Asbestfunde in Wien-Liesing: Greenpeace warnt vor krebserregendem Amphibolasbest im Asphalt
In Wien-Liesing sorgt eine alarmierende Entdeckung für große Unruhe: Greenpeace hat bei Untersuchungen stark krebserregenden Amphibolasbest im Asphalt gefunden. Diese Erkenntnis stammt aus Bürgerhinweisen, die die Umweltschützer erhalten haben. Besonders betroffen sind Straßen in der Umgebung, und die Beunruhigung in den angrenzenden Wohngebieten ist spürbar. Das Problem könnte sogar auf Spielplätzen und Gehwegen auftreten, da Asbest theoretisch überall dort vorhanden sein kann, wo Asphalt ist. Zumindest acht Verdachtsfälle wurden bereits an ein Labor geschickt, wobei die Proben von Greenpeace Vorrang haben. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen werden im Sommer erwartet und könnten weitere Informationen über die Ausbreitung des Asbests liefern. In den letzten Wochen sind zudem fünf neue Hinweise auf verdächtige Stellen eingegangen, die sich in der Nähe der bisherigen Funde befinden. Es scheint, als könnte der Ursprung des Asbestschotters aus dem Burgenland stammen.
Die Mikroskopuntersuchungen zeigen sichtbare Fasern, die ein erhebliches Krebsrisiko darstellen. Besonders alarmierend ist der Druck von Fahrzeugen, der das Material pulverisieren und Asbest freisetzen könnte. Unklar bleibt jedoch, wie Trockenheit oder Regen die Freisetzung von Asbestfasern beeinflussen. Während Experten die gesundheitlichen Folgen vorsichtig bewerten, wird eine nennenswerte Belastung für Insassen von Fahrzeugen mit offenen Fenstern eher ausgeschlossen. Allerdings mangelt es an Daten über die Auswirkungen auf die dauerhafte Wohnbevölkerung oder Passanten. Greenpeace fordert daher eine zügige Sanierung der Hauptverkehrsadern und eine genaue Dokumentation aller Abschnitte mit Asbestasphalt in den Seitenstraßen. Das Ziel ist klar: die unkontrollierte Freisetzung von Asbestfasern bei zukünftigen Bauarbeiten zu vermeiden.
Die Stadt Wien reagiert
Die Stadt Wien hat auf die alarmierenden Meldungen reagiert. Die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) wird den Hinweisen von Greenpeace nachgehen. Laut Wolfgang Ablinger, dem stellvertretenden Leiter der MA 28, werden diese Hinweise ernst genommen und sorgfältig geprüft. Es ist wichtig zu betonen, dass der Einbau asbesthaltiger Materialien im Straßenbau grundsätzlich unzulässig ist. Bei zwei der betroffenen Straßen wurden im Labor sogar „nahezu reine, hoch krebserregende Amphibolasbest“-Bestände gefunden. Als Reaktion auf die Situation hat die Stadt ein neues Verfahren eingeführt, um bei Straßenbauprojekten auf Asbest zu testen. Bei aktuellen Bauvorhaben wird kein asbestbelastetes Gesteinsmaterial verwendet. Greenpeace schätzt, dass die verwendeten Asphalte in den betroffenen Straßen zwischen ein und fünf Prozent Asbest enthalten.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Thema Asbest in Wien zur Sprache kommt. Greenpeace hat über 300 Meldungen zu Asbestfunden in verschiedenen Bereichen erhalten. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, wurde ein Online-Formular zur Meldung von Asbestfunden eingerichtet. Doch wie gefährlich ist Asbest wirklich? Diese Frage beschäftigt viele Menschen. Die Wahrheit ist, dass Asbest nach wie vor in der Umwelt und in Wohnbereichen vorhanden ist, da es vor dem Verbot in langlebigen Bauprodukten verwendet wurde. Dabei unterscheidet man zwischen schwach und fest gebundenen Asbestprodukten. Früher galt schwach gebundener Asbest als gefährlicher, aber auch bei fest gebundenen Produkten können beim Bearbeiten Asbestfasern freigesetzt werden.
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Schwach gebundener Asbest, oft in Produkten wie Spritzasbest oder alten Bodenbelägen gefunden, kann durch Erschütterung und Alterung leicht Fasern freisetzen. Der Asbestanteil liegt meist über 60 Prozent. Aber auch fest gebundene Produkte, wie Asbestzementplatten, enthalten in der Regel 10-15 Prozent Asbest. Bei normaler Nutzung dieser Produkte besteht keine Gesundheitsgefahr, solange sie intakt sind und nicht mechanisch bearbeitet werden. Kritisch wird es erst, wenn diese Produkte zerstört oder bearbeitet werden. Das Bohren in asbesthaltigem Putz birgt in der Regel kein erhöhtes Risiko, jedoch ist die Unkenntnis über den Asbestverbau und die Risiken bei Renovierungen oft ein großes Problem für Immobilienbesitzer und Bewohner.
Wien-Liesing steht also vor einer Herausforderung. Der Schutz der Bevölkerung hat höchste Priorität, und die schnelle Reaktion der Stadt gibt Hoffnung, dass die Situation bald unter Kontrolle gebracht werden kann. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die Laboruntersuchungen bringen werden und wie sich die Lage weiterentwickelt. Die Bürger sind aufgerufen, wachsam zu bleiben und verdächtige Funde zu melden!
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