Eröffnung des ersten Mutter-Kind-Hauses für haftentlassene Frauen in Wien
Heute, am 25. Juni 2026, wurde ein ganz besonderes Projekt in Wien-Neubau eröffnet. In der Burggasse, im Herzen des 7. Bezirks, fand die Eröffnung des ersten Mutter-Kind-Hauses für haftentlassene Frauen in Österreich statt. Justizministerin Anna Sporrer und Erzbischof Josef Grünwidl gaben sich die Ehre, dieses bedeutende Ereignis zu begleiten. Es ist ein Schritt, der nicht nur für die betroffenen Frauen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt von großer Bedeutung ist.
Das Mutter-Kind-Haus, betrieben von der St.-Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, bietet einen geschützten Wohnraum sowie umfangreiche Unterstützung für Mütter und ihre Kinder, die nach einer Haftentlassung einen Neuanfang wagen. Es wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, diesen Frauen und ihren Kindern eine Perspektive zu bieten und ihnen zu helfen, den Kreislauf von Rückfällen zu durchbrechen. Das Projekt wurde von der Erzdiözese Wien, dem Justizministerium und der Privatstiftung Collegialität finanziell unterstützt.
Ein sicherer Hafen für Mütter und Kinder
Das Haus Justitia Collegialität, wie es offiziell heißt, bietet insgesamt 15 Wohnungen. Neun dieser Wohnungen sind bereits bewohnt. Frauen, die dort leben, haben in der Regel ein bis drei Kinder dabei. Nicole Meissner von der Stiftung betont die enorme Bedeutung dieser Einrichtung und die Sicherheit, die sie schafft. Sie ist der Meinung, dass es nicht nur um ein Dach über dem Kopf geht, sondern um echte Unterstützung in einer herausfordernden Lebenssituation.
Die Bewohnerinnen erhalten intensive Hilfe durch ein Team von Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen und Psychotherapeutinnen. Diese Fachkräfte stehen den Frauen zur Seite, um ihnen bei der Jobsuche zu helfen, Bewerbungstrainings anzubieten und sie bei Behördenwegen zu unterstützen. Auch Bildungs- und Freizeitangebote sind Teil des Programms. Und das ist wichtig, denn Frauen machen weniger als 7 % der Insassen in den österreichischen Justizanstalten aus, haben aber oft mit komplexen Problemen nach ihrer Entlassung zu kämpfen.
Ein Projekt mit Weitblick
Die Herausforderungen, mit denen die Frauen konfrontiert sind, sind vielfältig: Wohnungslosigkeit, gesundheitliche Belastungen, Fragen zur Obsorge und Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Justizministerin Sporrer hob hervor, wie wichtig die Rolle dieser Einrichtung für die Resozialisierung ist und dass sie einen wertvollen Beitrag zur Verhinderung von Rückfällen leistet. Erzbischof Grünwidl segnete das Projekt und verdeutlichte die Unterstützung für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Neubau-Bezirksvorsteher Markus Reiter begrüßte die sozialen Angebote des Hauses und betonte, dass solche Initiativen für die Gemeinschaft von großer Bedeutung sind. In einer Welt, in der viele Menschen oft vergessen werden, ist es ermutigend zu sehen, dass es Einrichtungen wie diese gibt, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen.
Mit dieser Einrichtung wird ein neuer Weg geebnet, um den betroffenen Müttern und ihren Kindern eine zweite Chance zu geben. Es ist mehr als nur ein Haus; es ist ein Ort der Hoffnung, des Neuanfangs und der Unterstützung. Und das ist genau das, was viele Frauen nach einer so schwierigen Zeit in ihrem Leben brauchen.
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