Wien-Meidling, 22. April 2026 – Die Wiener Schnellbahn steht vor einem bedeutenden Wandel: Die legendären 4020er Züge, die seit den späten 1970er-Jahren im Einsatz sind, werden endgültig aus dem Verkehr gezogen. Die Entscheidung, diese historischen Fahrzeuge ausmustern zu lassen, sorgt nicht nur für nostalgische Gefühle, sondern auch für Erleichterung bei vielen Fahrgästen, besonders bei Rollstuhlfahrern, älteren Menschen und Familien mit Kinderwagen, die von den stufenlosen Bahnfahrtmöglichkeiten profitiert haben.

Die 4020er Züge wurden ursprünglich in den 1970er-Jahren entwickelt und ab 1978 auf der Wiener Stammstrecke eingesetzt. Von den ursprünglich 120 Garnituren sind heute nur noch rund zwei Dutzend aktiv. Die Züge wurden mehrfach umgebaut, um den technischen Ansprüchen gerecht zu werden, doch ihre veralteten Siemens-Armaturen und die häufigen Probleme mit den Kompressoren waren nicht mehr tragbar. Am 1. September 2023 wurde eine Garnitur sogar anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ÖBB zum Discozug umgebaut – ein letzter großer Auftritt für die betagten Fahrzeuge.

Technische Hintergründe und Umbauten

Die 4020er Züge zeichnen sich durch ihre Thyristorsteuerung und die Luftfederung aus, die für eine angenehme Fahrt sorgen. Ihre Entwicklung begann in den Mitte der 1970er Jahre, als die ÖBB neue Fahrzeuge für den Nahverkehr beschaffte. Die ersten Probefahrten fanden im Oktober 1978 statt, und schon im Dezember desselben Jahres wurden die Züge auf der Linie S80 eingesetzt. Über die Jahre wurden sie immer wieder modernisiert; so erhielten sie unter anderem LED-Scheinwerfer und automatische Türschließungen.

Trotz der zahlreichen Umbauten blieb der Zugmangel ein Problem, weshalb die 4020er immer wieder im Einsatz blieben, obwohl sie mehrfach hätten ausgemustert werden sollen. Die technische Umrüstung auf moderne Standards wäre immens teuer gewesen, sodass die ÖBB nun beschlossen hat, die Baureihe 4020 im Sommer 2024 endgültig auszuscheiden, obwohl die Zulassung bis 2030 läuft.

Ein Abschied mit Wehmut

Der Abschied von den 4020er Zügen wird nicht nur von Eisenbahnfreunden in Fachforen mit Wehmut betrachtet. Diese Züge haben Generationen von Pendlern und Reisenden durch Wien und Umgebung begleitet. Ihre breiten Türen ermöglichten schnellen Fahrgastwechsel, und während ihre Innenausstattung ursprünglich ohne Kopfstützen auskam, wurden sie über die Jahre an die Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst.

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Mit der Ausmusterung der 4020er wird auch eine neue Ära für die Wiener Schnellbahn eingeläutet. Die neue Stammstrecke wird mit einem modernen Zugsicherungssystem, dem ETCS, ausgestattet. Die ÖBB hat bereits ausreichend neue Züge zur Verfügung, was den Abschied von den betagten 4020ern etwas erleichtert. Dennoch bleibt die Frage, wie viele nostalgische Erinnerungen an diese Züge in den Herzen der Wiener bleiben werden.

Die Entscheidung, die 4020er aus dem Verkehr zu ziehen, ist Teil eines umfassenden Modernisierungsplans der ÖBB, der den Fokus auf Effizienz und Komfort legt. Auch wenn die nostalgischen Gefühle in Fachforen und unter Eisenbahnfreunden verständlich sind, zeigt der Schritt, dass Fortschritt manchmal auch den Abschied von Geliebtem mit sich bringt.