Traude Apel-Kossatz: Gründerin des Figurentheaters Lilarum verstorben
Am Freitag, den 18. Juni, erreichte uns die traurige Nachricht aus Wien: Traude Apel-Kossatz, die Gründerin des Figurentheaters Lilarum, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Ihr Theater gab die Nachricht bekannt und damit ist nicht nur eine beeindruckende Künstlerin von uns gegangen, sondern auch eine unermüdliche Botschafterin für die Welt des Figurenspiels. Apel-Kossatz, geboren am 27. Juli 1939 in Wien, begann ihre berufliche Laufbahn zunächst mit einer Uhrmacherlehre, bevor sie in den 1970er Jahren durch Malunterricht und Aquarellausstellungen auf das Theater aufmerksam wurde. Begegnungen mit Puppenspielerinnen und Bühnenbildnerinnen weckten in ihr die Leidenschaft für das Figurentheater.
1980 gründete sie die Wanderbühne Lilarum, die zunächst als Wandertheater fungierte. Ihre Vision war es, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen – und das gelang ihr auf beeindruckende Weise. Sie entwarf und baute die Figuren selbst, gestaltete Bühne und Licht, bearbeitete die Texte und führte Regie. Ihre Figuren, gefertigt aus Schaumstoff, Stoff, Draht und Holz, zeichneten sich durch einen klaren, farbenfrohen Stil aus, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen faszinierte. In den 1980ern ließ sie sich in Penzing nieder, bevor das Lilarum 1997 in die Göllnergasse 8 in der Landstraße zog, in einen historischen Saal, der 1907 für den Katholischen Arbeiterverein errichtet worden war.
Ein Erlebnis für die Kleinsten
Apel-Kossatz hatte ein besonderes Gespür für die Bedürfnisse ihrer kleinen Zuschauer. Sie spezialisierte sich auf Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren und entwickelte Stücke, die sensibel auf die Emotionen und Vorstellungen der Kleinen eingingen. Ihr Credo lautete, dass alles, was für Kinder gemacht wird, auch wirklich für Kinder sein sollte. Das Lilarum wurde zur ersten Anlaufstelle für Eltern, die mit ihren Vorschulkindern ins Theater gehen möchten. Jährlich begrüßt das Lilarum zwischen 30.000 und 40.000 Theaterbesucher und hat sich damit als ein wichtiger Teil der Wiener Kulturszene etabliert.
Figurentheater ist übrigens nicht nur in Österreich beliebt, sondern erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. In vielen Ländern werden Puppen für Theateraufführungen genutzt – von der Peking-Oper in China bis hin zu Stabpuppen in Thailand. In Deutschland ist die „Augsburger Puppenkiste“ ein bekanntes Beispiel für Marionettentheater. Die Tradition des Figurentheaters reicht bis in die Antike zurück, wo bereits Aristoteles und Platon Puppen erwähnten. In vielen Kulturen sind Puppenspieler sowohl Künstler als auch Geschichtenerzähler, und ihre Kunstform hat die Menschen über Jahrhunderte hinweg fasziniert.
Traude Apel-Kossatz wird uns in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen ihrer Kunst, sondern auch wegen ihrer Leidenschaft, die sie in jede Aufführung steckte. Ihr Engagement für das Figurentheater und die Freude, die sie den Kindern brachte, werden noch lange nachhallen. Ihr Erbe lebt im Lilarum weiter, einem Ort, an dem die Magie des Puppenspiels weiterhin leuchtet.
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