Die Leopoldstadt steht vor einem großen Wandel. Die Generalsanierung des Amtshauses wurde beschlossen, und das Bezirksmuseum wird abgerissen. Ein neues Museum im Dachgeschoss ist geplant, aber die Eröffnung wird wohl frühestens 2029 sein. Das bedeutet für die Freunde der Kultur in der Stadt, dass das Bezirksmuseum seine Türen schließen muss, denn ein Ersatzstandort wurde bislang nicht gefunden. Am 1. Juli wird das Museum zum letzten Mal geöffnet sein, und ein Abschiedsfest ist in Planung. Über 7.000 Ausstellungsstücke müssen in ein Ersatzlager umziehen, während das Wien Museum die Absiedlung übernimmt. Bis zu diesem letzten Tag sind die Öffnungszeiten des Museums mittwochs von 16 bis 18:30 Uhr und sonntags von 10 bis 13 Uhr (außer am 24. Mai).
Der Baustart für die Sanierung des Amtshauses ist voraussichtlich im Frühjahr 2027. Die geplanten Maßnahmen sind umfangreich: Eine Generalsanierung, der Ausbau des Dachgeschosses und ein barrierefreier Zugang stehen auf der Agenda. Die geschätzten Bauwerkskosten belaufen sich auf etwa 28 Millionen Euro. Für die externe Kontrolle des Projekts wurden über 100.000 Euro eingeplant. Es wird ein neuer Sitzungssaal und eine Wohnung für den Hauswart im Amtshaus eingerichtet. Zudem sollen Fassade und Innenhöfe begrünt werden, und eine neue Photovoltaikanlage ist vorgesehen. Ab 2029 sollen alle Bereiche des Gebäudes barrierefrei erreichbar sein.
Ein Blick auf die Sanierung
Doch nicht nur in der Leopoldstadt wird saniert. Auch das Volkskundemuseum in Wien steht vor einem umfassenden Umbau. Die Sanierung ist Teil des österreichischen EU-Wiederaufbauplans und wird mit über 25 Millionen Euro aus dem EU-Programm gefördert. Das Ziel dieser Sanierung? Eine ökologische Ertüchtigung im denkmalgeschützten Bestand. Während der Schließung verlegt das Museum seine Aktivitäten ins Otto Wagner Areal (OWA), Pavillon 1. Hier wird das Museum seine Arbeit fortsetzen, während das Hauptgebäude umgestaltet wird.
Das Projekt umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die die Ausstellungsflächen um etwa 510 m² erweitern. Zudem wird ein neues Raumfunktionsprogramm entwickelt, das den Anforderungen der kulturellen Erhaltung entspricht. Die Einhaltung der ÖNORM EN 16893 ist dabei eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie die Installation einer reversiblen Luft-Wasser Wärmepumpe und die Sanierung von 125 Fenstern.
Finanzierung und Zeitplan
Die Finanzierung für das Volkskundemuseum setzt sich aus 25 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbauprogramm und etwa 2,5 Millionen Euro aus dem nationalen Kulturbudget zusammen. Der Zeitplan sieht vor, dass die Planerfindungsphase bereits im Juni 2023 begann, gefolgt von diversen Ausschreibungen und einem klaren Fahrplan bis hin zur Fertigstellung der Sanierung im Jahr 2026.
Mit all diesen Veränderungen steht die Leopoldstadt vor einer spannenden, wenn auch herausfordernden Zeit. Die Vorfreude auf neue, barrierefreie Räume und ein erweitertes kulturelles Angebot ist groß. Die Schließung des Bezirksmuseums ist zwar ein Abschied, doch die kommenden Jahre versprechen viel Bewegung und Entwicklung in der Wiener Kulturszene.