In der charmanten Stadt Freising, Bayern, steht ein Wirtshaus, das nicht nur Geschichte, sondern auch eine große Portion Herzblut in sich trägt: das „Furtnerbräu“. Mit seinen 500 Jahren ist das Gebäude nicht nur ein architektonisches Relikt, sondern auch ein kulturelles und soziales Zentrum, das die Gemeinschaft zusammenbringt. Hier wird Fasching gefeiert, gespielt und einfach nur das Leben genossen. Doch die Zeiten sind hart, und das Wirtshaus kämpft ums Überleben. Der Besitzer sucht seit Jahren nach einem Investor, um das marode Gebäude zu sanieren und dessen Fortbestand zu sichern.

Das „Furtnerbräu“ erstreckt sich über 3600 Quadratmeter auf vier Stockwerken. Die geschätzten Kosten für Kauf und Sanierung belaufen sich auf etwa 8 Millionen Euro. Ein großes Vorhaben, das Reinhard Fiedler und seine Freunde mit viel Engagement angehen. Sie haben sich mit dem Eigentümer auf eine 99-jährige Erbpacht geeinigt, doch ohne die nötigen finanziellen Mittel könnte das Wirtshaus bald Geschichte sein. Fiedler ist überzeugt: „Ein Verkauf würde den Tod des Wirtshauses bedeuten.“ Aktuell sind die Bierpreise noch moderat, unter 4 Euro für eine Halbe, demnächst 4,10 Euro. Im Moment wird Augustiner Bier ausgeschenkt – eine Tradition, die bei den Gästen gut ankommt.

Ein lebendiges Projekt zur Rettung

Um das Wirtshaus zu retten, haben Fiedler und seine Freunde die Idee einer Genossenschaft ins Leben gerufen. Sie verkaufen Genossenschaftsanteile für 500 Euro, um das nötige Kapital zu sammeln. Aktueller Stand: 661 von 2.200 Anteilen sind bereits gezeichnet, was 30 % des Ziels entspricht. Um das Projekt wirklich zum Leben zu erwecken, benötigen sie 2200 Genossen. Nach nur einer Woche hatten sie bereits knapp 500 Unterstützer gefunden, was zeigt, wie stark die Solidarität in Freising ist. „Das Furtner war das erste Gebäude in Freising mit Gas und Strom“, erzählt Ludwig „Zottel“ Dinzinger, ein Wirt im Furtner. Soziale Treffpunkte wie dieses sind für die Stadt einfach unverzichtbar.

Die Genossenschaft wird sich nicht nur um den Erhalt des Wirtshauses kümmern. Geplant ist auch eine schrittweise Sanierung des gesamten Anwesens, inklusive der ehemaligen Brauerei. Die historische Atmosphäre soll dabei unbedingt bewahrt werden, ohne glatten Umbau oder Verfremdung. Es geht darum, das Furtner als lebendiges Wirtshaus dauerhaft zu sichern und der Gemeinschaft zurückzugeben.

Wirtshaussterben in Bayern

Die Situation des „Furtnerbräu“ ist bezeichnend für das Wirtshaussterben in Bayern. Ehemals zentrale Orte des sozialen Lebens, verlieren viele Gastwirtschaften ihren Platz im Dorfleben. Ursachen dafür sind vielfältig: Rückgang des Fassbierkonsums, Veränderungen in den Essgewohnheiten oder technologische Innovationen, die den Menschen neue Kommunikationswege bieten. Die Studierenden der Technischen Universität München haben das „Wirtshaussterben“ erforscht und entwickeln Konzepte zur Wiederbelebung der Wirtshauskultur. Projekte wie „Rural Renewal“ zielen darauf ab, ländliche Räume zu revitalisieren und die Dorfkerne zu stärken.

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Das Furtner könnte ein leuchtendes Beispiel sein, wie man mit gemeinschaftlichem Engagement und der richtigen Idee ein Stück Heimat retten kann. Die Dachreparatur allein kostet schätzungsweise 400.000 Euro, und die Genossenschaft steht vor der Herausforderung, nicht nur das Wirtshaus, sondern auch die Tradition des gemeinsamen Feierns und des sozialen Miteinanders in Freising zu bewahren. Ein Aufruf zur Solidarität, der hoffentlich viele weitere Unterstützer findet!