Heute ist der 20.05.2026, und in Wien-Simmering geschieht das, was man sich nicht wünscht: Ein schwerer Raubprozess, der die Gemüter erregt. Zwei Männer, ein 21-Jähriger und ein 17-Jähriger, stehen erneut vor Gericht am Wiener Landesgericht. Die Vorwürfe sind schwerwiegend – ihnen wird vorgeworfen, einen bewaffneten Raub begangen zu haben, und das nur zwei Monate nach ihren Freisprüchen im sogenannten „Fall Anna“. Ich kann mir vorstellen, dass das die Gemüter in der Stadt erhitzt.
Der Überfall, um den es geht, fand im Juni 2025 statt. Die beiden Angeklagten attackierten einen Supermarktbetreiber in Wien-Simmering. Mit Pfefferspray gingen sie auf ihn los, brutal verprügelten ihn und raubten ihn aus. Unter dem Einfluss von Suchtmitteln soll die Tat erfolgt sein. Und was sie erbeuteten, klingt fast absurd: Ein Handy, ein Autoschlüssel und eine Geldbörse mit satten 4.000 Euro Bargeld – das kann man sich kaum ausdenken. Der Überfall fand in der Garage des Wohnhauses des Opfers statt, der anscheinend oft größere Bargeldsummen mit sich trug.
Die Angeklagten und ihr Geständnis
Während der Verhandlung bekannte sich das Quartett zu Beginn schuldig. Der 21-Jährige war von Anfang an geständig und nannte die Namen seiner Komplizen, was ziemlich mutig oder vielleicht auch einfach verzweifelt wirkt. Der 24-Jährige, der beim Überfall als Aufpasser fungierte, gestand seine Rolle ein, wollte aber keine weiteren Angaben machen. Komischerweise bestritt der 23-Jährige, der das Pfefferspray übergeben haben soll, seine Beteiligung am Raub. Da fragt man sich schon, wie viel Wahrheit in den Aussagen steckt.
Es ist bemerkenswert, dass der 21-Jährige bereits 2022 eine teilbedingte Haftstrafe wegen schweren Raubes erhalten hatte. Der 17-Jährige hingegen hat drei Vorstrafen und sitzt zurzeit wegen Urkunden- und Datenfälschung in Haft. Im „Fall Anna“ wurden die beiden Freigesprochen, weil ihnen kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden konnte – eine Wendung, die viele überrascht hat.
Weitere Entwicklungen und der Kontext
Die Situation rund um den Prozess ist angespannt. Die Gesellschaft fragt sich, was mit jungen Menschen passiert, die in solche Verbrechen verwickelt sind. Die Verzweiflung, die sie zu solchen Taten treibt, und die Wiederholung ihrer Straftaten werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen in der Prävention. In Wien gibt es zahlreiche Initiativen, die versuchen, gerade jugendliche Straftäter wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Doch die Realität zeigt, dass der Weg zurück oft mit vielen Stolpersteinen gepflastert ist.
Die Anklage wird wohl hart durchgreifen müssen, um ein Zeichen zu setzen. Die Öffentlichkeit ist gespannt, wie sich der Prozess weiterentwickeln wird und welche Konsequenzen die Angeklagten zu erwarten haben. Es bleibt abzuwarten, ob die Gerichte die richtigen Entscheidungen treffen werden – für die Opfer, aber auch für die Angeklagten.
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