichen Überprüfung unterzogen. Das Schindeldach, das dem alten Gebäude seinen charakteristischen Charme verleiht, wurde teilweise erneuert. Über 35.000 handgefertigte Lärchenschindeln wurden von erfahrenen Tiroler Dachdeckern bearbeitet. Solche Dacharbeiten sind alle sechs bis acht Jahre notwendig, um die Schutzfunktion des Daches zu gewährleisten. Komischerweise sind einige der ausgetauschten Schindeln jetzt Teil einer Spendenaktion. Ab einer Spende von 50 Euro können Unterstützer eine originale Schindel mit Brandstempel des Tiergartens erhalten. Diese können ab August am Eingang des Tirolerhofs abgeholt werden. Ein kleines Stück Geschichte in den Händen zu halten – das hat doch was!

In einer Zeit, in der der Schutz von Nutztierrassen und die Erhaltung traditioneller Handwerkskunst immer wichtiger werden, ist der Tiergarten Schönbrunn ein leuchtendes Beispiel. Hier wird nicht nur die Tierwelt bewahrt, sondern auch ein Stück österreichisches Kulturerbe. Während die kleinen Blauen Wiener durch ihr Gehege tollen, wird im Hintergrund auch für den Artenschutz gearbeitet. Denn im Tiergarten Schönbrunn wurde kürzlich ein neues Artenschutzhaus für beschlagnahmte Tiere eröffnet, das Zeichen im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel setzt.

Ein Auge auf den Artenschutz

Dieses neue Artenschutzhaus, realisiert im ehemaligen „Haus der Schrecken“, bietet Platz für 16 Terrarien mit nachgezüchteten Tierarten aus Beschlagnahmungen. Hier werden Tiere wie die Dreikiel-Scharnierschildkröte oder der Sandgecko gehalten, die aus dem illegalen Handel gerettet wurden. Die Bedeutung dieses Projekts wird durch Dr. Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, unterstrichen. Er hebt hervor, wie wichtig Aufklärung und Forschung in diesem Bereich sind. Der illegale Wildtierhandel ist eines der lukrativsten globalen Verbrechen, und der Tiergarten tritt aktiv dagegen an. Mit Artenspürhunden wird der Zoll bei der Aufdeckung von Wildtierhandel unterstützt – eine spannende und wichtige Aufgabe!

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Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Tiergarten Schönbrunn nicht nur ein Ort der Freude und Erholung ist, sondern auch ein Zentrum für den Erhalt von Artenvielfalt und heimischen Rassen. Während die kleinen Kaninchen im Tirolerhof fröhlich herumtollen, wird im Hintergrund ein großer Beitrag zum Artenschutz geleistet. Wer hätte gedacht, dass man beim Besuch eines Zoos nicht nur Spaß haben, sondern auch so viel über den Schutz unserer Tiere lernen kann? Das ist doch einfach nur großartig!

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