In Wien-Simmering tut sich gerade etwas Aufregendes im Bereich der Jugendhilfe. Die Stadt plant die Einführung von Auszeit-WGs, eine Initiative, die von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) als „Meilenstein im Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalität“ bezeichnet wird. Ziel dieser neuen Wohngemeinschaften ist es, die Probleme jugendlicher Intensivtätern zu bewältigen. Besonders besorgniserregend ist, dass Kinder unter 14 Jahren häufig schwere Delikte wie Raub oder Einbrüche begehen, oft ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein, da sie strafunmündig sind. Die Auszeit-WGs sollen nun in Wien als erstes Bundesland für 11- bis 13-Jährige geschaffen werden, wobei der Freiheitsentzug als letztes Mittel zum Einsatz kommt.

Die Eröffnung der WG hat sich jedoch mehrfach verzögert – ursprünglich war der Start für April geplant, dann wurde er auf Mai und schließlich auf Mitte Juni verschoben. Statt der geplanten zwei Burschen wird zunächst nur ein Kind in der WG untergebracht. Die genaue Eröffnung steht noch aus, aber die baulichen Umbaumaßnahmen sind nun abgeschlossen, und die WG befindet sich in den letzten Vorbereitungen. Aus Datenschutzgründen bleibt die genaue Adresse der WG geheim, aber eines ist klar: Die Stadt investiert, um diesen jungen Menschen eine Chance zur Rehabilitation zu bieten.

Investitionen und Herausforderungen

Die Kosten für das Projekt sind von ursprünglich 800.000 Euro auf geschätzte 995.000 Euro jährlich gestiegen. Das entspricht etwa 1.300 Euro pro Kind und Tag. Das Büro von Emmerling betont, dass diese Investitionen auch in mehr Personal fließen werden, um eine optimale Betreuung sicherzustellen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Budget der Wiener Kinder- und Jugendhilfe und hängt vom Finanzausgleich ab.

Zusätzlich ist das Justizministerium dabei, an einem Gesetzesentwurf zu arbeiten, der die Handhabung jugendlicher Intensivstraftäter regeln soll. Die geplanten Rahmenbedingungen orientieren sich am Heimaufenthaltsgesetz (HeimAufG) und beinhalten strenge Voraussetzungen: eine psychiatrische Diagnose und eine erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung müssen gegeben sein, und es dürfen keine weniger einschneidenden Mittel verfügbar sein.

Gesamtgesellschaftliche Maßnahmen

Die Schaffung der Auszeit-WGs passt in einen größeren Kontext, denn auch auf nationaler Ebene gibt es Bestrebungen, die Jugendkriminalität in Österreich zu bekämpfen. Innenminister Gerhard Karner und Verfassungs-Ministerin Karoline Edtstadler haben am 31. Mai 2024 neue Maßnahmen vorgestellt. Diese sollen als Reaktion auf den Anstieg der Jugendkriminalität dienen. Ein zentraler Punkt dabei ist die Integration von Menschen aus anderen Ländern in die Gesellschaft, sowie die Stärkung von Sozialarbeit und Unterstützung für die Familien der Jugendlichen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die neue Strategie umfasst unter anderem Vorladungen für kriminell gewordene Jugendliche und ihre Eltern zu Gesprächen bei der Polizei, sowie Fall-Konferenzen, bei denen Schutzmaßnahmen für Hochrisiko-Fälle besprochen werden. Diese Maßnahmen sind das Ergebnis eines ernsten Problems, das in der letzten Zeit immer mehr in den Fokus gerückt ist – unter anderem durch einen schockierenden Vorfall im Jahr 2023, bei dem ein 12-jähriges Mädchen von mehreren Jugendlichen sexuell missbraucht wurde, von denen einige unter 14 Jahre alt waren.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Maßnahmen entwickeln und ob die Auszeit-WGs tatsächlich einen positiven Einfluss auf die jugendliche Kriminalität haben werden. Denn, wie Vizebürgermeisterin Emmerling betont, ist dieser Schritt nur ein Teil eines komplexen Puzzles, das viele Facetten hat.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unsere neue VeloCore-Umsetzung erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – umgesetzt durch Daniel Wom mit sauberem semantischem Markup, ausreichenden Kontrasten und voller Tastaturbedienbarkeit.