Vandalismusakt an Liesinger Pfarrkirche erschüttert Gemeinde
In der Nacht vom 29. auf 30. Mai 2026 wurde die Liesinger Pfarrkirche St. Nikolaus, ein architektonisches Juwel in Wien-Liesing, von einem Vandalismusakt heimgesucht, der die Gemeinde zutiefst erschüttert hat. Unbekannte Täter beschädigten mehrere Glasfenster, die von dem renommierten Wiener Künstler Anton Lehmden gestaltet wurden. Der Schaden wurde am nächsten Morgen entdeckt und ist nach ersten Schätzungen mit rund 15.000 Euro beziffert, wobei aus künstlerischer Sicht die Zerstörung als „irreparabel“ gilt. Die Fenster sind nicht nur dekorative Elemente, sondern Teil eines umfassenden künstlerischen Gesamtkonzepts der Kirche, das die Besucher in seinen Bann zieht.
Ein mutmaßliches Tatwerkzeug – eine Eisenzange – wurde im beschädigten Fenster gefunden, genau an der Stelle, die das geknickte Schilfrohr darstellt. Diese symbolische Darstellung hat eine tiefere Bedeutung, die auf die Bibelstelle Jesaja 42,3 verweist: „Das geknickte Schilfrohr wird nicht zerbrechen.“ Die Verbindung zwischen Kunst und Glauben wird hier besonders deutlich. Anton Lehmden, der 2018 verstorben ist, war nicht nur ein bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, sondern auch für andere bedeutende Werke, wie das Wandbild „Das Werden der Natur“ an der U3-Station Volkstheater, bekannt.
Ermittlungen und Reaktionen
Die Wiener Polizei hat Ermittlungen gegen unbekannte Täter wegen schwerer Sachbeschädigung aufgenommen. Es liegen Anzeigen zu den fünf beschädigten Fenstern und einer weiteren beschädigten Eingangstür vor. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise auf ein mögliches Motiv oder Zeugenhinweise. Pfarrprovisor Wolfgang Unterberger äußerte die tiefe Bestürzung der Gemeinde über diesen Vorfall und die Zerstörung eines so wertvollen kulturellen Erbes. Unterstützung für die Restaurierung wird von der Pfarre angeboten, und Interessierte können sich per E-Mail an die Pfarrkanzlei (pfarre.inzersdorf@katholischekirche.at) wenden.
Ein weiterer Beitrag über die Glasfenster in der Kirche St. Nikolaus ist in Planung, der speziell für Kinder aufbereitet wird. So wird auch die jüngere Generation in die Bedeutung und den Wert dieser Kunstwerke eingeführt. Es ist wichtig, dass solche kulturellen Erbstücke nicht in Vergessenheit geraten.
Ein größerer Kontext
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf eine besorgniserregende Entwicklung in Wien. Angriffe auf christliche Einrichtungen nehmen zu, und Politiker wie Hungerländer und Pasquali betonen die Notwendigkeit, die Betroffenen solcher Angriffe zu unterstützen. Jan Ledóchowski, Vorsitzender der Meldestelle für Christenfeindlichkeit, zeigt sich erschüttert, aber nicht überrascht von dieser Welle der Aggression. Die Angriffe werden häufig von extremistischen Gruppen verübt und verletzen nicht nur das Eigentum, sondern auch den Respekt für religiöse Vielfalt. Suha Dejmek von Christenschutz.at ergänzt, dass solche Taten Misstrauen und Angst in der Gesellschaft säen. Die Stimmen, die ein entschiedenes Handeln der Stadt und Sicherheitsbehörden fordern, werden lauter und deutlicher.
Es bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell zu Ergebnissen führen und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Die Zerstörung von Kunst und Glauben ist nicht nur ein Angriff auf die Pfarre St. Nikolaus, sondern trifft uns alle in unserem Zusammenleben.
Für weitere Informationen oder sachdienliche Hinweise zur Tat können sich Bürger an die Polizeiinspektion Purkytgasse 1 unter der Telefonnummer 01/313 10 49 346 wenden. Jede Hilfe ist wertvoll!
Für weiterführende Informationen über den Vorfall und die Reaktionen der Gemeinde können Sie auch den Artikel auf meinbezirk.at lesen.
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