Staubbelastung am Liesingbachbegleitweg sorgt für Unmut unter Anrainern
Am Liesingbachbegleitweg in Wien-Liesing wird zurzeit heftig diskutiert. Der Sandmakadam-Belag, der erst im vergangenen Jahr aufgebracht wurde, sorgt für Aufregung und sorgt bei den Anrainern für unruhige Nerven. Ein Anwohner hat sich zu Wort gemeldet und kritisiert die ständige Staubentwicklung, besonders bei trockener Witterung. „Da kann man ja kaum durchatmen“, so der Anrainer, der dringend Maßnahmen fordert, um die Situation zu verbessern.
Besonders betroffen sind die Wegabschnitte zwischen Atzgersdorfer Park und Alterlaa sowie zwischen Möllergasse und Gaulgasse. Der Anwohner hat sogar einen sichtbaren Staubfilm auf Fahrrädern, Schuhen und der angrenzenden Vegetation dokumentiert. Das ist nicht nur unangenehm, sondern bringt auch gesundheitliche Bedenken mit sich, besonders für Kinder, die näher am Boden sind. „Ich mache mir Sorgen, dass das gesundheitliche Folgen haben könnte“, fügt er besorgt hinzu.
Die Argumente der Stadt
Die Stadt Wien, vertreten durch die MA 45 – Wiener Gewässer, hat einen anderen Blick auf die Sache. Man argumentiert, dass der Sandmakadam sich mit der Zeit verdichten und die Staubentwicklung verringern werde. Das Ziel hinter der Wahl des Belags ist die naturnahe Gestaltung und die Vermeidung von Versiegelungen im Rahmen der Initiative „Raus aus Asphalt“. „So bleibt das Wasser nicht nur an der Oberfläche, sondern kann auch versickern“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zudem wird auf die Vorteile des Sandmakadams hingewiesen: Er heizt sich im Sommer weniger auf und reduziert das Risiko von Glatteisbildung im Winter.
Ein weiteres Argument ist, dass entlang von Gewässern kein Salz gestreut werden darf, um die Gewässerökologie nicht zu beeinträchtigen. Dennoch bleibt die Frage, ob die Argumente den Unmut der Anrainer über die Staubbelastung wirklich entkräften können. Es klingt schon fast wie ein verzweifelter Versuch, den Ärger der Bürger zu besänftigen. Die Stadt hat auch eine Teststrecke von 80 Metern eingerichtet, auf der vier verschiedene Asphaltmischungen in Zusammenarbeit mit der MA 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau getestet werden. Diese Abschnitte sind mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ausgestattet und sollen über drei Jahre lang Daten liefern.
Der Ausblick
Ob die Tests und die Zeit den gewünschten Effekt haben werden, bleibt abzuwarten. Aktuell bleibt der Staub das zentrale Thema. Anwohner wünschen sich, dass die Stadt rasch handelt, um das Problem zu lösen. „Wir wollen ja nichts gegen den Fortschritt, aber es muss für alle machbar sein“, so ein weiterer Anwohner. In einer Zeit, in der Umweltbewusstsein und naturnahe Lösungen hoch im Kurs stehen, ist es wichtig, dass die Bedürfnisse der Bürger nicht aus den Augen verloren werden. Schließlich sind es auch die Fußgänger, Radfahrer und Familien, die den Weg nutzen und die Folgen der Entscheidungen zu spüren bekommen.
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