Im Gasthaus Hader in Waldhausen ist am vergangenen Wochenende gleich zweimal kein Sessel frei geblieben. Das Grenzlandtheater Waldhausen feierte die Premiere der Komödie „Sch(m)erz lass nach“ – und mitten in der Aufführung gab es eine Überraschung für Franz und Andrea Aigner.

Petra Zeh überreichte den beiden die Goldene Ehrennadel und eine Ehrenurkunde des Amateurtheaters Oberösterreich. Anlass waren ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum und ihr langjähriger Einsatz für das Grenzlandtheater. Die Ehrung erfolgte während der Vorstellung, der Saal war bei beiden Aufführungen voll besetzt.

Seit 1986 auf und hinter der Bühne

Franz Aigner steht seit 1986 für das Grenzlandtheater auf der Bühne. Seine erste Rolle spielte er als Reporter in „Die listige Ahndl“. Im Lauf der Jahrzehnte verkörperte er unter anderem einen schrulligen Bürgermeister, einen verzweifelten Alkoholiker und die Stimme der Vernunft. Seit 1990 kümmert er sich um die Werbung des Vereins, seit 2020 ist er Obmann des Grenzlandtheaters.

Bei der Übergabe der Urkunde erzählte Aigner, dass das Lampenfieber über die Jahre geblieben sei. Es sorge für die nötige Körperspannung auf der Bühne – ein bisserl Nervosität gehört offenbar einfach dazu.

Auch Andrea Aigner ist seit 1986 mit dem Grenzlandtheater verbunden. Sie arbeitet als Kassiererin und Laiendarstellerin, tritt also selbst als Amateurin auf. Neben der Bühne hielt sie dem Verein organisatorisch den Rücken frei: Sie kümmerte sich über Jahre um Eintrittskarten und Reservierungen und hatte auch das Wohl der Mitwirkenden im Blick.

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Wortwitz in der Arztpraxis

Die Komödie „Sch(m)erz lass nach“ stammt von Jasmin Leuthe und spielt in einer Arztpraxis. Wortspiele, Gestik und Mimik treffen auf humorvoll dargestellte Klischees, Stereotype und schmerzhafte Wahrheiten. Dazu kommen Konflikte, die auf der Bühne gern einmal größer werden, als sie im Wartezimmer vermutlich geplant waren.

Auf der Besetzungsliste stehen Karin Berger, Simone Aschauer, Michael Furtlehner, Petra Zeh, Rosemarie Mutenthaler, Josef Kamleitner, Franz Aigner, Severin Leonhartsberger und Martina Kamleitner. Regie führt das Team des Grenzlandtheaters. Manuela Mutenthaler ist als Souffleuse dabei, für die Maske sorgen Johanna Rumetshofer, Elisabeth Leonhartsberger und Julia Leimhofer. Bühne und Technik übernehmen Franz Offenthaler, Martin Zeh und Jonas Moser. Die Werbung liegt bei Franz Aigner.

Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, 31. Oktober 2026, um 20:00 Uhr, am Freitag, 6. November 2026, um 20:00 Uhr, am Samstag, 7. November 2026, um 20:00 Uhr, am Samstag, 14. November 2026, um 20:00 Uhr, sowie am Sonntag, 15. November 2026, um 15:00 Uhr.

Goldene Nadel ab 30 Jahren

Die Auszeichnung für die Aigners reiht sich in ein Ehrenzeichensystem des Amateurtheaters Oberösterreich ein. Anspruch darauf haben Spielerleiterinnen und -leiter, Spielerinnen und Spieler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mitgliedsgruppen: Ab mindestens zehn Jahren Tätigkeit gibt es ein Ehrenzeichen mit bronzener Nadel, ab mindestens 20 Jahren das Große Ehrenzeichen mit silberner Nadel. Für mindestens 30 Jahre sind eine Ehrenurkunde und eine goldene Nadel vorgesehen.

Der schriftliche Antrag muss Name, Geburtsdatum und Adresse enthalten. Außerdem sind die Dauer der Mitwirkung beziehungsweise Mitgliedschaft in der Gruppe anzugeben; bei Regisseurinnen und Regisseuren kommen der Zeitraum der Spielleitung und die Zahl der Inszenierungen dazu. Sind die Voraussetzungen erfüllt, gelten die Richtlinien. Aus wichtigen Gründen kann der Vorstand eine Ausnahme, einen sogenannten „Dispens“, genehmigen, wenn die Abweichung nicht zu groß ist. In solchen Fällen muss der Vorstand gesondert befasst werden.

Verliehen wird das Ehrenzeichen gemeinsam mit einer Urkunde entweder bei einem Jubiläum der Gruppe oder bei einer Versammlung des Amateurtheaters Oberösterreich. Die Kosten betragen 15 Euro pro Stück. Die erste Ehrennadel wurde am 21. Mai 1985 von Ehrenobmann Prof. Helmut Ortner an die Regisseurin und Theatermacherin Rosina Hoffmann verliehen, wie Josef Kasper, damals Leiter der Theatergruppe Schwarzenberg, berichtete. Kasper ist seit 2006 Obmann der Theatergruppe Lembach.