Wien-Landstraße, der 22. Juni 2026 – Die Luft ist erfüllt von einer Mischung aus Aufregung und Wehmut, denn der Spatenstich für das neue Wohnprojekt „Noma Living“ hat kürzlich stattgefunden. An dieser Stelle, wo einst das traditionsreiche Wirtshaus „Amon’s Gastwirtschaft“ stand, entsteht ein neues Kapitel in der Geschichte der Familie Amon. Doris und Leopold Amon, die das Lokal seit 119 Jahren in vierter Generation führten, haben den Schritt gewagt, um Platz für zwei neue Wohnbauten zu schaffen. Diese Entscheidung fiel nach der Schließung des Lokals am 15. Juli 2023, das von Leopold Amon I. im Jahr 1904 eröffnet wurde und über die Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt für viele Generationen war.

Es war ein Ort, an dem Kutscher und Straßenbahner sich trafen, um zu reden, zu essen und zu trinken. Die Familie Amon lebte früher sogar im ersten Stock des Wirtshauses. Die Erinnerungen an die geselligen Abende, die Feiern und die Gespräche werden für immer bestehen bleiben, auch wenn das Gebäude in der Schlachthausgasse 13, das 1875 erbaut wurde, nun einer neuen Nutzung weicht. Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ) und Dompfarrer Toni Faber waren bei der feierlichen Zeremonie anwesend und brachten ihre gemischten Gefühle über den Verlust des Lokals und die Freude über das neue Projekt zum Ausdruck.

Das neue Wohnprojekt

„Noma Living“ wird an zwei Standorten in der Schlachthausgasse 13 und der Würtzlerstraße 10 errichtet. Geplant sind insgesamt 26 Eigentumswohnungen und 15 Mietwohnungen. Bisher sind bereits 40 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft – ein Zeichen für das große Interesse an diesem neuen Projekt. Immobilienmakler Philipp Trattner hebt die „Lage, Konzept und Geschichte“ des Hauses hervor, was sicherlich dazu beiträgt, dass die Wohnungen so schnell einen Käufer finden. Das Projekt soll bis zum 4. Quartal 2027 abgeschlossen sein, und die Amons bieten während der Bauarbeiten Verpflegung für die Bauarbeiter an, die seit April 2026 an dem Bauwerk arbeiten. Besonders erfreulich: Lehrlinge des Bauunternehmens Handler sind ebenfalls an dem Projekt beteiligt, vor allem beim Wiederaufbau des historischen Weinkellers.

Die Schließung des Wirtshauses war ein schwerer Schritt für die Familie Amon. Renovierungsarbeiten wurden als finanziell nicht tragbar eingeschätzt, was letztlich zur endgültigen Schließung führte. Die Stammgäste, die oft zur Verabschiedung kamen, erinnerten sich an die guten Zeiten und die besonderen Anlässe, die sie dort gefeiert hatten. Melanie Amon, die Tochter von Doris und Leopold Amon, plant, nach einer neuen Adresse zu suchen, um die Amon-Manier und die gute Küche fortzuführen. Ideal wäre eine Lokalität im Dritten Bezirk.

Die Geschichte von „Amon’s Gastwirtschaft“ wird immer mit der Familie Amon verbunden sein. Die ersten Schritte in die neue Zukunft mit „Noma Living“ sind bereits gemacht, und die Hoffnungen auf ein neues Zuhause und eine neue Gemeinschaft stehen in der Luft. In einer Stadt wie Wien, die ständig im Wandel ist, bleibt die Frage, wie die neuen Gebäude in die Nachbarschaft integriert werden und welche Geschichten sie in den kommenden Jahren erzählen werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf wien.orf.at.

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Für mehr Details über die Schließung des Wirtshauses und die Hintergründe, warum nach 119 Jahren Schluss ist, können Sie auch den Artikel im Kurier nachlesen. Und um die neuesten Entwicklungen zum „Noma Living“-Projekt zu verfolgen, besuchen Sie die Seite von MeinBezirk.

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