Heute ist der 30.05.2026 und in der Region Aichach-Friedberg stehen die Spargelbauern vor einer entscheidenden Phase ihrer Saison. Einige von ihnen sprechen bereits von der Halbzeit, andere hingegen befinden sich im Endspurt. Die Witterungsbedingungen, geprägt von Hitze und Trockenheit, haben zwar ihre Tücken, sind aber nicht gänzlich dramatisch. Dünnere Stangen und geschädigter Grünspargel sind die sichtbaren Folgen dieser besonderen Wetterlage. Viele Höfe planen, die Ernte vor dem Johannitag am 24. Juni zu beenden. Ein Beispiel ist Manfred Losinger aus Wulfertshausen, der seine Ernte etwa eine Woche früher abschließt, jedoch mit dem bisherigen Verlauf seiner Saison zufrieden ist.
Markus Müller, ein Produzent aus Kissing, berichtet von seiner Ernte auf drei Hektar Grünspargel. Die Temperaturwechsel haben seine Erträge schwächer ausfallen lassen, und der Preis für ein Kilo Grünspargel liegt bei 14 Euro. Eine interessante Preisgestaltung gibt es auch beim Spargelhof Lohner, einem der größten Produzenten Deutschlands. Hier kostet ein Kilo weißer Spargel der Klasse II knapp 14 Euro, mit Angeboten, die sogar unter zehn Euro liegen. Geschäftsführer Lukas Lohner zeigt sich erfreut über die zufriedenstellende Saison, die von guter Qualität und Erträgen geprägt ist.
Herausforderungen und Anpassungen
Die Erntehelfer beginnen ihre Arbeit bereits um 5 Uhr morgens und beenden sie spätestens um 13 Uhr. Dieser frühe Arbeitsbeginn dient dazu, die Qualität des Spargels zu sichern. Ob die Ernte bis zum 24. Juni weitergeht, hängt nicht nur von der Nachfrage, sondern auch vom Wetter ab. Claudia Westner aus Haslangkreit plant, am 10. Juni letztmals zu ernten, da die Nachfrage im Juni oft nachlässt. Sie berichtet von einer insgesamt gut laufenden Saison, auch wenn der grüne Spargel unter der Hitze leidet und zu früh aufblüht.
Die Spargelernte in Deutschland beginnt traditionell im April und endet am 24. Juni, dem Johannitag. In diesem Jahr muss man sich jedoch auf die Witterung einstellen. Frischer Spargel zeichnet sich durch glänzende, pralle, knackige Stangen mit einem geschlossenen Kopf aus. Er hält sich im Kühlschrank 1-3 Tage, wenn man ihn in ein feuchtes Tuch wickelt. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland betrug 2025 etwa 1,2 kg frischen Spargel, was die Beliebtheit dieses Gemüses unterstreicht. Interessanterweise liegt die größte Anbaufläche in Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.
Qualität und Verarbeitung
Die Bodenvorbereitung für den Spargelanbau ist ein langwieriger Prozess, der 1-3 Jahre in Anspruch nimmt und spezielle Techniken wie Gründüngung erfordert. Der optimale Boden ist leicht und sandig, was eine gute Erwärmung und Luftzirkulation ermöglicht. Spargelpflanzen blühen ab Mitte Mai, und die Ernte endet am 24. Juni, um den Pflanzen eine Regeneration zu ermöglichen. Die Handernte ist nicht nur arbeitsintensiv, sondern erfordert auch spezielle Spargelmesser. Während Grünspargel oberirdisch geerntet wird, erfolgt die Ernte von Bleichspargel unter Lichtabschluss in Erddämmen.
Nach der Ernte muss der Spargel schnell auf etwa 2 Grad Celsius gekühlt werden, um die Qualität zu erhalten. Anschließend wird er gewaschen, sortiert und auf eine einheitliche Länge geschnitten. Grünspargel hingegen darf nicht gewaschen werden, um die Gefahr von Fäulnis zu vermeiden. Die Ernte wird dann an rund 100 Spargelhütten in Süddeutschland verkauft und erfreut sich großer Beliebtheit.
