Das renommierte AUVA-Traumazentrum Wien-Brigittenau, früher als Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler bekannt, steht vor einer umfassenden Sanierung. Das über 50 Jahre alte Gebäude ist in die Jahre gekommen und benötigt dringend bau- sowie brandschutztechnische Maßnahmen. Diese sind jedoch im laufenden Betrieb nicht umsetzbar, was die Verantwortlichen vor große Herausforderungen stellt. Deshalb werden die stationären Leistungen bis zum Ende des Jahres ins Traumazentrum Meidling und ins AKH Wien verlagert. Eine Erstuntersuchungsambulanz für selbstkommende Patienten bleibt jedoch in Brigittenau bestehen, sodass die Anlaufstelle für Notfälle weiterhin vorhanden ist.

Ab Anfang 2025 sind während der Planung und der Bauarbeiten weitere Übergangslösungen am Standort Brigittenau in Aussicht. Das Umbauprojekt wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, unter anderem der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien, dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Traumatologie sowie der Elisabethinnen Linz-Wien GmbH und der Franziskus Spital GmbH, umgesetzt. Ziel ist es, die medizinische Versorgung im Bereich der Traumatologie nachhaltig weiterzuentwickeln. Schließlich wurden im Traumazentrum Brigittenau in den letzten Jahren jährlich rund 65.000 Patientinnen und Patienten nach Unfällen betreut.

Kritik aus der Politik

Die Pläne für die Verlagerung der stationären Leistungen stießen jedoch auf Widerstand. Die Wiener FPÖ äußerte Bedenken, dass die Verlagerung von etwa 900 Operationen auf andere Krankenhäuser zu Chaos führen könnte. Diese Sorgen sind nicht unbegründet, denn eine solche Umstellung kann immer zu logistischen Herausforderungen führen. Es bleibt abzuwarten, wie die Situation im kommenden Jahr verlaufen wird, wenn die ersten Veränderungen spürbar werden.

Wien investiert in die Zukunft

Doch nicht nur das Traumazentrum steht vor einer Modernisierung. Wien hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2040 seine Kliniken vollständig zu sanieren und zu erneuern. Das Investitionsprogramm, welches das größte in der Geschichte des Wiener Gesundheitsverbundes ist, sieht für die erste Phase bis 2030 3,3 Milliarden Euro aus dem Wiener Stadthaushalt vor. Zusätzlich werden Mittel aus dem Wiener Gesundheitsfonds bereitgestellt. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker betont die Bedeutung eines stabilen kommunalen Gesundheitswesens, besonders im Kontext der Herausforderungen, die die COVID-19-Pandemie mit sich brachte.

Das Gesundheitssystem in Wien hat sich international einen Ruf erarbeitet, jedoch sind viele Spitalsgebäude bereits über 100 Jahre alt. Die Umbaumaßnahmen sollen ohne Einschränkungen für Patientinnen und Patienten sowie für das Personal stattfinden und sind so konzipiert, dass sie nachhaltig ökologisch, ökonomisch und sozial sind. Ein besonders erfreuliches Nebeneffekt: Das Investitionsprogramm stärkt die Wiener Wertschöpfung und sichert hochwertige Arbeitsplätze. Bis 2030 werden im ambulanten Bereich mehr als 9.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – das ist doch eine gute Nachricht!

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In Wien gibt es insgesamt 554 Organisationen im Bereich Life Science, die rund 38.000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von etwa 13 Milliarden Euro erwirtschaften. Die „Gesundheitsmetropole Wien“ ist ein zentrales Anliegen der städtischen Wirtschaftsstrategie WIEN 2030 – Wirtschaft & Innovation. Die Planung und das Management der Projekte werden von der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH übernommen. Wer über die Baufortschritte informiert bleiben möchte, kann sich auf einer speziellen Projektwebsite des Wiener Gesundheitsverbundes umsehen.