WALDATLAS macht Österreichs Schutzwälder und Naturgefahren sichtbar
Im Lungau gibt es 53.234 Hektar Waldfläche. Davon sind 29.811 Hektar als Schutzwald ausgewiesen. Diese Zahlen stammen aus einem kurzen Bericht von MeinBezirk, der sich auf eine aktuelle Mitteilung der Salzburger Landeskorrespondenz beruft.
Damit ist dem Bericht zufolge in Salzburg mehr als die Hälfte der Waldfläche Schutzwald. Viel mehr Einordnung liefert der Beitrag allerdings nicht: Die Angaben wurden ohne zusätzliche Methodik veröffentlicht. Gerade deshalb lohnt sich beim Blick auf Waldflächen und Schutzfunktionen ein genaueres Hinsehen auf die verfügbaren Geodaten.
Wald, Naturgefahren und Biodiversität auf einer Karte
Eine zentrale österreichische Anlaufstelle dafür ist der WALDATLAS des Forstwirtschaftsministeriums. Die Geodatenplattform bündelt Informationen zu Wald, Naturgefahren und Biodiversität. Entstanden ist sie im Rahmen der Digitalisierungsoffensive der Bundesregierung und bietet kostenlosen Zugang zu raumbezogenen Daten.
Der Zugang ist unkompliziert: Der WALDATLAS läuft auf PCs, Notebooks, Smartphones und Tablets, nötig ist lediglich eine Internetverbindung. Unter www.waldatlas.at steht ein frei zugängliches Mapping-Tool bereit, mit dem sich Daten über einen Geodatenkatalog darstellen und suchen lassen.
Zum Stand 9. September 2026 umfasst die Plattform rund 80 Fachkarten. Dazu kommen Basiskarten wie topografische Karten, Orthofotos, Geologie, OpenStreetMap und Kataster. Sämtliche Basis- und Fachkarten können zweidimensional oder als räumliche 3D-Visualisierung angezeigt werden – je nachdem, wie tief man einsteigen möchte.
Vom Messen bis zum Kartenwechsel
Der WALDATLAS ist mehr als eine bloße Kartensammlung. Nutzerinnen und Nutzer können messen und zeichnen, Linien, Flächen und Punkte importieren oder exportieren und Karten über ein Druckmodul ausgeben. Zu Basis- und Fachkarten lassen sich Metadaten abrufen.
Fachkarten können über den Geodatenkatalog anhand eines gesetzten Koordinatenpunkts ausgewählt werden. Praktisch dabei: Beim Wechsel zwischen Karten bleibt der Standort erhalten. Das spart Klicks – und vermutlich auch ein wenig Nerven.
Die Plattform ergänzt bestehende GIS-Systeme und Plattformen der Bundesländer sowie anderer Beteiligter auf überregionaler Ebene. Die Daten dienen als räumliche Informationsquelle und als Planungsgrundlage für die praktische Arbeit.
Für Fachleute und alle, die draußen unterwegs sind
Angesprochen sind unter anderem Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer, Forstbetriebe, Zivilingenieurbüros, Behörden sowie Forschung und Wissenschaft. Auch Personen zur Freizeitnutzung des Waldes und die interessierte Öffentlichkeit gehören zu den Zielgruppen.
Die dargestellten Daten stammen ausschließlich aus qualitätskontrollierten und vertrauenswürdigen Quellen, insbesondere aus der öffentlichen Verwaltung und von Kooperationspartnern. Zahlreiche Datensätze wurden über Open-Data-Schnittstellen oder aus der europäischen Geodateninfrastruktur INSPIRE eingebunden.
Das BMLUK aktualisiert die Daten regelmäßig zu festgelegten Stichtagen. Die serviceorientierte Geodatenplattform soll künftig in weiteren Ausbaustufen weiterentwickelt werden. Fragen und Hinweise nimmt das Team unter waldatlas@bmluk.gv.at entgegen.
