Heute ist der 29.04.2026 und die Logistiklandschaft in Wien-Liesing zeigt sich in einem interessanten Spannungsfeld. Die Betriebsliegenschaft mit einer Nutzfläche von 4.000 m² steht zum Verkauf, was die Gemüter der Investoren sicherlich bewegt. Der Logistikimmobilienmarkt in Österreich, der 2026 eine leichte Phase der Stabilisierung durchläuft, hat sich nach zwei herausfordernden Jahren etwas gefangen. Das zeigen die neuesten Erkenntnisse aus dem Logistikmarktbericht 2026 des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE, auf den wir gleich näher eingehen werden.
Marc Steinke, der Head of Research bei CBRE, beschreibt die aktuelle Situation als geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und einer verhaltenen Nachfrage. Der Wiener Logistikmarkt, der größte in Österreich, bleibt angespannt. Nach einem Rekordniveau an Fertigstellungen im Jahr 2024 sind zahlreiche Flächen verfügbar, die Leerstandsquote beträgt rund 9,8 Prozent zum Jahresende 2025. In dieser Gemengelage stellt sich die Frage, wie es weitergeht.
Marktentwicklung und Trends
Die gesamtwirtschaftliche Lage in Österreich verbessert sich leicht, mit einem erwarteten Wachstum von 0,7 %. Das ist zwar nicht gerade berauschend, aber es ist auch nicht alles verloren. Die Nachfrageprofile am Logistikmarkt verändern sich merklich. Großflächige Anmietungen werden seltener, während kleinere bis mittelgroße Einheiten zwischen 1.000 und 3.500 m² bevorzugt werden. Das ist interessant, denn insbesondere mittelständische Unternehmen zeigen sich als Hauptnachfrager dieser kleineren Einheiten. Sie sind es, die den Markt jetzt prägen.
Besonders bemerkenswert ist, dass spezialisierte Nutzergruppen, wie die Pharma- und Kühlindustrie, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Diese Branchen setzen auf Pufferkapazitäten und passen ihre Logistiknetzwerke an, um sich den instabilen Lieferketten anzupassen. Das klingt nach einer echten Herausforderung, aber auch nach einer Chance für die Flexiblen. Mieter profitieren momentan von einem großen Angebot und attraktiven Konditionen – das ist ein Lichtblick für alle, die auf der Suche nach passenden Flächen sind.
Die Perspektive für 2026
Für das laufende Jahr 2026 wird ein Rückgang der Neubautätigkeit prognostiziert. Ein Volumen von rund 110.000 m² ist zu erwarten, was einem Rückgang von 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Flächenumsatz in und um Wien betrug 2025 etwa 147.000 m². Davon wurden 109.000 m² in spekulativ errichteten Projekten umgesetzt. Das zeigt, dass die Marktakteure versuchen, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.
Die Spitzenmieten in Wien steigen moderat von 7,25 Euro auf 7,35 Euro pro m² und Monat. Im Vergleich dazu bleibt Linz, der zweitgrößte Logistikstandort, bei stabilen 7 Euro pro m². Auch Graz präsentiert sich mit dem modernsten Logistikbestand, wo die Mietentwicklung bei 6,45 Euro pro m² stabil bleibt. Kleinere Märkte wie Salzburg und Innsbruck kämpfen mit Flächenknappheit, während Villach–Klagenfurt an Bedeutung gewinnt. Der Investmentmarkt zeigt sich ebenfalls lebhaft, mit einem Transaktionsvolumen von rund 388 Millionen Euro im Jahr 2025, was einem Anstieg um 29 % entspricht.
Ausblick und Herausforderungen
Die Nachfrage konzentriert sich jetzt verstärkt auf moderne, voll vermietete Objekte. Unvermietete Projektentwicklungen verlieren zunehmend an Bedeutung. Internationale Investoren zeigen großes Interesse, insbesondere im Core-Segment, was positiv für die Marktstabilität sein könnte. Die Spitzenrendite liegt bei rund 5,10 %. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich der österreichische Logistikimmobilienmarkt weiter entwickeln wird – beeinflusst von geopolitischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Impulsen aus Europa.
Die Informationen stammen unter anderem aus dem Logistikmarktbericht 2026 von CBRE und zeigen, dass auch wenn die Lage angespannt ist, doch ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Entwicklungen im Laufe des Jahres entfalten werden.