In Wien-Liesing hat die Wirtschaftskrise nicht nur die großen Unternehmen getroffen, sondern auch die kleinen, regionalen Betriebe. Die Auswirkungen sind in jedem Lebensbereich spürbar. Regionaler Wirtschaftspatriotismus ist wichtiger denn je. Online-Einkäufe können die heimische Wirtschaft ernsthaft schädigen, denn wenn das Geld in ausländische Plattformen fließt, leidet die lokale Wirtschaft. Diese Abwanderung von Geld führt zu Geschäftsschließungen, Arbeitsplatzabbau und, wie wir alle wissen, zu Insolvenzen. Die Globalisierung hat uns in eine Abhängigkeit von ausländischen Konzernen gebracht, und das ist nicht nur ökonomisch problematisch, sondern auch ethisch fragwürdig.
Verbraucht man beim Einkauf nicht nur einen Blick auf die Preise, sondern auch auf die Produktionsbedingungen? Oft werden Billigkäufe ohne Rücksicht auf die Umwelt getätigt. Diese schädlichen, billig produzierten Waren schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch dem schwindenden Patriotismus beim Einkauf. Wenn wir nicht lokal kaufen, entziehen wir der regionalen Wirtschaft Umsatz, was die Zukunft des Bezirks beeinflusst. Unternehmer in Liesing erfüllen wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft, und ihre Unterstützung ist von größter Bedeutung.
WIR23 – Gemeinsam für die Region
Ein Lichtblick in dieser schweren Zeit ist die Initiative WIR23. Dieser Unternehmerverein wurde 2019 ins Leben gerufen, um die Anliegen regionaler Unternehmer zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um das Überleben der Betriebe, sondern auch um das Bewusstsein für den lokalen Einkauf zu aktivieren. Rund 160 Liesinger Unternehmen haben sich bereits vernetzt, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Die Mitglieder kooperieren statt zu konkurrieren, was eine ganz neue Dynamik in die lokale Wirtschaft bringt. WIR23 lädt alle zur Mitgestaltung des Bezirks ein und bietet ein starkes Netzwerk für Unternehmer und Vereine an. Hier können alle profitieren, sei es durch gemeinsame Marketingmaßnahmen oder über die Informationen zu lokalen Angeboten, die über die Facebook-Seite oder den Newsletter bereitgestellt werden.
Wer mehr über WIR23 erfahren möchte, kann sich direkt an die Initiative wenden. Die Kontaktinformationen sind: info@wir23.wien und die Homepage ist www.wir23.wien.
Förderung von strukturschwachen Regionen
Doch nicht nur lokale Initiativen sind wichtig. Auch auf nationaler Ebene gibt es Maßnahmen zur Unterstützung. Ein zentrales Instrument ist die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Diese Förderung konzentriert sich auf strukturschwache Regionen und hat das Ziel, Standortnachteile auszugleichen, Beschäftigung zu sichern und Wachstum sowie Wohlstand zu erhöhen. Zudem wird der Transformationsprozess hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft beschleunigt.
Die Neuaufstellung der GRW, die am 30. Dezember 2025 im GRW-Koordinierungsausschuss beschlossen wurde, bringt einige wichtige Eckpunkte mit sich. Unter anderem gibt es zusätzliche Anreize für Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen und einen neuen Fokus auf Arbeitsproduktivität. Das Ziel ist klar: die Stärkung der Fachkräftesicherung in Regionen mit hohem Bevölkerungsrückgang und die Ermöglichung von Investitionen in „Transformations- und Netto-Null-Technologien“. Diese Entwicklungen sind entscheidend, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und die regionalen Strukturen zu verbessern.
Ein kleiner Ausblick: Im Jahr 2025 wird es eine öffentliche Konsultation zur Industrie- und Gewerbeflächenentwicklung in strukturschwachen Regionen geben. Es ist spannend zu sehen, wie die Rückmeldungen aus der Bevölkerung in die Entscheidungen einfließen werden. Der Austausch ist essenziell, um die richtigen Weichen für die wirtschaftliche Zukunft zu stellen.