Lebendiger Aktionstag für eine autofreie Rahlgasse in Wien-Mariahilf
In der bunten Rahlgasse in Wien-Mariahilf fand kürzlich eine lebendige Veranstaltung statt, die zahlreiche Besucher anlockte. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen wurde das Potenzial einer autofreien Gestaltung der Rahlgasse in den Mittelpunkt gerückt. Dieser jährliche Aktionstag, der seit rund 20 Jahren gefeiert wird, bot ein breites Spektrum an Aktivitäten an insgesamt zwölf Stationen. Von Schachspielen über einen Reparaturstand der Initiative „Slow Fashion Resi“ bis hin zu einem Informationsstand zur „autofreien Rahlgasse“ – hier war für jeden etwas dabei. Auch ein Maturabuffet durfte natürlich nicht fehlen!
Die Veranstaltung zog nicht nur Passantinnen und Passanten an, sondern auch Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, die tatkräftig beim Auf- und Abbau halfen und die Stände betreuten. Karl Marquardt, Lehrer an der AHS Rahlgasse, hob das beeindruckende Engagement der Schüler hervor. Unter den Gästen war auch Julia Lessacher, die Bezirksvorsteherin (SPÖ), die die Bedeutung solcher Initiativen unterstrich. Es gab sogar Diskussionen über kostengünstige Möglichkeiten zur Umgestaltung der bestehenden Parkplätze in der Rahlgasse – ein Thema, das seit Jahren auf der Agenda steht.
Ein Raum für Kinder
Die Rahlgasse ist mehr als nur eine Straße – sie ist für die 750 Schüler:innen des Gymnasiums Rahlgasse der einzige Platz, um im Freien zu pausieren. Die Schule fordert seit zwei Jahrzehnten mehr Raum für Kinder und eine autofreie Gestaltung. Die Umgebung wird von der Stadt Wien als stark verkehrsbelastete Wohnstraße beschrieben, was die Notwendigkeit einer „grünen Oase“ für die Nachbarschaft nur unterstreicht. Das Wiener Klimateam hat bereits vier Ideen von Anwohner:innen und Schüler:innen zur autofreien Rahlgasse erhalten, die als Projekt empfohlen wurden. Eine „Minimalvariante“ wäre die Behübschung mit wenig Umgestaltung, während die „Maximalvariante“ eine umfassende Umgestaltung vorsieht.
Doch wie so oft gibt es auch hier Hürden. Es ist zu wenig Budget eingeplant, um eine autofreie Umgestaltung zu ermöglichen. In einer Bezirksvertretungssitzung wurde dennoch ein Antrag zur Umgestaltung beschlossen, auch wenn die Mittel nicht aus dem Klimateam-Budget stammen. Unterstützt von der SPÖ bleibt die Umsetzung jedoch ungewiss. Stadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart sind gefordert, um endlich Taten folgen zu lassen und eine nutzbare Freifläche für die Schüler:innen zu schaffen.
Der Wert von Freiraum
Ein Blick auf die allgemeine Situation zeigt, wie wichtig es ist, den urbanen Raum neu zu denken. Autos parken im Durchschnitt mehr als 23 Stunden am Tag unbewegt – was für ein verschwendeter Platz! Die Flächeneffizienz von Fahrrädern ist elfmal besser als die von PKWs. Und die Ausgaben für den Ausbau von Straßen und Autobahnen übersteigen die für Radwege erheblich. Es ist an der Zeit, diesen wertvollen Stadtraum für Freizeitaktivitäten zu nutzen und den Menschen zurückzugeben.
Das „Manifest der freien Straße“, veröffentlicht von der Allianz der freien Straßen, unterstreicht diese Gedanken. Hier wurden über sechs Monate hinweg Fachartikel, Studien und Best-Practice-Beispiele ausgewertet, um visionäre Ideen für eine autofreie Stadt zu entwickeln. Es bleibt spannend zu beobachten, ob die Initiativen in der Rahlgasse langfristig Früchte tragen werden. Die Begeisterung und das Engagement der Beteiligten lassen hoffen, dass die Rahlgasse bald eine noch lebenswertere und kinderfreundlichere Umgebung wird.
Für mehr Informationen zu diesem lebhaften Event und den Plänen zur Rahlgasse, schauen Sie auf die ursprüngliche Quelle. Dort finden Sie weitere Details und Hintergründe zu den Bemühungen in der Rahlgasse.
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