Aktuell sorgt die Sanierung des denkmalgeschützten Ferdinandsaals am Mittersteig 15 in Wien für Aufsehen. Der Saal hat eine über 100-jährige Geschichte und diente im Laufe der Zeit als Theater, Kino, Lagerhalle und möglicherweise sogar als Bordell. Doch seit etwa 20 Jahren steht das Gebäude leer und wartet auf eine neue Bestimmung. Die ZKS Rabelli GmbH, eine Tochter des Immobilienkonzerns JPI, hat das historische Juwel vor zwei Jahren erworben. Wie es mit dem Ferdinandsaal weitergeht, ist bisher unklar.
Das Bundesdenkmalamt ist in Kontakt mit dem neuen Eigentümer und über das Projekt informiert, doch für genehmigungspflichtige Maßnahmen im denkmalgeschützten Bereich liegen derzeit noch keine Einreichunterlagen vor. Aktuelle Bauarbeiten betreffen lediglich „erlaubte“ Bereiche, die keine spezielle Genehmigung benötigen. Besonders interessant ist hier die Bauanzeige, die 2025 eingereicht wurde und Änderungen im Empfangsbereich sowie in den Nebenräumen betrifft – der Saal selbst bleibt dabei unberührt. Im Erdgeschoss wird zur Zeit an Kassenbereichen, Garderoben und einer Sauna gearbeitet. Hierbei werden Zwischenwände versetzt und eine Zwischendecke abgerissen. Die Bauinspektion hat bereits bestätigt, dass diese Arbeiten den Vorgaben der Bauanzeige entsprechen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Der denkmalgeschützte Bereich umfasst den Saal und die Eingangswege. Der Schutzstatus wurde bereits 2012 ausgestellt und sorgt dafür, dass die originalen Strukturen erhalten bleiben. Gerüchte über eine mögliche Umwandlung in eine Galerie halten sich hartnäckig, jedoch strebt der Eigentümer keine Umwidmung der Räume an. Das bedeutet, dass der Ferdinandsaal weiterhin als „Caféhauslokal“ und „Gasthauslokal“ genutzt werden kann, was ihn vielleicht für zukünftige Gastronomieprojekte interessant macht.
Obwohl die Bauarbeiten in vollem Gange sind, hat sich der Eigentümer bisher gegenüber den Medien nicht geäußert. Das lässt Raum für Spekulationen und Fragen: Was plant man wirklich mit diesem historischen Gebäude? Die Neugier ist groß, und viele Anwohner fragen sich, wie der Ferdinandsaal in den nächsten Jahren aussehen könnte und welche Rolle er im Stadtbild von Wien spielen wird. Die Antwort darauf bleibt vorerst ein Rätsel. Doch die Hoffnung auf eine gelungene Neugestaltung bleibt, denn der Ferdinandsaal hat eine lange Geschichte und könnte mit der richtigen Vision wieder zum Leben erweckt werden.